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Eine Million Euro für Wilthens Schulen

Neue Fachkabinette, frische Fassaden, eine moderne Lehrküche – die Stadt investiert kräftig in ihren Bildungsstandort. Denn der wird immer beliebter.

Noch stehen Wilthens Bürgermeister Michael Herfort (l.) und Bauamtsleiter Heiko Knoppik in der Goethe-Oberschuele auf einer Baustelle. Bereits nach den Sommerferien sollen Schüler in der neuen Lehrküche lernen.
Noch stehen Wilthens Bürgermeister Michael Herfort (l.) und Bauamtsleiter Heiko Knoppik in der Goethe-Oberschuele auf einer Baustelle. Bereits nach den Sommerferien sollen Schüler in der neuen Lehrküche lernen. © SZ/Uwe Soeder

Wilthen. Die Wände strahlen in frisch gefliestem Weiß. Edelstahlhauben baumeln von der Decke, die Abluftanlage verschwindet demnächst hinter Trockenbau. Mit Schuljahresbeginn – so das Ziel – soll in der neuen Lehrküche in der Goethe-Oberschule in Wilthen gekocht werden.

Der Bauplan an der Wand zeigt, wie es dann hier aussehen soll. Drei Kochinseln bilden das Herzstück des 60 Quadratmeter großen Raums. Daneben bleibt Platz für einen Arbeitsbereich mit Tischen und Stühlen. Gelehrt wird per Beamer und Laptop. 

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Für 120.000 Euro lässt die Stadt als Schulträger die abgelebte Lehrküche aus den 1990-er Jahren erneuern. Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan. Die Corona-Krise spielte dem Bauherren in die Hände: "Wir konnten die schülerfreie Zeit nutzen, um Krach und Dreck zu machen", sagt Wilthens Bauamtsleiter Heiko Knoppik.

Aus den Fenstern fällt der Blick auf den Schulhof. Begrenzt wird er von einem flachen Zaun und frischem Kirschlorbeer - beides ebenfalls Neuerungen im Erscheinungsbild der Oberschule. 7.500 Euro hat die Maßnahme gekostet, die die Schüler besser vorm Verkehr auf der vielbefahrenen Schulstraße schützen soll. "Das war kein riesen Geld, hat aber einen großen Effekt", beurteilt Wilthens Bürgermeister Michael Herfort (CDU) die Maßnahme.

Auf dem Sammelplatz des Gymnasiums im Wilthener Schulzentrum entsteht ein Containerbau. Damit wird die Oberschule erweitert, damit die Stadt flexibel und schnell auf die Entwicklung der Schülerzahlen reagieren kann.
Auf dem Sammelplatz des Gymnasiums im Wilthener Schulzentrum entsteht ein Containerbau. Damit wird die Oberschule erweitert, damit die Stadt flexibel und schnell auf die Entwicklung der Schülerzahlen reagieren kann. © SZ/Uwe Soeder

Kostenintensiver wird die Erweiterung der Raumkapazitäten an der Oberschule. Vier neue Fachkabinette samt Vorbereitungs- und Sanitärräumen sollen entstehen – bis zum Beginn des kommenden Schuljahres. Dann treten 80 Fünftklässer ihren ersten Schultag in der Oberschule an. 400 Schüler werden insgesamt dann dort lernen. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat sich die Schülerzahl nahezu verdoppelt. In der Schule wird es eng.

"Also haben wir überlegt, was wir machen können", sagt Michael Herfort und zählt auf: "Anbau am Haupthaus, Raumnutzung in anderen Schulen ...". Letztlich, sagt er, sei das alles illusorisch gewesen: "Ein Anbau hätte zu lange gedauert; die Schulen brauchen ihre Räume selbst. Der einzige Weg, die Oberschule schnell zu erweitern, war die Container-Lösung." Die soll im Juli auf dem Sammelplatz des Immanuel-Kant-Gymnasiums hinter der Oberschule entstehen. "Das wird überhaupt nicht schlecht oder hässlich, sondern richtig schick", verspricht der Bürgermeister.

Für zunächst zwei Jahre sollen dort Physik, Biologie, Musik und Kunst unterrichtet werden. So bietet das Haupthaus Platz für neue Klassenzimmer. Etwa 250.000 Euro wird der Containerbau die Stadt an Miete kosten. Hinzu kommen 50.000 Euro für die Ausstattung.

Mehr Sicherheit im Gymnasium

Zusammen mit einer Summe von etwa 100.000 Euro, die in den Brandschutz des Hauptgebäudes fließt, steckt Wilthen damit in diesem Jahr etwa eine halbe Million Euro in die Oberschule, größtenteils Eigenmittel. "Wir haben bewusst keine Aufträge zurückstellen wollen. So geben wir Geld zurück in den Wirtschaftskreislauf", sagt Herfort mit Blick auf die unsichere kommunale Finanzlage, die sich durch die Corona-Krise ergibt.

Auch das Immanuel-Kant-Gymnasium profitiert von der investitionsfreudigen Stimmung im Rathaus: Bereits im Werden ist die Erneuerung des Brandschutzes des 1988 erbauten Schulgebäudes. Ein Gesamtvolumen von 500.000 Euro veranschlagte die Stadtverwaltung dafür im vorigen Jahr. 60 Prozent der Summe kamen als Fördermittel vom Freistaat.

"Die Hälfte des Geldes ist weg", sagt Herfort. Die andere Hälfe wird bis zum Ende der Sommerferien für Brandschutztüren und Trennwände auf den Fluren ausgegeben. Mit rund 50.000 Euro nicht mehr in dieses Budget gepasst hat die Erneuerung der teils defekten Jalousien. Die Stadt zahlte den Sonnenschutz notgedrungen selbst. 

Dach wird repariert statt nur geflickt

Genau wie den größten Teil der Summe, die demnächst in die Erneuerung von Dach und Fassade des Anbaus fließen wird. Nach einem Sturmschaden trat dort Wasser ins Gebäudeinnere. Die Versicherung zahlte 26.500 Euro für die Dachreparatur. "Das allein war aber noch nicht zielführend", sagt Herfort und rechnet vor: "Allein das Gerüst zu stellen, kostet 11.000 Euro. Wenn wir das sowieso zahlen, können wir auch das Dach reparieren, statt es zu flicken, und die Fassade erneuern." Kosten wird das Vorhaben etwa 70.000 Euro.

"Insgesamt sind es locker eine Million Euro an Eigenmitteln, die in unsere Schulen fließen", fasst Michael Herfort alle Ausgaben zusammen. Für ihn sind die Investitionen auch ein Bekenntnis zum Schulstandort: "Wachstum macht immer auch Schmerzen und Stress. Aber wir wollen zeigen, dass das Schulzentrum für uns höchste Priorität hat."

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