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Schwere Neu-Start in Guttau

Der Schwelbrand im Juni hat die Getreide AG hart getroffen. Wie es weitergeh, entscheidet sich nach der Ernte.

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© Wolfgang Wittchen

Von Kerstin Fiedler

So richtig lächeln kann Dietmar Maiwald immer noch nicht. Das, was da am 11. Juni in seiner Anlage geschah, musste er erst einmal verkraften. Maiwald ist Silomeister und so für das Maschinenhaus und die Siloanlage verantwortlich. Der Schwelbrand an diesem heißen Junitag richtete vor allem Schaden in den 25 Getreidevorratsbehältern an. Die Ernte 2013 ist deshalb keine Routine wie sonst.

Mitgenommen und engagiert: Dietmar Maiwald ist Silomeister bei der Getreide AG in Guttau. Dass es in seinem Aufgabengebiet gebrannt hat, beschäftigte ihn sehr. Nun kann das Getreide zum Teil provisorisch eingelagert werden. Foto: SZ/Uwe Soeder
Mitgenommen und engagiert: Dietmar Maiwald ist Silomeister bei der Getreide AG in Guttau. Dass es in seinem Aufgabengebiet gebrannt hat, beschäftigte ihn sehr. Nun kann das Getreide zum Teil provisorisch eingelagert werden. Foto: SZ/Uwe Soeder © Uwe Soeder

Dennoch geht das Tagesgeschäft vor Ort weiter. Betriebsteilleiter Klaus Platz hat in den vergangenen Wochen viel zu tun gehabt. Die Kriminalpolizei hat viele Fragen gestellt. Die Ursache des Brandes wurde spät gefunden. Ein Kabelschaden war Schuld. Die Versicherung hat mehrere Gutachter geschickt. „Die einen haben den Schaden am Gebäude betrachtet, die anderen den beim Getreide“, sagt Klaus Platz. Wie hoch letztlich der Gesamtschaden ist, kann noch immer nicht beziffert werden. Es handelt sich bei dem Schaden am Gebäude um zwei Einheiten. Zum einen das Maschinenhaus, in dem es gebrannt hat. Zum anderen um die Siloanlage selbst, die über die Förderwege mit dem Maschinenhaus verbunden ist. „Es ist auch Rauch dort reingezogen, wo die Silos beschickt werden“, sagt Klaus Platz.

Alles wird akribisch kontrolliert

Aus einem Silo musste das Getreide später umweltgerecht entsorgt werden, weil es betroffen war. Dort, wo die Untersuchungen ergaben, dass kein Schaden entstanden war, wurden noch einmal Analysen in ein anderes Institut geschickt. „Erst, nachdem wir ganz sicher waren, dass alles in Ordnung war, haben wir auch das andere Getreide ausgelagert“, sagt Klaus Platz. Er lobt dabei seinen Silomeister. „Ihn hat das ganze Geschehen sehr mitgenommen. Dennoch hat er ein riesiges Engagement gezeigt und mit Hinweisen geholfen bei der Untersuchung zur Brandursache und bei den jetzt nötigen Provisorien. Er steckt eben voll in der Materie“, sagt Klaus Platz. Eine zertifizierte Reinigungsfirma hat dann die Förderwege gereinigt. Alles sehr akribisch und im Einklang mit der Versicherung. „Es ist einfach ein Prozess des Schadenminimierens“, sagt der Standortleiter. Die neue Ernte wird unter provisorischen Bedingungen eingelagert. Die Ernte des Vorjahres wird verkauft. Dabei wird jede Auslagerung auch bemustert, das heißt, dass von jeder Tonne, die vom Hof rollt, auch etwas aufgehoben wird. – Während es derzeit wichtig ist, die Ernte abzuwickeln, ist noch nicht klar, wie es mit den Gebäuden weitergeht. Das Maschinenhaus selbst ist nicht so in Mitleidenschaft gezogen worden. „Die Firmen Mühlenbau Zähr und Elektro Flaton leisten hier hervorragende Arbeit“, lobt Klaus Platz. Deshalb kann die Ernte auch angenommen werden. Bautechnisch macht der Teil große Sorgen, in dem der Brandherd schwelte. Bei den Getreidevorratsbehältern ist die Statik nicht mehr gewährleistet. Wöchentlich kommt ein Vertreter des Vermessungsbüros zwei- bis dreimal auf den Hof, um zu messen, ob es während des Betriebs Veränderungen gibt. Dann könnte sofort reagiert werden.

Wie es nach der Ernte weitergeht, ist noch unklar. „Wir müssen mit der Situation geduldig umgehen. Ich bin froh, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist, und ich habe viel Respekt vor der Arbeit der Rettungskräfte“, sagt Klaus Platz. Nach der Ernte wird dann entschieden, ob abgerissen oder saniert wird. Das wird eine Entscheidung der Statiker, Architekten und der Bauaufsicht, glaubt Klaus Platz. Seine Hoffnung ist, dass bis zur Ernte 2014 alles wieder in Ordnung ist.

Zu dem Schwelbrand am 11. Juni waren fast 50 Feuerwehrleute aus sieben Wehren mit zwölf Fahrzeugen vor Ort. Die Drehleiter aus Bautzen und der Hubsteiger aus Wilthen wurden angefordert, um Schaum in das Maschinenhaus zu pumpen. Wache gehalten wurde noch zwei Tage danach, um sicher zu gehen, dass der Brand wirklich gelöscht war.