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Schulfest in Brockwitz

Feier. Auf den Dörfern ist dieses Jahr mächtig was los. Vor den Sörnewitzern im Herbst legen erstmal die Nachbarn richtig los.

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Von Torsten Oelsner

Die runden Jubiläen häufen sich in diesem Jahr in Coswig. Während die Sörnewitzer wegen der vielen Baustellen im Ort sorgenvoll auf ihre große 800-Jahr-Feier im Herbst zusteuern, legen die Brockwitzer schon nächste Woche los. Ihr Schulhaus wird 100 Jahre alt. Das ist der Grund für eine große Feier rund um die Bildungsstätte.

Mit dem Fest verbunden ist auch ein Rückblick auf über 100 Jahre Schulgeschichte. Denn unterrichtet wurde in Brockwitz schon seit dem Beginn des vorvorigen Jahrhunderts. Direktorin Veronika Müller präsentiert dazu stolz ein Klassenbuch aus dem Jahre 1836, das im Archiv der Schule sorgsam gehütet wird. Die Brockwitzer Schule selbst entstand unter Kaiser Wilhelm, in einer Zeit, als es in Deutschland wirtschaftlich und sozial aufwärts ging und sich so kleine selbstständige Dörfchen wie Brockwitz eine eigene Schule leisten konnten. Durch den vom selben Kaiser maßgeblich vom Zaun gebrochenen Krieg geriet die Zeit allerdings nachträglich in Verruf. Heute sind die Verantwortlichen nicht nur froh über die sanierten Fassaden und gemalerten Klassenräume, sondern vor allem darüber, dass es die Schule noch gibt. Bei der Schulnetzdiskussion im Jahre 2001 ging der Kelch an den Brockwitzern vorüber.

Besonders für die ehemaligen Lehrer und Schüler bleibt damit ein nostalgischer Gang durch ihre alten Hallen. Nostalgie war es auch, die Otto Rötzsch zu Leim und Pappe greifen ließ. Seit drei Jahren arbeitet der 77-Jährige an einem Modell der Schule aus Pappe und Sperrholz. Das soll im Festumzug am Sonnabend, dem 4. Juni, durchs Dorf gefahren werden.