merken
PLUS Zittau

Schulbesuch für Integrativ-Kind gesichert?

Der siebenjährige Sanael aus Leutersdorf ist Autist und braucht ab Montag eine Schulbegleitung. Alle Beteiligten wollen jetzt helfen.

Carola Jänsch und ihr Sohn Sanael. Der Siebenjährige ist Autist und braucht ab Montag eine Schulbegleitung.
Carola Jänsch und ihr Sohn Sanael. Der Siebenjährige ist Autist und braucht ab Montag eine Schulbegleitung. ©  Matthias Weber

So einen schwierigen Fall hat es bisher für die Ämter und Behörden offenbar noch nicht gegeben: Mittelherwigsdorfs Bürgermeister Markus Hallmann (parteilos) spricht von einem Präzedenzfall, der eigentlich auf Landesebene geklärt werden müsste: Es geht um Sanael aus Leutersdorf, einen siebenjährigen Jungen, der an atypischem Autismus leidet - und der am Montag in die Schule kommt. Die SZ hat darüber berichtet.

Das Problem: Sanael kann nicht ohne eine Begleitung in die Schule gehen. Der Junge hat starke Weglauftendenzen und ein großes Orientierungsproblem. Er kann die Informationen, die auf ihn einströmen, nur schwer ordnen und filtern. Und er verwechselt Realität und Fiktion. Er braucht also immer jemanden, der immer auf ihn aufpasst. So steht es auch in einem sonderpädagogischen Fördergutachten, das den Eltern empfiehlt, ihr Kind integrativ in eine normale Grundschule einzuschulen. Denn Sanael ist genauso intelligent wie gesunde Kinder in seinem Alter. Mit einem Schulbegleiter, der ihn unterstützt, kann er genauso gut lernen wie seine Mitschüler.

Anzeige
Wundermittel Bewegung
Wundermittel Bewegung

Zu langes Sitzen erhöht das Risiko für Bluthochdruck. Bewegen und dabei sparen. Um mehr zu erfahren klicken Sie hier:

Dass er diesen Integrationshelfer bekommt, war bis zum Mittwochnachmittag noch völlig unklar. Vor allem war nicht geklärt, wer die Kosten für die Begleitung im Hort übernimmt. Sanael wird nicht in seinem Heimatort Leutersdorf eingeschult - an der Schule hatte man sich mit einem autistischen Kind überfordert gesehen - sondern an der Grundschule in Mittelherwigsdorf. Zwar ist die Finanzierung eines Schulbegleiters für die Unterrichtszeit gesetzlich geregelt, nicht aber für den Hort. Der fällt in die Zuständigkeit der Gemeinden. Mittelherwigsdorf, wo Sanael in die Schule gehen wird, ist aber nicht zuständig für ein Kind aus Leutersdorf. Und zahlt Leutersdorf für den Hortbesuch in Mittelherwigsdorf? 

Am Mittwochnachmittag hat es nun ein gemeinsames Gespräch mit allen Beteiligten gegeben, den Eltern, einem Vertreter des Landratsamts und den Bürgermeistern von Leutersdorf und Mittelherwigsdorf. Fest steht nun auf jeden Fall: Ab Montag sind sowohl die Schul- als auch die Hortbegleitung für den Jungen gesichert, so heißt es aus dem Landratsamt. Wie genau, scheint aber noch nicht geklärt. "Alle Beteiligten befinden sich noch in internen Absprachen", erklärt eine Sprecherin des Landratsamts. 

Weiterführende Artikel

Beste Freundin wird zur Retterin in der Not

Beste Freundin wird zur Retterin in der Not

Kann ein Autist in eine normale Grundschule gehen? Er kann! Doch für Sanael aus Leutersdorf ist diese Frage immer noch nicht restlos geklärt.

Wie ein Siebenjähriger zur Geldfrage wird

Wie ein Siebenjähriger zur Geldfrage wird

Wenn es um die Schuleinführung von Sanael geht, bricht seine Mutter in Tränen aus. Denn wie das gehen soll, ist für den autistischen Jungen noch völlig ungeklärt. 

Sanaels Mutter, Carola Jänsch, ist dennoch ein großer Stein vom Herzen gefallen. "Wir sind sehr froh und glücklich, dass alle am Tisch gesagt haben: Wir wollen Sanael helfen", sagt die 34-Jährige. "Wir wissen, dass das schwierig und auch teuer ist. Wir sind alle sehr dankbar, dass Sanael nun eine normale Schule besuchen kann." 

Mehr lokale Artikel:

www.sächsische.de/loebau

www.sächsische.de/zittau

Mehr zum Thema Zittau