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Schulhort funktioniert personell gerade so

Neustart im Corona-Modus: Sächsische.de begleitet in den ersten Tagen die Grundschule in Waldheim. Zum Schluss: Hortleiterin Janet Greif.

Janet Greif, Chefin der Kita „Schulbergstrolche“, steht im Eingangsbereich der Waldheimer Grundschule an der Planungstafel für das Außengelände. Dort können die Eltern sehen, wo sich ihre Kinder gerade aufhalten.
Janet Greif, Chefin der Kita „Schulbergstrolche“, steht im Eingangsbereich der Waldheimer Grundschule an der Planungstafel für das Außengelände. Dort können die Eltern sehen, wo sich ihre Kinder gerade aufhalten. © Lars Halbauer

Waldheim. Knapp 300 Mädchen und Jungen besuchen die Kindertagesstätte „Schulbergstrolche“ an der Waldheimer Grundschule. Die meisten von ihnen sind Hortkinder. Nach vielen Wochen der Notbetreuung haben seit dem 18. Mai wieder alle Schüler Unterricht. Die damit verbundenen Auflagen zur Vermeidung von Infektionen mit dem Coronavirus stellt auch Kita-Leiterin Janet Greif und ihr Team vor nie dagewesene Herausforderungen.

„Es war eine spannende Woche vor dem Neustart“, sagt Janet Greif, die seit einem Jahr Chefin der Kita ist. Alles so zu planen, damit die Vorgaben in Sachen Infektionsschutz umgesetzt werden können, sei nicht einfach gewesen. „Aber wir haben es hinbekommen.“ Allerdings hätte sich die Kita-Leiterin dafür mehr Zeit gewünscht. „Die Regelungen sind meiner Meinung nach zu schnell auf die Einrichtungen heruntergebrochen worden.“

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Innerhalb einer Woche musste alles organisiert werden. Zusätzlich erschwert wurde dies wegen der derzeit laufenden Bauarbeiten im Südflügel des Schulhauses. Deshalb stehen nur zwei Drittel der Zimmer zur Verfügung (wir berichteten). Deshalb ist Janet Greif erleichtert, dass seit dem Neustart nun doch alles relativ entspannt abläuft.

Die Eltern müssen allerdings mit einigen Einschränkungen zurechtkommen. „Es gibt derzeit keinen Frühdienst, der sonst ab 6 Uhr angeboten wird. Der Kindergarten, den noch 23 Mädchen und Jungen besuchen, öffnet um 7 Uhr und der Hort um 11.15 Uhr“, erklärt die Kita-Leiterin. 

Riesige Herausforderung

Die Kindergartenkinder nutzen als Eingang eine Nottür, damit sie beim Bringen nicht auf die Schulkinder am Haupteingang treffen. Auch während des eingeschränkten Regelbetriebes bei den „Schulbergstrolchen“ gilt wie in allen Kindereinrichtungen: Die Klassen und Gruppen dürfen nicht durchmischt und müssen jeweils von einer festen Erzieherin betreut werden.

Personell würde das derzeit geradeso funktionieren. „Bei Ausfällen, etwa wegen Krankheit oder Urlaub, bleibt uns da aber nur ganz wenig Spielraum“, so Janet Greif. „Für dieses Problem hätte ich schon gerne Unterstützung beziehungsweise eine Handlungsanweisung, wie die Regelungen dann umgesetzt werden sollen“, sagt sie.

Eine riesige Herausforderung war für das Team die Planung der Mittagsversorgung, die in der Waldheimer Grundschule über die Kita läuft. Begegnen dürfen sich die einzelnen Gruppen nämlich auch dabei nicht. „Und wir haben ja normalerweise nur einen Speiseraum“, so die Kita-Chefin. Weil es in der Schule keinen Aufzug gibt, kamen die Klassenzimmer als vorübergehende Lösung nicht infrage.

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Gemeinsam mit der Stadtverwaltung wurde daher der Kantinenbereich der benachbarten Stadtsporthalle kurzfristig zum Speiseraum umfunktioniert und der bereits vorhandene durch eine provisorische Zwischenwand getrennt. „Trotzdem zieht sich die Mittagspause für die letzten Gruppen bis 14 Uhr hin“, so Janet Greif. Das sei natürlich nicht optimal.

Eine sehr gute Lösung sei mit der Gestaltung der Außenanlagen gefunden worden. Neben den zwölf Bereichen für die zwölf Grundschulklassen gibt es noch einen 13. Platz, die sogenannte Ruhezone. „Es ist gut, dass wir so ein schönes und großes Außengelände haben und uns die Förderschule ihren Pausenhof mit zur Verfügung stellt“, so Janet Greif. Damit den Kindern nicht langweilig wird, wenn sie immer wieder auf den gleichen Platz gehen müssen, ist ein wöchentlicher Wechsel geplant.

Außerdem lassen sich die Erzieher einiges einfallen. Um das Spielen im Freien abwechslungsreich zu gestalten, nehmen sie zum Beispiel Spielgeräte mit nach draußen. Jeder Außenbereich hat einen eigenen Zugang, über den die Eltern ihre Kinder abholen können. Wo sich ihr Kind gerade befindet, ist an einer Tafel im Eingangsbereich der Grundschule zu sehen.

Alle Kindergartenkinder ziehen um

Im August werden alle 23 Kindergartenkinder die „Schulbergstrolche“ verlassen und in der neuen Kindereinrichtung an der Breuningstraße betreut. Einige Mädchen und Jungen sind schon Anfang April umgezogen, als die neue Kita eröffnet worden ist. Wegen der Corona-Pandemie lief der Umzug ganz anders als geplant. „Weil in dieser Zeit die Kindereinrichtungen nur für die Notbetreuung geöffnet werden durften, konnten wir die Mädchen und Jungen gar nicht richtig verabschieden“, bedauert Janet Greif.

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Auch sollten die Erzieher die Kinder eigentlich die erste Zeit begleiten. Auch das war wegen Corona nicht möglich. Sowohl für die Kinder als auch für die Mitarbeiter sei die derzeitige Situation nicht einfach. „Ich bin froh darüber, dass alle Kollegen so gut mitziehen. Ohne sie wäre das alles nicht zu stemmen“, so Janet Greif.

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