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Schulen starten in die Prüfungszeit

Abstand und Mundschutz sind Pflicht. Die Bildungsagentur hat entsprechend vorgesorgt. Abschlussfeiern wird es wohl wegen Corona dieses Jahr nicht geben.

Schulleiter Axel Hackenberg von der Großenhainer Oberschule Am Schacht ist vorbereitet. Er hat den Mundschutz für die Schüler - und die Zimmer sind nur noch für die halbe Klasse bestuhlt.
Schulleiter Axel Hackenberg von der Großenhainer Oberschule Am Schacht ist vorbereitet. Er hat den Mundschutz für die Schüler - und die Zimmer sind nur noch für die halbe Klasse bestuhlt. © Kristin Richter

Landkreis. Seine letzte Prüfungssaison hatte sich Schulleiter Axel Hackenberg von der 2. Oberschule Am Schacht in Großenhain natürlich anders vorgestellt. "Aber es geht eben nicht anders", sagt er mit Blick auf die am Mittwoch beginnende unmittelbare Prüfungsvorbereitung der Zehntklässler sowie Hauptschüler der 9. Klassen. Für die stehen ab 25. Mai die schriftlichen, später noch die mündlichen Prüfungen auf dem Plan. 

Bevor die Schüler aber wieder über die Türschwelle treten dürfen, gibt es erst einmal die derzeit übliche Prozedur in Form von Belehrungen. Schon im Vorfeld hatte die Schulleitung den Eltern empfohlen, ihre Sprösslinge mit Mundschutz und möglichst auch Handschuhen auszurüsten. Wer dennoch "unmaskiert" erscheint, dem kann geholfen werden. "Wir haben von der Bildungsagentur eine Grundausstattung mit Masken und Desinfektionsmittel bekommen", so Axel Hackenberg.

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Maximal 15 Schüler dürfen den Vorgaben zufolge in einem Zimmer lernen. "Wir haben die 10. Klasse hälftig geteilt, das ist also kein Problem", beschreibt der Schulleiter die Verfahrensweise. Ab Mittwoch werden zudem alle Lehrer wieder in der Einrichtung sein. Zum Einen, um als Aufsicht die Einhaltung von Kontakt- und Abstandsregelungen im Auge zu haben. Zum Anderen läuft der "Unterricht" für die anderen Klassenstufen weiter wie in den Wochen zuvor: Mit Aufgabenstellungen per Internet oder auch per Video. Trotz der ungewöhnlichen Bedingungen: Axel Hackenberg sieht dem Prozedere mit Spannung, trotzdem gelassen entgegen. Und er weiß: "Die Schüler sind froh, dass sie wieder kommen dürfen."

Begängnis herrscht bereits seit Montag im Großenhainer Werner-von Siemens-Gymnasium. Geordnetes Begängnis, wie  Schulleiter Klaus Liebtrau betont. Entsprechend den Anweisungen des sächsischen Kultusministeriums habe man dafür gesorgt, dass sich die 72 Abiturienten weiträumig und nur in Abständen begegnen. Praktisch bedeute das, die Wege seien mit Hilfe von auf den Fußböden angebrachtem Klebeband vorgegeben. Im Einbahnstraßenverkehr würden die Stufen in die einzelnen Etagen zurückgelegt - dem Zufall werde aus gesundheitlich-hygienischen Gründen momentan tatsächlich nichts überlassen. Desinfektionsspender seien in reichlicher Anzahl vorhanden, ebenso Mundschutzmasken, die den Mädchen und Jungen zur Verfügung gestellt worden wären. Eine Pflicht, sie zu tragen, bestünde indes nicht. "Aber die Schüler und Lehrer wurden entsprechend über die notwendigen Verhaltensweisen belehrt und es hat alles wirklich hervorragend geklappt", so Klaus Liebtrau. 

Bis zum Donnerstag fänden nun noch einzelne Konsultationen statt, bevor am Freitag mit der Physikprüfung gestartet werde. Geschrieben werde diese in den normalen Räumen, was aufgrund der einzelnen Kursstärke kein Problem darstelle. Lediglich sieben bis acht Schüler befänden sich - eingedenk der nötigen Entfernung - im Zimmer. Und vor allem: Die Stimmung unter den Jugendlichen sei trotz der besonderen Bedingungen gut. "Sie sind alle hoch motiviert und das ist jetzt das Allerwichtigste! Natürlich waren sie verständlicherweise traurig darüber, dass alle schulischen Traditionen entfallen müssen. Aber im Vordergrund steht nun erstmal, dass sie das Abitur ablegen und sich mit diesem Zeugnis bewerben können", ermuntert Klaus Liebtrau. 

Abiturprüfung auch am BSZ

Schon am Montag startete auch im Beruflichen Schulzentrum Großenhain für die Abschlussklassen die Prüfungsvorbereitung. "Den genauen Ablauf können die Schüler dem digitalen schwarzen Brett mit dem Vertretungsplan entnehmen", so Schulleiterin Schurz. Auch in der Heinestraße und in der Poststraße werden aktuell die geforderten hygienischen Maßnahmen umgesetzt. "Dazu gehört die Empfehlung zum Tragen einer Mundschutzmaske", heißt es auf der Internetseite der Schule.

Nicht nur das Abitur fürs Berufliche Gymnasium steht am BSZ bevor. Auch die Fachoberschule, die Fachschule und Berufsfachschule müssen Prüfungen abnehmen und die Absolventen so gut es geht in den relevanten Fächern darauf vorbereiten.  Die berufsvorbereitenden Bildungsgänge wie BVJ oder BGJ stehen dabei in der zweiten Reihe. Sie haben noch nicht wieder Unterricht. Auch die Anleitungen zu den praktischen Prüfungen entfallen. 

Für die Oberschule Ebersbach hat Schulleiterin Birgit Büchner die Masken für ihre 55 Absolventen selbst am Freitag im Bildungs-Landesamt abgeholt. "Wir haben noch 20 Tage für die Prüfungsvorbereitung", so die Schulleiterin am Montag. Sie hofft, dass ab dem heutigen Mittwoch alle Prüflinge dazu wieder in der Schule erscheinen. Allerdings weiß Büchner, dass nicht alle Familien bei Lernsax angemeldet sind und eventuell noch postalische Schreiben nötig werden könnten. 

Doch um die Abschlussprüfungen macht sich die Schulleiterin kaum Sorgen. Die Vorbereitung für den 25. Mai, wenn es mit Englisch losgeht, laufe gut. Besorgt ist Birgit Büchner eher um die jüngeren Schüler. Sollten sie zeitgleich mit den Prüfungsjahrgängen ab 4. Mai wieder unterrichtet werden, komme die Schule mit den geforderten Abstandsgeboten nicht mehr hin. Da nur acht Schüler pro Raum in der Prüfung sitzen dürfen, sei normaler Unterricht nicht zu gewährleisten.  

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Die gleichen Fragen beschäftigen Schulleiterin Ines Scholz in der Oberschule Schönfeld. Auch hier weiß man noch nicht, wie Prüfungen und Unterricht räumlich und personell zeitgleich abgesichert werden sollen. 47 Schulabgänger wollen in Schönfeld ihren Schulabschluss machen. "Den neuen Stundenplan haben wir bei Lernsax reingestellt", so Ines Scholz. Auch die Gemeinde hatte zusätzlich für Mundschutz und Desinfektionsmittel gesorgt. "Wir planen von Woche zu Woche, von einer Allgemeinverfügung zur nächsten", informiert die Schulleiterin und hofft, dass jetzt keiner krank wird - weder Schüler noch Lehrer. Am 30. April soll es neue Anweisungen geben. Und die Abschlussfeiern? Werden vielleicht ausfallen, sagt Ines Scholz traurig.  

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