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Schulrebellen trotzen Gerüchten

Ans Aufgeben denken sie nicht: Die Seifhennersdorfer machen weiter – sogar mit neuen Plänen.

Von Stephan Paul

Lange würden sie nicht mehr durchhalten – so berichtete die Bild-Zeitung kürzlich über die Seifhennersdorfer Schulrebellen und streute damit ein Gerücht. „Das ist ziemlich dramatisiert worden“, stellt Andrea Urban auf SZ-Nachfrage richtig. Die gelernte Diplom-Ingenieurin für Gartenbau wurde in besagtem Artikel zitiert. Sie unterrichtet ehrenamtlich Biologie an der Mittelschule. „Es stimmt aber, dass die Situation für uns nach wie vor schwierig ist.“

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Statt ans Aufgeben zu denken, wie es in dem Artikel stand, haben die Lehrer der Mittelschule neue Pläne. Demnächst soll ein Tag der offenen Tür stattfinden. „Wir haben vor, einen Nachmittag zu veranstalten, bei dem sich Eltern mit ihren Kindern aus der Umgebung über unsere Schule und unser Angebot informieren können“, kündigt Frau Urban an. Wann das sein wird, ist aber noch offen. Probleme an der Mittelschule gebe es zwar, die sind allerdings nicht neu. „Durch die ganze Situation wird es natürlich nicht leichter. Beispielsweise Ersatz zu finden, falls einer unserer Kollegen krank ist“, erklärt die 37-Jährige. Viele Lehrer, die dafür infrage kommen würden, lehnten ab. Offenbar werden sie von verschiedenen Seiten unter Druck gesetzt, nicht an der vermeintlich illegalen Schule zu unterrichten.

Das Bundesverfassungsgericht prüft derzeit noch, ob das sächsische Schulgesetz mit dem Grundgesetz vereinbar ist oder nicht. An dieser grundsätzlichen Entscheidung hängt auch die Frage, ob die Oberschule Seifhennersdorf wirklich gegen den Willen der Stadt geschlossen werden darf. „Wir rechnen aber erst im Laufe des nächsten Jahres mit einer Entscheidung“, so Frau Urban. Sie ist zuversichtlich, dass bis dahin die Lehrer und die zwölf Schüler mit ihren Familien weiter durchhalten.