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Schulneubau in Bretnig rückt näher

Die Turnhalle muss noch warten. Und Sparbeschlüsse werden auch die Bürger treffen.

Von Reiner Hanke

Die Tage der alten Grundschule in Bretnig-Hauswalde auf der Adolf-Zschiedrich-Straße sind gezählt. Abriss und Neubau rücken näher. Die Fördermittel sind quasi schon abrufbereit. Einige Hürden hatte die Gemeinde jetzt noch zu nehmen, um den eigenen Anteil am Finanzpaket abzusichern und den Auflagen der Rechtsaufsichtsbehörde Genüge zu tun. Das erwies sich als schwierig. Im April wurde die entscheidende Ratssitzung deshalb vertagt. Jetzt brachten die Gemeinderäte den Etat für das laufende Jahr, den Schulbau und ein Paket mit Sparmaßnahmen auf den Weg: „Wir hoffen nun, dass die Rechtsaufsicht unseren Haushalt genehmigt“, so Bürgermeisterin Katrin Liebmann.

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Die Bretnig-Hauswalder wollten ursprünglich Schul- und Turnhallenbau in einem Ritt schultern. Aber die Rechtsaufsicht hatte Bedenken, dass die Gemeinde das stemmen kann. Immerhin sind 2,2 Millionen Euro an Eigenmitteln aufzubringen. Allein für die Schule will die Kommune dazu einen Kredit von 1,6 Millionen Euro aufnehmen. Ein Batzen Geld, der auch den Gemeinderäten zu schaffen macht. Nach den neuesten Plänen wird der Bau nun in zwei Abschnitte gesplittet. Außerdem beschloss der Rat ein Sparpaket. Dabei ist Bretnig-Hauswalde keine arme Gemeinde durch die Einnahmen aus dem Gewerbegebiet. Aber wegen der hohen Schuldenlast von 5 Mio. Euro in der Zwickmühle. So gilt die Kommune dennoch als reich und muss u. a. über das Finanzausgleichsgesetz einen großen Teil der Einnahmen abgeben. Eine Ungerechtigkeit sei das, ist aus dem Rat immer wieder zu vernehmen.

Umso mehr schmerzen die Einschnitte, die den Schulbau begleiten werden. Bei Umsetzung aller Sparmaßnahmen aus dem Beschluss wäre eine Einsparung von 214 000 Euro ab dem Jahr 2015 möglich, schätzt die Bürgermeisterin ein: „Schwerpunkte sind die Kostenreduzierung bei den kommunalen Einrichtungen.“ So ist die Schließung des Naturbades Buschmühle zwar aktuell vom Tisch. Der Zuschuss für die Bewirtschaftung des Freibades werde aber um 50 000 Euro reduziert. Es werde auch Einsparungen beim Gemeinde-Personal geben. Sozial verträglich, versichert die Bürgermeisterin. Die Bürger müssen sich auf höhere Nutzungsgebühren für kommunale Einrichtungen einstellen. Die Kommune will außerdem nicht mehr benötigte Immobilien verkaufen und bei Fremdleistungen, wie z. B. der Grünflächenpflege, 32 000 Euro sparen.

Sobald alle Genehmigungen auf dem Tisch liegen, einschließlich Landratsamt, kann die Organisation des Schulneubaus weitergehen. Der zeitliche Ablauf müsse jetzt geklärt werden, sagt die Bürgermeisterin. Daran hängt viel. Mit dem Abriss des Altbaus muss für die Kinder eine Ausweichschule parat stehen. Alles müsse gut mit Schulleitung und Eltern abgestimmt werden. Da 2014 schon fast zur Hälfte vorbei ist, rechnet die Gemeinde frühestens mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2015 mit dem Umzug ins Ausweichquartier. Mit Gesamtkosten von rund 3,8 Millionen Euro rechnet die Gemeinde bei der Schule für 100 Kinder: Mit allem Drum und Dran – mit Planung, Abriss, Möbeln und Technik. Für die Einfeldsporthalle kämen noch einmal 1,6 Millionen Euro hinzu. Der Turnhallenbau würde dann in etwa drei Jahren nachgezogen. Die Mehrheit der Räte ist sich einig, dass sowohl Schule als auch Turnhalle neu gebaut werden sollen. Denn für die Zukunft der Gemeinde sei der Schulstandort extrem wichtig. Das hielten die Räte in einem Grundsatzbeschluss fest.

Während es in Sachen Schulneubau quer durch die Fraktionen eine einhellige Meinung gibt, geht sie bei der Turnhalle etwas auseinander. Für die Freunde des Heimatfördervereines wäre auch eine Sanierung infrage gekommen, um Geld zu sparen. Bürgermeisterin Katrin Liebmann erklärt: Sanierung und Neubau der Sporthalle lägen gar nicht so weit auseinander in den Kosten. Eine sanierte Sporthalle bleibe aber trotzdem eine alte Sporthalle. „Natürlich haben wir alle Bedenken, wenn es um solche Summen geht. Aber der Schulstandort ist für uns immens wichtig in seiner Gesamtheit mit modernen Sportanlagen“, schätzt Katrin Liebmann ein. So habe die Mehrheit für den Neubau plädiert.