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Ein großes Ja und ein kleines Nein zum geplanten Schulbau

Die Eltern der Grundschule Königshufen wollen, dass die Schule endlich saniert wird. Das ist auch der Plan der Stadt. Doch es gibt Streit über das Ausweichquartier.

Von Sebastian Beutler
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Idyllisch von außen anzusehen: das Gebäude der DPFA-Schule in Weinhübel. Aber ist es auch  der richtige Ausweichstandort für die Grundschule Königshufen.
Idyllisch von außen anzusehen: das Gebäude der DPFA-Schule in Weinhübel. Aber ist es auch der richtige Ausweichstandort für die Grundschule Königshufen. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Schon lange soll die Grundschule Königshufen saniert, ihr Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht werden. Doch die Pläne der Stadt änderten sich des Öfteren, mal lag es an den gestiegenen Baupreisen, mal an besseren Förderkonditionen, mal an neuen Überlegungen. Der letzte Stand hieß vor Weihnachten: Die Grundschule wird für die Dauer der Bauarbeiten komplett ausgelagert.  Und zwar in das Gebäude in Weinhübel an der Friedrich-Engels-Straße, wo jetzt bereits der freie Schulträger DPFA zwei Etagen nutzt. Zwei stehen noch leer.

Doch nachdem diese Nachricht bereits zu dem Gerücht führte, die DPFA würde ihren Standort im Görlitzer Süden dichtmachen, wehrt sich jetzt auch der Elternrat der Grundschule Königshufen. "Ein Umzug in den Osterferien in das Gebäude der ... DPFA-Schule auf der Friedrich-Engels-Straße" lehnen wir ab, heißt es in einem Schreiben der Elternratsvorsitzenden Jenny Hasse an die Fraktionen des Görlitzer Stadtrates.

Der Standort habe aus Sicht der Eltern gleich mehrere Nachteile: er sei sehr klein, verfüge über keinen geeigneten Pausenhof, keine Turnhalle, die Essensversorgung sei fragwürdig. Der Eigentümer müsste das Gebäude erst herrichten. "Was ist, wenn der Besitzer des Gebäudes es gar nicht realisieren kann", heißt es in dem Schreiben, "dass wir zu Ostern mit unserer Schule dort einziehen?" Zudem sei die Frage der Hortplätze und damit der Betreuung am Nachmittag aus ihrer Sicht ungeklärt.

Es geht auch um Hort und Ganztagsangebote

Schon vor Weihnachten hatte Grundschulleiter Steffen Hanke gegenüber der SZ zwar Verständnis über einen Auszug geäußert. "Aber deutlich länger als zwei Jahre im Ausweichquartier zu sein, lehnen wir ab. Das wird es unter meiner Leitung nicht geben." Neben dem Unterricht gehe es schließlich auch um Hort, Ganztagsangebote, Sport, das sei dauerhaft unter Sparbedingungen kaum vorstellbar.

Alternative für einen Umzug der Grundschule Königshufen: Die frühere Waldorfschule in Zodel. 
Alternative für einen Umzug der Grundschule Königshufen: Die frühere Waldorfschule in Zodel.  © Archiv/SZ/Steffen Gerhardt

Allerdings kann derzeit noch keiner sagen, wie lange die Ausquartierung der Schule dauern wird. Daher unterbreitet der Elternrat nun alternative Vorschlage. So schlägt er vor, die Schule nach Zodel auszulagern. Zodel gehört zum Schulbezirk von Görlitz. Dort gibt es eine staatliche Grundschule und das Gebäude der Waldorfschule, die aber dort nicht mehr ansässig ist. "Diese beiden Schulen bieten ausreichend Platz für zwei Grundschulen", schreiben die Eltern. "Es sind Fachkabinette vorhanden, eine große Turnhalle, und auch eine Essensversorgung in der Mittagspause kann gewährleistet werden.

Zusammen mit der Waldorfschule eine mögliche Alternative in Zodel, die staatliche Grundschule.
Zusammen mit der Waldorfschule eine mögliche Alternative in Zodel, die staatliche Grundschule. © Archiv/SZ/Steffen Gerhardt

Die Gebäude müssten nicht zwangsläufig vorher instandgesetzt werden". Als zweite Alternative nennt der Elternrat die derzeitige Waldorfschule auf der Konsulstraße. Sollte die Waldorfschule mit dem neuen Schuljahr in ihrem neuen Gebäude auf dem früheren Güterbahnhof sein, könnten die Räume auf der Konsulstraße genutzt werden. "Auch dies müsste für eine kurze ,Ausquartierung' von maximal 1,5 Jahren für unsere Schüler ohne jegliche Instandsetzung ausreichen." Schließlich bringt der Elternrat auch den Unterricht in Containern ins Spiel, wie sie an der Oberschule in Rauschwalde beispielsweise stehen.

Die Eltern machen deutlich, dass sie die Pläne der Stadt nicht grundsätzlich ablehnen. Eine Ausquartierung der Schule für maximal 18 Monate halten sie für akzeptabel. Allerdings nicht einen Umzug in das Gebäude der DPFA-Schule in Weinhübel. Am 20. Januar kommen nun die Elternvertreter mit Oberbürgermeister Octavian Ursu zusammen und hoffen auf eine Einigung.

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