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Schule allein macht nicht krank

Ein Viertel aller sächsischen Schulkinder leidet an psychischen Störungen oder Verhaltensauffälligkeiten. Daran sind auch die Eltern schuld. Ein Kommentar.

© dpa/SZ

Klagt Ihr Kind häufig über Kopf- oder Bauchschmerzen, die keine organische Ursache haben? Schläft es schlecht, oder hat keinen Appetit? Ist es gelegentlich mies drauf oder verzieht es sich regelmäßig betrübt in sein Zimmer? Jedes vierte Schulkind in Sachsen hat psychische Probleme. Das ist erschütternd.

Woran liegt das? Früher hatten Kinder auch einen vollen Tag und mussten viel lernen. Aber die Klassen waren nicht so überfüllt, sie blieben länger zusammen. Lehrermangel? Gab es nicht. Unterrichtsausfall? Kaum. Macht das Schulsystem also unsere Kinder krank? Leistungsdruck und Lernstress sind sicher mit verantwortlich. Aber dieser Schluss wäre unfair gegenüber allen Lehrern, die sich redlich bemühen und ihren Alltag selbst oft genug als gesundheitlich belastend empfinden. Er greift zu kurz.

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Viele Kinder glauben, dass sie cool sein und gut aussehen müssen, um bei ihren Freunden zu bestehen. Dass sie das neueste Handy haben, die aktuellste Serie auf Netflix gesehen haben müssen, um etwas Wert zu sein. Fast jedes fünfte Kind muss mit der Trennung der Eltern klar kommen. Das stresst. Das macht krank. Es ist leicht, die Mängel im System und politische Versäumnisse verantwortlich zu machen. In erster Linie hat psychische Gesundheit aber etwas mit dem Elternhaus zu tun. Einander zuhören, sein Kind wahrnehmen, mit ihm Zeit verbringen, ihm Grenzen setzen und Halt geben – das sind Aufgaben, die den Eltern niemand abnehmen kann.

E-Mail an Susanne Plecher

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