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Schule versorgt sich selbst mit Strom

Auf dem Crassoberg ist eine Fotovoltaik-Anlage installiert worden – nicht nur als ein Beitrag für nachhaltiges Leben.

Solarmodule bedecken jetzt das Dach des Atelierhauses auf dem Gelände der Freien Werkschule.
Solarmodule bedecken jetzt das Dach des Atelierhauses auf dem Gelände der Freien Werkschule. © Hagen Henke

Meißen. Das Atelierhaus ist jetzt auch so etwas wie ein Kraftwerk. Auf dem Dach des Gebäudes auf dem Gelände der Freien Werkschule, in dem die Schüler ihren Unterricht in Kunst und Musik absolvieren, wurden insgesamt 164 Solarmodule installiert. Innerhalb von acht Wochen waren alle Bauarbeiten an und auf dem Schulgebäude erledigt. Die Module, die in den Sommerferien montiert wurden, stammen aus deutscher Produktion und wurden aus Chemnitz angeliefert, wie Geschäftsführerin Dorothee Finzel berichtet.

Damit ist das Atelierhaus, das vor fünf Jahren nach Vorgaben und Regeln ökologischen Bauens saniert wurde, Energielieferant für die Schule. 42 Prozent des Strombedarfs der Schule können aus der auf dem Dach des Atelierhauses erzeugten Energie gedeckt werden.

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Wegen der Ferien wird jetzt nicht die gesamte Menge des auf dem Atelierhaus erzeugten Stroms benötigt. Die Schule speist ihn ins Netz ein. Die Eigenversorgung und Einspeisung ins öffentliche Netz spart im Jahr Energiekosten in Höhe von 8.000 bis 10.000 Euro. Das hat eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der Meißener Stadtwerke ergeben, sagt Dorothee Finzel. Demzufolge hat sich die Fotovoltaik-Anlage, in die der Schulträgerverein 92.000 Euro investiert hat, in nicht einmal zehn Jahren amortisiert.

Die Geschäftsführerin hat schon mal weiter gerechnet: Würden auch auf dem Dach des Hauptgebäudes der Schule auf dem Crassoberg Solarmodule installiert, könnte so viel Elektroenergie erzeugt werden, dass sich die Freie Werkschule zu 100 Prozent selbst versorgt. Dann wäre sie energieautark.

Aber das ist noch Zukunftsmusik. Am Hauptgebäude wäre die Montage einer Fotovoltaik-Anlage erheblich teurer, schon weil das Einrüsten dieses Gebäudes sehr viel mehr Aufwand erfordert. Sollten in den nächsten Jahren Arbeiten am Dach oder an der Fassade notwendig sein, dann soll auch über die Anschaffung einer weiteren Fotovoltaik-Anlage für die Freie Werkschule entschieden werden.

Für die Fotovoltaik-Anlage waren während der Sommerferien insgesamt 164 Solarmodule auf dem Dach des Atelierhauses installiert worden.
Für die Fotovoltaik-Anlage waren während der Sommerferien insgesamt 164 Solarmodule auf dem Dach des Atelierhauses installiert worden. © Hagen Henke

Strom für E-Autos und E-Bikes

Die Anlage auf dem Dach des Atelierhauses ist so konzipiert, dass der erzeugte Strom auch gespeichert werden kann. Damit lässt sich auch eine Ladesäule für E-Autos betreiben, die bereits im vorigen Schuljahr auf dem Schulgelände in Betrieb genommen wurde. Derzeit machen zwei Kollegen davon Gebrauch – und laden ihr E-Auto während der Arbeit in der Schule auf. Noch ist dieser geldwerte Vorteil steuerfrei.

Die Geschäftsführerin berichtet auch von Jobtickets für etwa 20 Kollegen, an deren Finanzierung sich die Freie Werkschule mit 20 Prozent beteiligt. Einen weiteren Zuschuss in Höhe von zehn Prozent gibt es von den Verkehrbetrieben. Angesichts der beengten Verhältnisse und demzufolge begrenzter Park-Möglichkeiten auf dem Schulgelände oder am Crassoberg ist der geförderte Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr auch für die Schule als Arbeitgeber nützlich, sagt Dorothee Finzel.

Das ist auch der Grund, warum die Freie Werkschule für ihre Lehrer und Mitarbeiter Job-Räder zur Verfügung stellt. Etwa zehn Prozent der Kollegen machen von dem Angebot Gebrauch, vergünstigt ein Fahrrad zu erwerben. Die meisten haben sich ein E-Bike zugelegt und sparen dabei etwa ein Drittel der Anschaffungskosten. Dass die Batterien der E-Bikes in der Schule kostenfrei aufgeladen werden können, versteht sich von selbst.

Der sparsame Umgang mit Ressourcen und klimafreundliche Mobilität sind hier keine Schlagworte – sie werden im Alltag an der Freien Werkschule gelebt. Das sind auch wichtige Themen für die Schüler: So gibt seit einem Jahr ein Projekt „Nachhaltigkeit“, in dem sich Schüler mit ganz praktischen Problemen an ihrer Schule befassen. Sie ermitteln den Energieverbrauch in verschiedenen Bereichen und erarbeiten Vorschläge zum Energiesparen.

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