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Schulanbau wegen Flüchtlingskinder?

24 unbegleitete Minderjährige werden im Frühjahr in Radeberg erwartet. OB Lemm dämpft die Hoffnungen.

© dpa

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Dass demnächst 24 unbegleitete Flüchtlingskinder in die leer stehende Kolping-Schule an der Straße des Friedens einziehen, sorgt in Radeberg für die Frage nach ausreichend Plätzen in den Radeberger Schulen. Nicht wenige sehen in den Jugendlichen aber zudem die Chance, den seit einigen Jahren immer wieder mal diskutierten Anbau an die Pestalozzi-Oberschule nun mit Hilfe von Fördermitteln realisieren zu können. „Da sehe ich keine deutlich verbesserte Fördermittelchance“, dämpft Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) derartige Hoffnungen allerdings. Erstens, so Lemm, sei nicht anzunehmen, dass alle 24 Flüchtlingskinder dann auch in ein und dieselbe Schule gehen werden; zum anderen gebe es im Moment keine wirklichen Platzprobleme. „Wir haben ja schon unabhängig von der Flüchtlingsfrage viel in unsere Schulen investiert – und hatten ja auch schon vorher zum Teil deutlich höhere Schülerzahlen“, erläutert der OB.

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Allerdings sei das Ganze noch ein wenig wie das Stochern im Nebel, macht Lemm deutlich. „Denn um tatsächlich konkrete Antworten zu finden, müssen wir erst einmal nähere Informationen haben, zum Beispiel hinsichtlich der Alters- und Bildungsstruktur dieser Jugendlichen“, so der OB. Antworten zum Beispiel auf die Frage, wie sich die dann in Radeberg betreuten Jugendlichen auf die Schulformen Grundschule, Oberschule, Gymnasium verteilen.

Unterkunft in der Kolping-Schule

Das Landratsamt – als Verantwortlicher für das Thema Unterbringung von Flüchtlingen – hatte Mitte der Woche auf SZ-Nachfrage bekanntlich bestätigt, dass die Kolping-Schule als Unterkunft für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge genutzt werden soll. „Das Jugendamt plant in dem Objekt die Unterbringung von zwei Gruppen mit je zwölf unbegleiteten, minderjährigen Asylbewerbern“, hatte Landratsamts-Sprecher Gernot Schweitzer erläutert. Momentan laufe für die Realisierung des Projektes noch die planerische Vorbereitung, aber es werde ein baldiger Beginn der Baumaßnahmen angestrebt – der Zuschnitt der Räume wird beispielsweise verändert, auch beim Brandschutz und im Sanitär-Bereich wird sich etwas tun. „Sodass ein Bezug des Objektes im zweiten Quartal möglich sein sollte“, beschrieb Gernot Schweitzer den Terminplan.