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Schulleiter: Rückstände durch Corona überschaubar

Trotzdem gibt es auch in der Region Unterricht in den Ferien. Wie der organisiert wird, ist ganz verschieden.

Nur ein Teil der Schulen aus dem Altkreis Döbeln wird in der ersten sowie fünften Ferienwoche eine Sommerschule anbieten. Die Teilnahme an den Bildungsangeboten ist freiwillig.
Nur ein Teil der Schulen aus dem Altkreis Döbeln wird in der ersten sowie fünften Ferienwoche eine Sommerschule anbieten. Die Teilnahme an den Bildungsangeboten ist freiwillig. © Marijan Murat/dpa (Symbolfoto)

Region Döbeln. Geschlossene Schulen, Homeschooling, kaum Präsenzunterricht – das zweite Schulhalbjahr, das am Freitag endet, hatte es in sich. Normales Unterrichten nach Lehrplan? Kaum möglich in den vergangenen Monaten. Doch was hat das mit den Schülern gemacht? Wie groß ist der Rückstand, der entstanden ist? Und kann er je wieder aufgeholt werden?

Schulleiter: Die Rückstände durch Corona sind überschaubar.

Die Schulleiter in der Region sind sich zumindest in einer Sache weitestgehend einig: Ja, es gibt Rückstände. Es gibt Baustellen und es gibt Defizite. Aber: Alles sei im Rahmen, alles sei noch zu bewältigen. 

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„Wir werden vielleicht die erste Hälfte des kommenden Schuljahres oder auch das ganze Jahr benötigen, um alles Stück für Stück aufzuarbeiten“, sagt Michael Höhme, der Schulleiter des Döbelner Lessing-Gymnasiums. Aber es sei eine lösbare Aufgabe. 

Amtskollegin Heike Geißler, die das Martin-Luther-Gymnasium in Hartha leitet, spricht für ihren Geschichtsunterricht von einem Verlust von sechs Wochen. „Das ist aus meiner Sicht wieder aufzuholen.“ 

Ähnlich sehen es auch die Leiter der Oberschulen der Region. „Durch die halben Klassen haben wir manches intensiver behandelt“, meint Katrin Wagner von der Döbelner Oberschule. Zudem gebe es auch vor den Ferien bis Mittwoch Unterricht. Durch die ausgefallenen Klassenfahrten sowie Exkursionen sei zudem Zeit gewonnen worden.

Natürlich gebe es einige Schüler, die mehr gefördert werden müssten, meint Kristin Dorias-Thomas von der Leisniger Oberschule. Auf diese müsse mit pädagogischem Geschick gezielt zugegangen werden. Und gerade für diese werde es auch in den Sommerferien Angebote geben.

Sommerschule für Leisniger Oberschule im Homeschooling

Die Leisniger Oberschule setzt dabei komplett auf LernSax und damit auf Homeschooling. In der ersten Woche werden die Lehrer einige Aufgaben in die Lernplattform stellen. Die Schüler haben dann bis zur fünften Ferienwoche Zeit, diese zu bearbeiten. Dann erfolgt die Kontrolle durch die Lehrer, ebenfalls über LernSax. Eine Präsenz in der Schule ist damit während der beiden Wochen nicht erforderlich. „Wir können richtig gut mit dem System umgehen, und in Hinblick auf die Hygienebestimmungen erscheint mir das der sinnvollste Weg“, meint Kristin Dorias-Thomas. 

Mit dem rein digitalen Weg ist die Oberschule aber die einzige. In den meisten anderen weiterführenden Schulen gibt es entweder Angebote in der Schule oder gar keine Sommerschule.

Gymnasium Döbeln unterrichtet in beiden Wochen an der Schule.

Insgesamt 28 Angebote sind den Schülern des Döbelner Lessing-Gymnasiums unterbreitet worden, sagt Schulleiter Michael Höhme. Für 14 davon haben sich rund 120 Schüler angemeldet. Die meisten Angebote finden in der ersten, einige wenige in der fünften Ferienwoche statt. „Als Schwerpunkt hat sich dabei Mathematik herauskristallisiert“, sagt Höhme. Angebote gibt es aber auch in Biologie und Englisch sowie für die angehenden Abiturienten Angebote zur Abiturvorbereitung. 

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Zwischen 8.30 und 12 Uhr sollten die Schüler dann auch vor Ort sein. Ob sie mit dem Bus in die Schule kommen, ist allerdings fraglich. Denn der verkehrt während der Ferien nach einem anderen, reduzierten Fahrplan. „Hier sind die Eltern angehalten, Alternativen zu finden“, sagt Höhme.

Oberschüler in Roßwein, Döbeln und Waldheim lernen vor Ort und im Netz

In der Oberschule in Waldheim wird das Angebot Sommerschule geteilt. In der ersten Ferienwoche gibt es nach Angaben von Schulleiter Jan Genscher von der dritten bis zur fünften Stunde Unterricht in den Differenzierungsfächern sowie den Naturwissenschaften. In der fünften Ferienwoche stellen die Lehrer Angebote bei LernSax ein. Knapp 65 Schüler haben sich bisher für die Sommerschule angemeldet, so Genscher. 

An der Roßweiner Oberschule wird es zumindest in der ersten Woche Angebote in der Schule geben, mit denen Stoffgebiete aus dem Schuljahr wiederholt und gefestigt werden. Fünf Stunden täglich sind dafür vorgesehen. „In der fünften Woche ist bei uns Grundreinigung“, so Schulleiter Thomas Winter. Daher werde es in dieser Woche keine Sommerschule geben. Noch bis Freitag hätten die Schüler die Möglichkeit, sich für die Angebote in der ersten Woche anzumelden. Wie bisher der Rücklauf sei, dazu sagte die Schule nichts. 

Auch die Oberschule in Döbeln Nord wird die erste Ferienwoche für die Sommerschule nutzen. Bisher hätten sich 20 Schüler dafür angemeldet, so Leiterin Katrin Wagner.

Bauarbeiten verhindern Sommerschule in den Harthaer Einrichtungen.

Gern hätte auch Heike Geißler am Gymnasium in Hartha eine Sommerschule angeboten. Auch hätten sich zahlreiche Kollegen dazu bereit erklärt. Doch aufgrund von Bauarbeiten in der Schule sei dies nicht möglich. „Es sind Kernbohrungen vorgesehen, die sehr laut sein werden“, sagt Geißler. Homeschooling sei keine Alternative, meint die Schulleiterin. In der Woche vor den Ferien sollen allerdings vor allem die Elftklässler noch einmal, insbesondere in den schriftlichen Prüfungsfächern, stärker beschult worden.

Bauarbeiten sind auch der Grund, weshalb an der Oberschule in Hartha in den Ferien kein Unterricht stattfindet. „Die Bauarbeiter sind froh, wenn sie mal von früh an durchziehen können“, meint Schulleiterin Dagmar Hardege. Voraussichtlich im Dezember sollen die Baumaßnahmen an der Schule abgeschlossen sein. Hardege ist optimistisch, dass im neuen Schuljahr der Rückstand aufgeholt werden kann. „Die Kollegen haben schon sehr gut gearbeitet, in den kleinen Gruppen konnte intensiver mit den Kindern gelernt werden“, meint die Schulleiterin.

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