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Schul-Sanierung kann beginnen

Für 300 000 Euro wird das alte Gebäude umgebaut. Das soll aber erst der Anfang sein.

Von Mandy Schaks

Der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) kann den Lauensteinern wohl eines der schönsten Weihnachtsgeschenke machen: In den nächsten Tagen wird er die ersten Bauaufträge für die Sanierung der Grundschule vergeben. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen, sagte er. Denn es ist Eile geboten. Der erste Bauabschnitt muss bis März nächsten Jahres über die Bühne gehen, sonst sind die Fördermittel futsch.

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Diese enge Zeitschiene ist für Außenstehende nur schwer zu verstehen. Denn die Grundschule ist nicht erst seit gestern in einem schlechten baulichen Zustand. Aber erst mit der Eingemeindung von Geising nach Altenberg im Jahr 2011 konnte ernsthaft eine zukunftsweisende Lösung für die Bildungseinrichtung angepackt werden. Denn das Vorhaben ist finanziell anspruchsvoll. Und auch die Altenberger brauchten eine Weile, um eine Variante zu finden, die trotz angespannter Haushaltslage zu stemmen ist.

Zunächst wurde über einen Neubau im Schlosshof am historischen Marktplatz nachgedacht. Diese rund 3,5 Millionen Euro teure Investition scheiterte allerdings an der Finanzierung. Also blieb nur, am alten Standort auf der Talstraße eine Sanierung ins Auge zu fassen. Aber auch das war kompliziert. „Schulbau-Mittel standen nicht in Aussicht“, sagte Kirsten. Die Altenberger hatten dann aber eine Idee: Für den historischen Stadtkern von Lauenstein stehen noch Gelder aus dem Förderprogramm zum städtebaulichen Denkmalschutz zur Verfügung. Mit einem kühnen Strich auf der Landkarte wurde das 19,7 Hektar große Gebiet um etwa 3,4 Hektar bis zur Schule erweitert – und genehmigt. Damit ist es möglich, diesen Fördertopf für die Sanierung des alten Gebäudes zu verwenden, das vor über 100 Jahren ursprünglich als Amtsgericht gebaut worden war. Erst seit 1952 wird im Haus unterrichtet. Trotz einiger Umbauten blieben viele Wünsche offen und zuletzt mangels Perspektive auch Reparaturen liegen. Nun aber soll es losgehen. Für den ersten Bauabschnitt stehen rund 300 000 Euro zur Verfügung, zwei Drittel davon sind Fördermittel. Im nächsten Jahr soll möglichst ein zweiter Bauabschnitt folgen. „Es wäre schön, wenn wir noch einmal 300 000 bis 400 000 Euro investieren könnten“, sagte Kirsten. Das hängt von der Finanzlage ab und davon, was die Stadträte mit dem nächsten Haushaltsplan entscheiden.

Kritik gibt es jetzt schon – nicht am Vorhaben an sich, sondern am Vorgehen des Bürgermeisters. Da die Zeit drängt, will Kirsten nicht bis zur nächsten planmäßigen Ratssitzung am 16. Dezember warten, sondern schon vorher per Eilentscheidung die Bauaufträge vergeben. Das missfällt Stadtrat Kay Hardelt (CDU), übrigens nicht zum ersten Mal. Da es Kirsten leid ist, sich deshalb ständig gegenüber der Rechtsaufsicht im Landratsamt erklären zu müssen, erwog er, eine Sondersitzung einzuberufen. Das stieß auf heftige Proteste bei den Freien Wählern und auch bei den Linken. Dafür hätten sie keine Zeit, hieß es. Außerdem sei der Entscheidungsrahmen für den Bürgermeister klar abgesteckt.