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Schulzentrum wird saniert

Radebeul. Putz rieselt von Außenwänden und Dachziegel rutschen ab. Das Berufsschulzentrum Radebeul braucht dringend eine Schönheitskur.

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Von Lars Müller

Der Zahn der Zeit nagt spürbar am Beruflichen Schulzentrum Radebeul in der Straße des Friedens. Das dichte Laub großer Bäume verbirgt auf den ersten Blick die Narben des ehrwürdigen Gebäudes. Auf den zweiten Blick fallen bröckelnder Außenputz, lose Dachziegel und verzogene Fensterflügel auf. Das Gebäude der ehemaligen „Gewerbe- und Handelsschule der Lößnitzortschaften“ steht 78 Jahre, in seinen Mauern wurden Tausende junge Leute fit fürs Berufsleben gemacht. Wind und Wetter allerdings haben der Bausubstanz zugesetzt, während entsprechend der finanziellen Lage immer nur notdürftig ausgebessert wurde. Grundlegend saniert sind allerdings schon seit längerer Zeit die Sanitäranlagen.

Am 5. Juli werden endlich die Handwerker anrücken, sagt Schulleiterin Heidemarie Großnann. Zwar blickt sie angesichts der zu erwartenden Einschränkungen durch Schmutz und Lärm mit gemischten Gefühlen auf die Bauarbeiten, allerdings überwiegt doch die Freude über die Sanierung. Der Hauptteil der Arbeiten im Gebäude soll in den Sommerferien erfolgen. Für die letzte und die erste Schulwoche gibt es einen Notstundenplan. Die gesamte Sanierung wird sich bis Ende 2006 hinziehen.

Bei den Schülern habe es anfänglich Verunsicherung gegeben, ob nicht anstehende Prüfungen beeinträchtigt werden, sagt Schülersprecher Norman Winzer. Allerdings konnten diese Bedenken ausgeräumt werden. Wichtig ist für den Schülervertreter vor allen Dingen die Tatsache, dass das Gebäude künftig behindertengerecht gestaltet wird. Generell findet der Schülersprecher die Sanierung schon gut und notwendig. „Allerdings hätte ich auch keine Revolte angezettelt, wenn die Arbeiten nicht ausgeführt würden“, betont Winzer.

„Den Planern des Schulgebäudes muss ich aber ein großes Kompliment aussprechen“, betont die Direktorin. Das Haus sei vor knapp 80 Jahren schon den Erfordernissen einer Schule entsprechend errichtet worden. Gute Akustik, breite Gänge und Treppenhäuser seien den Schülermassen auch heute noch gewachsen, so Heidemarie Großnann. Allerdings entsprechen die Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften. Brandschutztüren auf den Fluren sowie eine zusätzliche Fluchttreppen fehlen gänzlich. Diese werden mit Sanierung ein- beziehungsweise angebaut. Außenputz und Dach werden ebenfalls erneuert. Ein Teil der Fenster wurde bereits Anfang der 1990er Jahre saniert, der Rest wird in den kommenden Monaten aufgearbeitet oder wenn zu marode auch ausgetauscht. Der Denkmalschutz hat ein genaues Auge darauf, was an dem Gebäude passiert. Rundbögen und Kassettendecken im Innern bleiben ebenso erhalten wie die erhabene Athmosphäre der Aula, die allerdings dringend aufgemöbelt werden muss. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Aula kurzzeitig sogar als Ausweichspielstätte von Dresdner Theatern genutzt, sagt Direktorin Großnann.

Auch die Schulleiterin legt Wert auf den Hinweis, dass ein Lift für behinderte Berufsschüler eingebaut wird. Bisher habe die Bildungseinrichtung allerdings noch keine behinderten Bewerber ablehnen müssen. Es gab keine Interessenten und wenn doch, dann hätten diese im barrierefreien Flachbau unterrichtet werden können, so Schulleiterin Großnann.

In die Sanierung des Berufsschulzentrums werden knapp 1,6 Millionen Euro gepumpt, sagte Ulrich Zimmermann, der erste Beigeordnete im Landratsamt. Der Landkreis Meißen ist Träger der Einrichtung. Rund 75 Prozent der Investition wird über Fördergelder gedeckt.