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Schule im Umbau

In der Weinbergschule sind die Arbeiten zur Sanierung in vollem Gange. Den Bauleuten sitzt die Zeit im Nacken.

Alle Hände voll zu tun haben Bauleute und Handwerker im Innern der Weinbergschule.
Alle Hände voll zu tun haben Bauleute und Handwerker im Innern der Weinbergschule. © Claudia Hübschmann

Meißen. Jürgen Voigt spricht vom klassischen Programm. So beschreibt der Bauplaner die Arbeiten an der Weinbergschule. Seit dem Ferienbeginn ist das 1909 errichtete Schulgebäude eine Baustelle. Fußböden, Wände, Haustechnik sollen erneuert oder aufgearbeitet werden – die komplette Sanierung von innen im Gebäude, das als Haus B zum Komplex des Franziskaneums auf dem Ratsweinberg gehört.

Bauleute verschiedener Gewerke und Firmen haben hier gut zu tun. Schließlich soll alles im Schuljahr 2020/21 erledigt werden. Und das bei laufendem Schulbetrieb! Damit der Unterricht stattfinden kann, wird das Gebäude vertikal in vier Bauabschnitte eingeteilt, erläutert Jürgen Voigt. 

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So sollen Behinderungen durch Lärm und Staub auf ein erträgliches Maß herabgemindert werden. Container auf dem Schulhof, in denen Kalkberg-Schüler vorübergehend lernten, als ihre Schule saniert wurde, stehen bereit, wenn Zimmer für den Unterricht fehlen.

Insgesamt stehen 3,2 Millionen Euro für den Innenausbau der Weinbergschule zur Verfügung, wie Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) informiert. 60 Prozent dieser Summe bekommt die Stadt aus dem Förderprogramm Schulische Infrastruktur. 

Ein über 100 Jahre altes Gebäude wie die Weinbergschule auf Vordermann zu bringen, heißt vor allem, aktuelle Sicherheitsstandards herzustellen. „Die gesamte Brandschutz- und Sicherheitstechnik muss neu eingerichtet werden“, sagt Jürgen Voigt. Dafür müssen kilometerweise Kabel verlegt, Brandschutztüren eingebaut, Signal- und Sicherheitstechnik installiert werden.

OB Olaf Raschke (l.) – hier im Gepräch mit Jürgen Voigt, dessen Büro mit der Bauplanung beauftragt ist – infomierte sich am Mittwoch auf der Baustelle über den Fortgang der Bauarbeiten.
OB Olaf Raschke (l.) – hier im Gepräch mit Jürgen Voigt, dessen Büro mit der Bauplanung beauftragt ist – infomierte sich am Mittwoch auf der Baustelle über den Fortgang der Bauarbeiten. © Claudia Hübschmann

Mit Sonnenschutz

Für alle Räume an der Süd- und Ostfassade gibt es neue Fenster. Die 20 Jahre alten Kunststofffenster sind nicht reparabel, sagt Jürgen Voigt. Die neuen Fenster werden wieder Rahmen aus Holz haben und damit den Anforderungen des Denkmalschutzes entsprechen. Ein Sonnenschutz an der Fassade soll an heißen Tagen für ein erträgliches Klima in den Unterrichtsräumen sorgen.

Aber auch die Heizungsanlage muss völlig neu gebaut werden. Dafür sind allerhand Rohre zu verlegen und unter abgehängten Akustikdecken zu „verstecken“ Bei der Heizung sitzt den Bauleuten die Zeit ganz besonders im Nacken. Denn sie muss im Verlauf des Septembers bereits funktionstüchtig sein, damit die Räume des ersten Bauabschnitts von Schülern und Lehrern genutzt werden können. 

Klar, dass Jürgen Voigt und die Bauleute auf einen schönen Altweibersommer hoffen – und auch darauf, dass die geplanten Bauabläufe nicht wegen Corona ins Rutschen kommen. Ein Sanitärcontainer auf der Baustelle, in dem auch Möglichkeiten zur Desinfektion bereitstehen, soll für Hygiene auf der Baustelle sorgen.

In den einzelnen Unterrichtsräumen werden die Heizungsanlagen neu installiert. Die Rohre sollen unter abgehängten Akustikdecken „versteckt“ werden.
In den einzelnen Unterrichtsräumen werden die Heizungsanlagen neu installiert. Die Rohre sollen unter abgehängten Akustikdecken „versteckt“ werden. © Claudia Hübschmann

Turnhalle wird Mehrzweckraum

Um so viel wie möglich Unterrichtsraum zu schaffen, wird das Kellergeschoss neu geordnet. Hier entstehen Fachkabinette für den Musikunterricht und eine Werkstatt für das schuleigene Theater. Verschwinden wird die Turnhalle, die heutigen Anforderungen an den Sportunterricht nicht mehr genügt. „Hier entsteht ein Mehrzweckraum mit einer Empore“, berichtet Jürgen Voigt. So bietet dieser Raum künftig viele Möglichkeiten – für den Unterricht ebenso wie für Veranstaltungen.

„Parallel zur Sanierung beginnen schon die Planungen zur Erneuerung von Dach und Fassade und zum Anbau an die Weinbergschule“, erklärte OB Raschke am Mittwoch bei einem Pressetermin auf der Baustelle. 

In den geplanten Anbauten – auch das Haus C, das die beiden Schulgebäude A und B des städtischen Gymnasiums verbindet, soll in den nächsten Jahren einen Anbau erhalten – werden vor allem Fachkabinette für den naturwissenschaftlichen Unterricht eingerichtet. Außerdem ist der Neubau einer Drei-Feld-Turnhalle an der Ludwig-Richter-Straße vorgesehen.

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