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Streitthema Schule: So laufen die Arbeiten

Das Schulzentrum Königshufen wird saniert. Vorab gab es viel Unmut. Auch in anderen Schulen wird gearbeitet.

Neue Türöffnung, neuer Türsturz - Christian Steudtner von der Firma Thamm bei der Arbeit in der Förderschule Königshufen.
Neue Türöffnung, neuer Türsturz - Christian Steudtner von der Firma Thamm bei der Arbeit in der Förderschule Königshufen. © André Schulze

In schwarzer Folie sind die neuen Türöffnungen eingehust. Manche Wand hat noch keinen neuen Durchbruch, aber es ist angezeichnet, wo die neue Tür bald stehen soll. So wenig wie möglich Staub soll dabei durch die Klassenräume fliegen, deshalb die schwarzen Ummantelungen. „Am 31. August muss alles wieder ordentlich sein“, sagt Gabriela Horschig.

Grundschule: Umzug nach Weinhübel

Denn dann beginnt das neue Schuljahr in der Förderschule Königshufen. Bis dahin soll so viel möglich bei der Brandschutzsanierung geschafft sein. In der benachbarten Grundschule ergibt sich fast dasselbe Bild, nur dass es viel ruhiger ist. „Bei der Grundschule sind wir im Zeitplan“, erzählt Gabriela Horschig, die beim Hochbauamt der Stadt den Hut aufhat für die Sanierungen im Schulzentrum Königshufen. In der Grundschule sollen die Brandschutzarbeiten im ersten Quartal nächsten Jahres geschafft sein. Die Schüler sind nach Weinhübel gezogen, in das Gebäude, in dem auch die DPFA-Regenbogenschule zu finden ist. Das Mobiliar haben sie mitgenommen.

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Im Keller der Grundschule: Hier entstehen gerade neue Brandschutztüren. Unter anderem wird auch die Elektrik, die an der Decke entlangführt, erneuert.
Im Keller der Grundschule: Hier entstehen gerade neue Brandschutztüren. Unter anderem wird auch die Elektrik, die an der Decke entlangführt, erneuert. © André Schulze

Förderschule: Schüler kehren nach den Ferien zurück

Anders sieht es an der Förderschule aus: Schränke, die in Cellophan gewickelt sind, Bänke und Stühle sind dahin gerückt, wo gerade nicht gearbeitet wird. Die Förderschüler werden mit Schuljahresbeginn zurückkehren ins Schulhaus. „Deshalb versuchen wir jetzt, so weit wie möglich zu kommen“, dann wird die Schule freigegeben, in den nächsten Ferien geht es weiter. Die Brandschutzsanierung ist dringend nötig, „früher oder später wären uns die Schulen sonst tatsächlich geschlossen worden.“

In die Durchbrüche zwischen den Klassenzimmern, die an der Hofseite liegen, kommen sogenannte Bypasstüren. „Dadurch werden zweite Fluchtwege durch die Klassenräume geschaffen“, erklärt Gabriela Horschig. In den Kellergängen beider Schulen werden aktuell statt Durchbrüchen neue Türrahmen gesetzt, für Brandschutztüren. Diese dienen, auch in den oberen Geschossen, dazu, Brandabschnitte zu schaffen. An den Decken der Flure ziehen sich neue Kabel. Später werden Akustikdecken die verdecken. In den Kellerräumen werden die Wärme- und Wassertrassen, die an den Decken entlangführen, erneuert. Zu den Malereien der Kinder an den Wänden ist jetzt Neues dazugekommen: Mit Bleistift sind Hinweiße, Maße, Berechnungen an die Wände geschrieben.

Wie eine Schulsanierung zum Streitthema der Stadt wurde

Dem gingen lange und harte Kämpfe voraus. Grund- und Förderschule in Königshufen hatten lange auf Sanierungen gewartet. Letztlich stand der Plan: In den Herbstferien vorigen Jahres sollten in beiden Schulen die Arbeiten für den Brandschutz beginnen. Erste Vorbereitungsarbeiten fanden in den Herbstferien tatsächlich statt.

Und dann war plötzlich alles anders. Die Angebote der Handwerksfirmen für die Arbeiten lagen eine halbe Million Euro über der Summe, die der Stadt für den Brandschutz in beiden Gebäuden zur Verfügung steht – und die Pläne mussten umgeworfen werden. Etwas, das er so noch nie erlebt hat, sagte Bürgermeister Michael Wieler damals. Die Stadt änderte die Planungen, machte sich auf die Suche nach einer Lösung und einer Ausweichschule. Das Problem dabei: Die Eltern informierte niemand, sie blieben über Wochen im Unklaren. Erst im Dezember bekamen sie Gewissheit, dass die Grundschule umziehen soll.

Vorigen Herbst hat das Förderschulzentrum "Mira Lobe" zwei Klassenzimmer-Container bekommen. beide Schulen sind an ihren Kapazitätsgrenzen.
Vorigen Herbst hat das Förderschulzentrum "Mira Lobe" zwei Klassenzimmer-Container bekommen. beide Schulen sind an ihren Kapazitätsgrenzen. © André Schulze

Wogen haben sich geglättet

Für die Eltern war das ein großer Vertrauensbruch. Wie tief der reichte, konnte man in diversen Stadtratssitzungen sehen, als Elternvertreter ihre Fragen beantwortet haben wollten. Auch nach Dezember fühlten sie sich nicht vollumfänglich informiert. Zu viele Unklarheiten, zu viele Punkte, bei denen sie das Wohl der Kinder nicht berücksichtigt sahen. Die Grundaussage: Die Sanierung wollen die Eltern – aber nicht unter diesen Bedingungen. Das Ganze spielte sich allerdings auch seitens der Eltern immer weiter hoch. Bei einer Podiumsrunde Anfang März ließen sich die Wogen etwas glätten.

Und dann kam Corona – und die Schulschließungen. Der Umzug der Grundschule nach Weinhübel konnte dennoch stattfinden. Am 20. April haben die Arbeiten in der Grundschule begonnen, mit den Ferien die in der Förderschule. Außerdem laufen die Planungen für die weiterführenden Sanierungen, die dann über den Brandschutz hinausgehen sollen. Ziel zumindest ist es, die Gesamtsanierung in der Grundschule sofort anzuschließen, erklärt Stadtsprecherin Juliane Zachmann. Derzeit erstellen Planer und Stadt notwendigen Unterlagen für eine Fördermittelantrag an den Freistaat diesen Monat.

Auch in anderen Schulen wird gearbeitet

Die einzige Aufgabe in den Ferien ist der Schulkomplex Königshufen aber nicht. „Viele Handwerkerfirmen sind auch während der sechswöchigen Ferien in anderen Schulen, Horten und Kitas tätig“, erzählt Stadtsprecherin Sylvia Otto. So bekommen in der August-Moritz-Böttcher-Grundschule verschiedene Räume einen neuen Farbanstrich, ebenso in der Scultetus-Oberschule und der Melanchthon-Grundschule. In der Nikolaigrundschule werden der Schulleitungsraum und das Sekretariat renoviert. In der Turnhalle der Diesterweggrundschule sind es Putzarbeiten. Die Grundschule Innenstadt braucht eine neue elektrische Schließanlage. In der benachbarten Oberschule Innenstadt stehen Malerarbeiten und Bodenbelagsarbeiten an.

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