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Schnelles Internet für Schulen in Radebeul

Die Stadt kann über 1,6 Millionen Euro Fördermittel bekommen. Für digitalen Unterricht braucht es als Erstes eine ordentliche Verbindung.

Innerhalb der nächsten vier Jahre sollen alle Radebeuler Schulen schnelles Internet bekommen.
Innerhalb der nächsten vier Jahre sollen alle Radebeuler Schulen schnelles Internet bekommen. © Arvid Müller

Digitale Tafeln, multimediales Unterrichtsmaterial und Schüler, die am Computer oder Tablet arbeiten. Was in manchen Ländern längst zur Grundausstattung gehört, ist in vielen Schulen in Deutschland immer noch Zukunftsmusik. 

Mit dem sogenannten Digitalpakt Schule, für den bundesweit über fünf Milliarden Euro bereitgestellt werden, soll die Digitalisierung in deutschen Schulen nun vorangetrieben werden. Auch Radebeul bekommt Geld aus dem Fördertopf, damit schnelles Internet in die hiesigen Klassenzimmer einzieht. Insgesamt kann die Stadt Zuwendungen in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro beantragen.

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Internetzugang fehlt in vielen Klassenzimmern

Digitaler Unterricht scheitert in vielen Schulen bisher an der einfachsten Grundvoraussetzung: schnelles Internet, bei dem die Seiten auch dann noch laden, wenn die Parallelklasse ebenfalls online ist. Im Auftrag des Verbandes Bildung und Erziehung erstellte das Meinungsforschungsinstitut forsa 2019 eine repräsentative Studie zur Digitalisierung an Schulen. Befragt wurden insgesamt 1.232 Schulleiter allgemeinbildender Schulen in ganz Deutschland. Nur ein Drittel der Befragten gab an, dass ein Internetzugang in allen Klassen- und Fachräumen vorhanden ist.

Installation in allen Schulen dauert vier Jahre

In Radebeul soll zwischen 2020 und 2024 mit Mitteln aus dem Digitalpakt eine leistungsfähige Netzwerkverkabelung in allen Gebäuden –fünf Grundschulen, zwei Oberschulen und zwei Gymnasien – realisiert werden. Keine Fördermittel bekommt die Stadt für WLAN in Räumen, die nicht pädagogisch genutzt werden. Sekretariate und Schulleiterzimmer zum Beispiel muss die Stadt mit Eigenmitteln aufrüsten.

Ein Dresdner Ingenieurbüro für Elektrotechnik hat bereits Planungen für die Radebeuler Schulen erarbeitet. Jedes Gebäude wurde dafür besichtigt und die Anzahl der erforderlichen Datendosen und die Leitungsführung festgelegt. Die Nutzung der einzelnen Räume soll in den Schulen nicht verändert werden. Jetzt muss eine Firma gefunden werden, welche die Installation übernimmt. Und das könnte unter Umständen schwierig werden. Weil bald viele Gemeinden das Geld aus dem Digitalpakt bekommen und ihre Schulen fit machen wollen, wird die Nachfrage nach Technikern groß sein. „In Sachsen kommen jetzt alle Schulträger auf den Gedanken“, sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Um auf dem Markt attraktiv zu sein, will die Stadt deshalb alle Arbeiten an allen Schulen in einem Gesamtpaket ausschreiben. In der Hoffnung, dass eine Firma diese Planungssicherheit über mehrere Jahre anspricht und zusagt.

Mit dem Internet muss Technik kommen

Noch nicht geklärt mit dem aktuellen Beschluss, dem der Stadtrat kürzlich zustimmte, ist aber die Ausstattung der Schulen mit Technik. Der Verband für Bildung und Erziehung kritisiert die Methode „Bring your own device“, nach der Schülerinnen und Schüler im Unterricht vorrangig ihre eigenen Smartphones nutzen sollen. Die Chance der Schüler auf digitale Bildung dürfe nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, heißt es.

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