merken
PLUS Döbeln

Schulleiterin nimmt Abschied

Kerstin Wilde hat sich auf eine Stelle in Lichtenau beworben. Dass sie noch vor Beginn des Schuljahres wechselt, ist auch für sie überraschend.

Kerstin Wilde hat am Montag ihre neue Stelle als Schulleiterin in Lichtenau angetreten. Sie war seit 2012 für die Oberschule Hartha verantwortlich.
Kerstin Wilde hat am Montag ihre neue Stelle als Schulleiterin in Lichtenau angetreten. Sie war seit 2012 für die Oberschule Hartha verantwortlich. © Dietmar Thomas

Hartha. Plötzlich geht es doch ganz schnell. Am Freitag hat Kerstin Wilde, die seit 2012 Schulleiterin an der Pestalozzi-Oberschule Hartha ist, erfahren, dass sie ihre neue Stelle jetzt schon antreten kann.

„Lange ziehen sich Verfahren im öffentlichen Dienst hin, wie ich erleben durfte. Doch irgendwann ist es dann doch so weit. Recht kurzfristig erfuhr ich am Freitag, dass ich ab 12. August an einer anderen Schule, für welche ich mich vor zwei Jahren beworben hatte, tätig sein werde“, schreibt Kerstin Wilde in einer E-Mail.

Anzeige
Ferientipps für Sachsen
Ferientipps für Sachsen

Da ist sie, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben die Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen und Umgebung.

Diese andere Schule ist die Oberschule in Lichtenau, dem Heimatort von Kerstin Wilde. „Dass der Wechsel nun doch noch vor dem Ende der Ferien vonstatten geht, hat mich dann doch überrascht“, gibt Wilde zu. In Hartha wird Kerstin Wildes Stellvertreterin Heike Brüssau vorerst kommissarisch die Schulleitung übernehmen.

Sie sehe diesem Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Der Hauptgrund für den Wechsel ist, dass ich noch einmal eine neue Herausforderung angehen will“, sagte die 56-Jährige. Sicher habe auch die Entfernung zur Arbeitsstelle – von Lichtenau bis Hartha sind es etwa 26 Kilometer – eine Rolle gespielt, aber keinesfalls die entscheidende. 

„Am liebsten würde ich die Menschen mitnehmen“, antwortet Kerstin Wilde auf die Frage, was sie denn am meisten vermissen wird. Das Herz und das Engagement der Kolleginnen und Kollegen, die sich für Schule und Schüler einsetzen und dabei nie auf die Uhr schauten, habe ihr immer imponiert. Auch an die gute Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Förderverein, der Stadt und der Bibliothek werde sie gern zurückdenken.

Seit 1985 ist die geborene Karl-Marx-Städterin Lehrerin für Deutsch, Russisch und Französisch. Ihre ersten Berufsjahre absolvierte sie in einer Schule auf dem Chemnitzer Sonnenberg und übernahm dort für sechs Jahre die Aufgaben der stellvertretenden Schulleiterin.

In dieser Zeit wurde sie zudem Mutter. „Dann wollte ich etwas anderes ausprobieren, mich weiterentwickeln“, erinnert sie sich. Das konnte sie fünf Jahre lang am Sächsischen Bildungsinstitut in Radebeul. Nebenberuflich habe sie zusätzlich eine Ausbildung als Trainer für Erwachsenenbildung und als Systemischer Business-Coach absolviert.

Seit 2012 hat Kerstin Wilde die Pestalozzi-Oberschule in Hartha geleitet. „Ich musste damals erst mal auf der Karte suchen, wo Hartha eigentlich liegt“, erinnert sie sich noch gut, als sie sich erfolgreich für die Stelle der Schulleiterin beworben hatte. Eine große Herausforderung wartete auf die Pädagogin, die sie mit Begeisterung und großem Engagement annahm. 

„Das Bestehen der Schule stand seit zehn Jahren auf der Kippe. Unsere Aufgabe war es, gemeinsam ein zukunftsfähiges Konzept für die Einrichtung zu entwickeln“, berichtet sie. Das habe schließlich gut geklappt. „Wir haben entschieden, dass wir uns über Inhalte und entsprechende Angebote definieren wollen. Das haben wir geschafft“, blickt sie zurück.

 Die Unterrichtseinheiten wurden vom 45-Minuten-Rhythmus auf 90-minütigen Blockunterricht umgestellt. In der Region einmalig sei, dass in der Harthaer Oberschule mit dem sogenannten „Wochenband“ eine Möglichkeit für alle Schüler geschaffen wurde, freie Lernzeit mit Ganztagsangeboten zu kombinieren.

Mehr zum Thema Döbeln