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Schwan auf Eis

Neugersdorfer machen sich Sorgen um einen Wasservogel. Doch die Tiere kommen auch im Winter gut zurecht, sagen Vogelexperten.

© dpa

Von Romy Kühr

Neugersdorf. Er hat wirklich kein leichtes Los. Seit einiger Zeit ist der Schwan, der auf den Neugersdorfer Teichen nahe der Kirche lebt, Witwer. Durch einen tragischen Unfall hatte er seine Partnerin verloren. Und nun auch noch das: Bei winterlichen Temperaturen drohte das gefiederte Tier auf seinem Wohn-Teich festzufrieren.

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Zumindest befürchteten das Anwohner. Sie alarmierten die Feuerwehr, die das gebeutelte Tier retten sollte. Zwei Mal musste die Freiwillige Feuerwehr in den vergangenen Winterwochen ausrücken, um das Tier aus seiner misslichen Lage zu befreien, berichten die Kameraden. Sogar mit einem Schlauchboot waren die freiwilligen Retter angerückt. Doch Rudi, wie die Neugersdorfer ihren Schwan liebevoll nennen, brauchte gar keine Hilfe. „Er erfreute sich bester Gesundheit“, berichten die Feuerwehrleute. Das war auch so, als sie kurze Zeit später zum zweiten Mal alarmiert wurden. Die Neugersdorfer Kameraden weisen ausdrücklich daraufhin, dass die Tiere keine Hilfe brauchen. Sie und auch die Enten, die auf den Teichen der Region zahlreich vertreten sind, können nicht im Eis festfrieren.

Dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung. Enten und andere Wasservögel halten ihre Füße nach dem Prinzip des Wärmetauschers warm und frieren so nicht fest, erklärt der Naturschutzbund Nabu in einer ausführlichen Information. Und das funktioniert laut den Vogelexperten so: In den Vogelbeinen liegen feine Blutgefäße sehr dicht beieinander. Das Blut strömt darin vom knapp 40 Grad warmen Körper Richtung Füße. Dabei fließt es sehr nah an den Venen vorbei, die das abgekühlte Blut aus den Füßen wieder zum Körper zurücktransportieren. Auf diese Weise wärmt das warme Blut das kalte. Das Tier kühlt deshalb selbst dann nicht aus, wenn es stundenlang auf dem Eis watschelt.

Mitunter brauchen die Wasservögel aber doch die Hilfe des Menschen. Bei anhaltendem Frost können kranke oder verletzte Tiere im Eis einfrieren, wenn sie lange auf einer Stelle verharren, erklären die Vogelexperten vom Nabu. Deshalb sollte man zwar nicht übereifrig sofort Hilfe alarmieren, aber seine Umwelt aufmerksam beobachten. Schwan Rudi aus Neugersdorf braucht sich da sicher keine Sorgen zu machen. Er ist seit vielen Jahren der Star an den Neugersdorfer Teichen. Geht es ihm schlecht, bleibt das nicht lange unbemerkt.