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Hort und Feuerwehr in einem Haus

Die Planung für den Neubau des Gerätehauses wurde geändert. Das rettet den Schulgarten der Grundschule.

So könnte es mal aussehen am künftigen Standort fürs neue Gerätehaus samt Rettungswache in Moritzburg. Die Visualisierung ist eine erste Studie.
So könnte es mal aussehen am künftigen Standort fürs neue Gerätehaus samt Rettungswache in Moritzburg. Die Visualisierung ist eine erste Studie. © S&P Sahlmann Planungsgesellschaft für Bauwesen mbH

Moritzburg. Der Siegerentwurf fürs künftige Moritzburger Feuerwehr-Gerätehaus mit Rettungswache – am Standort alte Mittelschule auf der Kötzschenbrodaer Straße – bringt den Lösungsansatz schon mit. Denn die S&P Sahlmann Planungsgesellschaft für Bauwesen mbH Leipzig, im April mit der Planung des neuen Gerätehauses beauftragt, sieht fürs Hauptgebäude ein Satteldach vor – dem Ortsbild mit seinem dörflichen Charakter entsprechend.

Im April war noch offen, wie die Räume im Dach genutzt werden. Nun hat der Gemeinderat entschieden, durch diese Chance die dringend benötigte Grundschulerweiterung zu realisieren, wegen der derzeitigen Mehrfachnutzung durch Schule und Hort dringend erforderlich. Zuvor ließen Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) und eine Planungsgruppe aus Gemeindeverwaltung und Feuerwehr prüfen, ob eine solche Doppelnutzung überhaupt möglich ist.

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Man habe die Räume geschoben, sagt der Bürgermeister. Zwei Einheiten entstanden. Keller und Erdgeschoss für die Feuerwehr, unter anderen mit Umkleideräumen, ins erste Obergeschoss kommt die Grundschule rein, mit ebenerdigem Zugang vom Hang. Das bedeutet vier Schulräume einschließlich Versammlungsraum, damit steht der Schule nun auch eine Aula zur Verfügung. Mit mobiler Trennwand, der Raum könnte auch für Gemeinderatssitzungen genutzt werden. An eine Vermietung werde aber nicht gedacht, so Jörg Hänisch.

Ins Dachgeschoss kommen die Zimmer von Gemeindewehrleiter und Jugendwehrleiter, Schulungsraum, Platz für die sogenannte ortsfeste Befehlstelle, wie sie etwa beim Sturm eingerichtet wurde. Allerdings alles streng voneinander getrennt, die Kinder werden beispielsweise keinen Zugang zur Feuerwehr haben.

Eingehalten werden müssen auf jeden Fall auch die Anforderungen aus Brandschutzbedarfsplan und Schulbaurichtlinien.

Die frühere Grundschule in Moritzburg soll dem Neubau weichen.
Die frühere Grundschule in Moritzburg soll dem Neubau weichen. © Arvid Müller

Durch die Konzentration auf ein Gebäude können alle nur gewinnen, sagt Jörg Hänisch. Denn das bedeute ein Dach weniger, weniger versiegelte Fläche, obwohl es bei denselben Flächen bleibe, wie für die einzelnen Einheiten vorgesehen. Weiterer großer Vorteil: Mit dieser Lösung werde der Schulgarten gerettet, der sonst für einen Neubau weichen müsste.

Jetzt – nachdem klar ist, dass der Gemeinderat hinter diesen Plänen steht – könne man auch mit den Fördermittelgebern reden, mit Sächsischer Aufbaubank und Landkreis Meißen, wegen der Schul- und der Feuerwehrförderung. Vorgespräche hätten ergeben, dass baulich und planerisch eindeutig abgrenzbare und zuordenbare Bauteile entstehen müssen, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Planer haben die Variante durchgerechnet. Die geschätzten Baukosten sind beim Errichten eines etwas größeren Gebäudes günstiger als bei zwei getrennten Baukörpern. Ein weiteres Plus: Die Konzentration von Haustechnikräumen.

Was Gemeinderat und Verwaltung zum Standort des neuen Gerätehauses noch tüchtig umtreibt, ist das Verkehrskonzept.

Wenn Schul- und Kita-Kinder gebracht und abgeholt werden, herrscht sowieso schon viel Betrieb im Bereich Schulstraße/Kötzschenbrodaer Straße, nun kommt auch noch die Feuerwehr dazu. Wie lassen sich Fußgänger und Radfahrer wirksam schützen? Wie sieht es aus mit Bushaltestelle und Schulbus? Welche Schulwege muss es geben? Müssen Fußwege aus dem Dorf für die Schulkinder umgelegt werden?

All diese Fragen hängen zusammen, erklärt der Bürgermeister. Das Verkehrskonzept betrifft also nicht nur die Kötzschenbrodaer Straße vorm neuen Feuerwehrgerätehaus, sondern auch die Schlossallee als zentrale Achse, die Anbindungen an Schule und Kindergarten.

Bis Ende 2019 soll das Büro Ivas, Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme, ein solches Konzept erstellen. Auch das beschloss der Gemeinderat in seiner Juni-Sitzung.

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