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Schulpraktikant hat Sex mit Schülerinnen

Ein 21-Jähriger muss sich wegen sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener verantworten. Doch waren diese das auch?

Ein 21-Jähriger muss sich am Amtsgericht Döbeln wegen sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener verantworten.
Ein 21-Jähriger muss sich am Amtsgericht Döbeln wegen sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener verantworten. © David-Wolfgang Ebener/dpa (Symbolbild)

Döbeln/Mittelsachsen. Der erste Prozesstag gegen einen 21-jährigen Dresdner am Amtsgericht Döbeln wegen sexuellem Übergriffes und sexueller Nötigung fand ein frühes Ende. Bereits nach Verlesung der Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft und der nachfolgenden Erklärung der Verteidigung zur Sachlage war Schluss. Ein geladener, wichtiger Zeuge war wegen Urlaubs verhindert.

Angeklagter legt Widerspruch ein

Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass der Angeklagte Ende 2018 beziehungsweise Anfang 2019 mit einer 15-Jährigen und einer 14-Jährigen Geschlechtsverkehr hatte und zudem einer weiteren 15-Jährigen ein Snapchat-Video geschickt zu haben, auf dem er sexuelle Handlungen an sich vornimmt. 

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Da der damals 19-Jährige zu diesem Zeitpunkt ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) als Praktikant an einer Oberschule in Lunzenau (Mittelsachsen)  absolvierte, sieht die Anklage ein Abhängigkeitsverhältnis zu den Mädchen damit den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen in zwei Fällen sowie die Verbreitung pornografischer Schriften an eine Person unter 18 Jahren in einem Fall. Der Angeklagte hat gegen die Sachverhalte im Strafbefehl Widerspruch eingelegt.

Ist Abhängigkeitsverhältnis vorhanden?

Die Verteidigerin des Angeklagten erklärte hierzu, dass sich der Angeklagte, der zum Tatzeitpunkt junger Heranwachsender war, zu den Beschuldigungen einlässt. Er hätte ab dem 1. Januar 2019 an seiner ehemaligen Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert und die Mädchen, die Freundinnen seiner Schwester oder von Freunden waren, gekannt.

 Zum ersten Vorfall äußerte die Anwältin, dass er sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht im FSJ befunden hätte. Der Geschlechtsverkehr sei jeweils einvernehmlich gewesen. Zudem stellte die Anwältin die Frage, ob es sich in diesem Fall überhaupt um ein Abhängigkeitsverhältnis handeln kann, und zitierte aus dem Urteil zu einem ähnlich gelagerten Fall.

 „Man kann moralisch davon halten, was man will. Aber ich gehe davon aus, dass der Straftatbestand nicht erfüllt ist“, so die Anwältin und erklärte zum zweiten Vorwurf: „Das Bild mag den Straftatbestand erfüllen, doch zwischen beiden gab es eine Liaison. Es sind Bilder hin und her geschickt worden. Sie schickt, er schickt – und er wird angeklagt, weil er 18 ist.“

Schulleiter wird als Zeuge geladen

Letztendlich stellten Verteidigung und Staatsanwaltschaft fest, dass bei der Fortsetzung de Prozesses der Leiter der Schule als Zeuge gehört werden muss. Einfach, um zu klären, ob es sich überhaupt um ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Angeklagten und den Mädchen gehandelt haben kann. Denen will Richterin Marion Zöllner dann übrigens die Aussage ersparen.

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