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Schulsanierung unter Zeitdruck

Die Förderschule auf Meißens Kalkbergareal wird in den Ferien weiter saniert. Die Handwerker haben dafür nicht viel Zeit.

Elektriker-Azubi Lisa Müller macht sich in der Kalkbergschule ein Bild von den elektrischen Leitungen. Im Zuge der Sanierung wird im gesamten Gebäude Stück für Stück alles erneuert.
Elektriker-Azubi Lisa Müller macht sich in der Kalkbergschule ein Bild von den elektrischen Leitungen. Im Zuge der Sanierung wird im gesamten Gebäude Stück für Stück alles erneuert. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. Die Bauarbeiter in der Meißner Lernförderschule auf dem Kalkbergareal müssen sich sputen. Für den dritten Bauabschnitt der Schulsanierung haben sie nur in den Sommerferien Zeit. Danach wollen die Schulkinder ihre Räume wieder in Beschlag nehmen. „Es gibt keinen Plan B. In drei Wochen muss ein Großteil der Arbeiten abgeschlossen sein“, sagte Bauleiter Jürgen Voigt am Donnerstag bei einem Baustellenrundgang mit Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos).

Im staubigen Keller, wo sonst die Speiseräume sind, kann man das bisher kaum glauben. Schließlich hängen noch Kabel aus der Wand und die unverputzten Ziegel sind zu sehen. Dennoch sagt Jürgen Voigt: „Wir liegen im Zeitplan. Ein Gewerk greift ins andere.“ Dies sei auch dringend nötig, weil schnell eine Kettenreaktion entstehen könne. „Wenn einer nicht mitspielt, stehen fünf andere auf dem Schlauch“, beschreibt der Bauleiter das Szenario.

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Allerdings gibt es noch einen weiteren Grund für die Eile. Obwohl sich die Eltern der Schüler freuen, dass die Plattenbau-Schule saniert wird, möchten sie um jeden Preis verhindern, dass ihre Kinder durch Baulärm belästigt werden. Im vergangenen Jahr hatte dies nicht optimal geklappt. Eltern hatten sich deshalb an die SZ gewandt und in einem Brief kritisiert, dass der Lärm der Baumaschinen durch das gesamte Gebäude dringe und eine normale Verständigung, geschweige denn Konzentration oft unmöglich sei. Zudem sei aufgrund der Arbeiten der Fachunterricht über Wochen ausgefallen.


Von außen ist deutlich zu sehen, dass die Schule für Lernförderung auf der Max-Dietel-Straße momentan eine Baustelle ist.
Von außen ist deutlich zu sehen, dass die Schule für Lernförderung auf der Max-Dietel-Straße momentan eine Baustelle ist. ©  Claudia Hübschmann

Dass es in Meißen nicht ganz leicht ist, eine Schule zu sanieren, räumt auch Oberbürgermeister Olaf Raschke ein. „Städte wie Dresden haben da ganz andere Möglichkeiten. Die können eine Schule für die Sanierung auch mal komplett auslagern. Bei uns ist das schwieriger, da auch die bestehenden Schulen am Limit sind“, so Raschke. Hauptschwerpunkt des aktuellen Bauabschnitts ist der Einbau von Brandschutztüren und Wänden sowie Akustikdecken, die den Schall dämmen. Außerdem werden die Elektrik und die Heizung sowie die Toiletten erneuert.

Nach Angaben der Stadt kostet der dritte Bauabschnitt 830 000 Euro. Insgesamt hat die Stadt bereits 3,5 Millionen Euro in das Projekt investiert. In vorherigen Bauabschnitten wurden unter anderem die Dachdämmung erneuert, die Fassade saniert und neue Fenster in den Fluren eingebaut. Hinzu kam eine Sonnenschutzanlage auf der Südseite und ein neuer Aufzugsschacht am Westgiebel .

Neben städtischen Mitteln stehen für das Bauprojekt Fördergelder aus dem sächsischen Investitionskraftstärkungsgesetz sowie dem Investitionspakt Soziale Integration im Quartier zur Verfügung. Obwohl das für Meißen eine elementare Unterstützung ist, um das Vorhaben umzusetzen, macht es das für die beteiligten Baufirmen nicht immer leicht.

Jede Menge Handwerker aus der Region sorgen dafür, dass die Schüler in wenigen Wochen optimale Bedingungen haben.
Jede Menge Handwerker aus der Region sorgen dafür, dass die Schüler in wenigen Wochen optimale Bedingungen haben. ©  Claudia Hübschmann

„Die Handwerker müssen teilweise bei fünf verschiedenen Stellen ihre Rechnung stellen“, sagt Jürgen Voigt. Da erweist es sich als Vorteil, dass es sich ähnlich wie beim Bauleiter auch bei den Firmen überwiegend um alte Bekannte handelt, die schon an anderen Schulsanierungen beteiligt waren. Ganz gleich, ob Maurer, Elektriker oder Sanitär- und Heizungstechniker – alle kommen sie aus der Region.

Noch bis 2022 dauern die Arbeiten im Umfeld des Schulgebäudes. 2021/2022 sollen laut Stadt in einem letzten Bauabschnitt die Sporthalle ersetzt sowie die restlichen Freianlagen hergerichtet werden. Für die 266 Schüler bedeutet dies, dass sie noch eine Zeit lang mit Beeinträchtigungen rechnen müssen. In Kürze kehren die meisten von ihnen in ihr Schulgebäude zurück. Nur ein Teil wird bis zu den Herbstferien in den Containerbauten am Gymnasium Franziskaneum unterrichtet.

Neben reinen Unterrichtsräumen umfasst das 4000 Quadratmeter große Gebäude auch Funktionsräume wie zwei Lehrküchen, Werk- und Nadelarbeitsräume und eine Fahrradwerkstatt. Weil den Schülern der Lernförderschule das Lernen schwerfällt, gibt es pro Klasse nur 16 Schüler. Sie besuchen die Einrichtung von der ersten bis zur sechsten Klasse.

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