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Schulstart in Dresden - so lief der erste Tag

Das neue Schuljahr hat begonnen. Welche Regeln gelten, was anders ist als vor den Sommerferien, und wo es - ganz unabhängig von Corona - Probleme gibt.

Dresdens Schüler kehrten an diesem Montag auf die Schulbänke zurück. Wie klappte der Start ins neue Schuljahr?
Dresdens Schüler kehrten an diesem Montag auf die Schulbänke zurück. Wie klappte der Start ins neue Schuljahr? © Symbolfoto: dpa

Dresden. Pünktlich um 7.45 Uhr begann das bunte Durcheinander vor der 103. Grundschule in Dresden. Denn anders als vor den Sommerferien startete der erste Schultag für alle Grundschüler wieder um 8 Uhr. Im eingeschränkten Regelbetrieb von Mai bis zu den Ferien gab es einen gestaffelten Unterrichtsbeginn. An diesem Montag beginnt für die Kinder und Lehrer das neue Schuljahr also "normal". Dennoch gelten nach wie vor Corona-Regeln. An einer Schule ging es am Montagmorgen chaotisch zu - mit der Pandemie hatte das aber nichts zu tun. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Schulstart in Dresden:

Werden alle Fächer unterrichtet?

Wie schon vor den Ferien wird die Organisation an den Schulen überall etwas anders gehandhabt. An der 103. Grundschule  werden in den ersten zwei Schulwochen alle Stunden vom Klassenlehrer unterrichtet, also meist Deutsch, Mathe und Sachkunde. Ab Woche drei gilt der normale Unterricht, auch mit Sport, Kunst und Musik. 

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An der 95. Grundschule in Laubegast wird der Stundenplan mit allen Fächern in der ersten Schulwoche ausgegeben, ab 7. September gilt dieser dann.

Gibt es eine Maskenpflicht?

Das regeln Schulen in Sachsen individuell, auch in Dresden gehen die Schulleiter damit unterschiedlich um. An der 103. Grundschule gibt es keine Maskenpflicht für Schüler auf dem Schulgelände und im Schulgebäude, die Masken müssen jedoch mitgeführt werden und dürfen auch auf freiwilliger Basis benutzt werden. Das gilt auch an der 95. Grundschule. 

An der 32. Oberschule auf dem Schulcampus Tolkewitz müssen die Kinder einen Mund-Nasen-Schutz auf den Fluren tragen, "bei Bedarf auch im Klassenzimmer", so Leiterin Jana Lüders. Dieses Modell setzen vor allem weiterführende Schulen um, also jene mit größeren Kindern, etwa das Bertolt-Brecht-Gymnasium und das Gymnasium Bürgerwiese.

Was ist jetzt anders geregelt als vor den Sommerferien?

Allgemein gilt: Die tägliche Gesundheitsbestätigung müssen Eltern nicht mehr unterschreiben. Kinder, die mit ihren Eltern in einem Risikogebiet waren oder Kontakt mit einer infizierten Person hatten, dürfen die Schule nur mit Bescheinigung eines negativen Corona-Tests betreten. 

Vorgeschrieben sind auch Händewaschen und Händedesinfektion sofort nach Betreten der Schulgebäude, regelmäßiges Lüften der Klassenzimmer. Wer Covid-19-Symptome wie Husten, Halsschmerzen oder Fieber hat, darf die Schule nicht betreten. Für alle Personen, die nicht zur Schule gehören, gilt die Maskenpflicht und sie müssen ihre Kontaktdaten im Sekretariat hinterlassen. An vielen Grundschulen gilt aber nach wie vor: Eltern müssen ohnehin draußen bleiben. 

Ansonsten halten Schulleiter an vielen Regelungen fest. "Die bereits eingeübten Hygienemaßnahmen werden auch weiterhin praktiziert", teilt Kerstin Rakowski den Eltern der 95. Grundschule mit. An ihrer Schule in Laubegast werden nun auch die Garderoben wieder genutzt, die Kinder tragen im Gebäude wieder Hausschuhe. 

Einiges hat sich offensichtlich nicht bewährt: So verzichtet Jens Reichel am Gymnasium Bürgerwiese nun auf die Einbahnstraßenregelung im Schulhaus, die verhindern soll, dass sich Schüler frontal begegnen. An Engstellen weisen Schilder auf das richtige Verhalten hin. An der 32. Oberschule versucht es Leiterin Jana Lüders zunächst mit einem "strikten Rechtsgehgebot". 

Auch auf abgetrennte Bereiche auf dem Schulhof verzichten nun viele Dresdner Schulen, allerdings nicht alle. An der 15. Grundschule in der Dresdner Neustadt etwa sollen sich die Klassen auf dem Schulhof nicht vermischen. Das soll mit Blick auf Reiserückkehrer, also Familien, die im Urlaub waren, zunächst in den ersten beiden Schulwochen umgesetzt werden.

Was sagen die Bildungspolitiker zu den Regeln?

Martin Raschke, Vorsitzender des Dresdner Elternrates, ist optimistisch, dass der Regelbetrieb mit entsprechenden Hygienemaßnahmen zu realisieren ist. "Es ist aber dringend nötig, einen Plan B zu haben, falls die Schulen aufgrund von neuen Fällen schließen müssen." Besonders das Thema der technischen Ausstattung der Schüler mit Laptops und Tablets müsse geklärt werden.

Linken-Bildungspolitikerin Anne Holowenko hält eine Maskenpflicht im Schulhaus,  insbesondere in Grundschulen, für nicht vermittelbar. Man könne es niemandem erklären, dass sich die Kinder vormittags in denselben Räumen mehr schützen müssten, als nachmittags im Hort. "Ich spreche mich für schnelle Testmöglichkeiten für Schüler sowie Kita- und Hortkinder mit einschlägigen Symptomen aus." Sie alle bräuchten schnell Gewissheit darüber, ob sie ihre Einrichtung auch bei einem leichten Infekt besuchen können. "Es ist im letzten Schuljahr zu viel Stoff versäumt worden und wir können es uns nicht leisten, präventiv ganze Schulen von zu Hause aus lernen zu lassen", so Holowenko. 

Matthias Dietze, Bildungspolitiker der CDU und selbst Lehrer, sagt: "Eine generelle Maskenpflicht lehne ich als Lehrer ab. Wenn die Schüler mehr mit dem Sitz ihrer Maske beschäftigt sind, als mit dem Unterrichtsstoff, und die nonverbale Kommunikation um die Mimik beraubt wird, lässt sich schwer unterrichten." Wichtig sei vor allem das Klassenraumprinzip, welches nicht nur aus pädagogischer Sicht sinnvoll sei, sondern das Einhalten der Hygienebestimmung erleichtere. 

Wo gab es zum Schulstart Probleme?

Einen chaotischen Start ins neue Schuljahr erlebte die Dresdner Mutter Tanja Kirsten, deren Sohn die zweite Klasse an der 35. Grundschule in Löbtau besucht. Allerdings hat das mit Corona wenig zu tun. Vielmehr gibt es dort das Problem, dass die Zweit- bis Viertklässler nun jeden Tag nach Tolkewitz fahren müssen. Der Grund: Im alten Schulgebäude hatte sich Putz von der Decke gelöst, schon vor den Ferien waren Teile des Hauses gesperrt. Nun stellte sich heraus, dass der Schaden größer ist als angenommen, es muss aufwendig saniert werden. 

Erst Mitte August hätten die Eltern erfahren, dass ihre Kinder im neuen Schuljahr täglich an eine Schule nach Tolkewitz gebracht werden, um dort zu lernen. "Das ist natürlich eine spontane Entscheidung und sicherlich auch nötig", sagt Tanja Kirsten. Dennoch hätte sie sich für ihren Siebenjährigen eine andere Lösung gewünscht. Am Morgen sei es am Sammelpunkt vor der 35. Grundschule sehr hektisch zugegangen, kein vertrauter Lehrer sei da gewesen, die Schüler müssten eine ganz normale Haltestelle an der Kesselsdorfer Straße nutzen, um in das Busshuttle nach Tolkewitz zu steigen. 

Dazu komme, dass ihr Sohn wegen der langen Fahrt durch die Stadt nun jeden Morgen eine Stunde eher aufstehen und auch sie ihre Arbeitszeiten deshalb ändern müsse. Und das für mindestens ein Jahr, wie ihr mitgeteilt worden sei. "Ich habe Verständnis, dass die Bauarbeiten gemacht werden müssen", sagt Tanja Kirsten. "Aber wir wurden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt." Sie hätte gern gemeinsam mit der Stadt überlegt, wo die Kinder unterkommen. "Ich bin sicher, es hätte eine bessere Lösung gegeben." Nun hofft sie auf einen Termin am Donnerstag, bei dem das Schulverwaltungsamt mit den Eltern spricht. 

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