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Riesa

Schwester Bärbel und die Bauarbeiten

Über der Geburtenstation entsteht eine neue Etage. Eine Herausforderung auch für die Klinik-Mitarbeiter.

Kommen die Bauarbeiter, kann es staubig werden: Stationsschwester Bärbel zeigt, wie es im Stillzimmer des Riesaer Klinikums aussieht: Wickeltisch und Wärmelampe sind mit Folie abgedeckt, weil für eine neue Etage Leitungen in die Decke kommen.
Kommen die Bauarbeiter, kann es staubig werden: Stationsschwester Bärbel zeigt, wie es im Stillzimmer des Riesaer Klinikums aussieht: Wickeltisch und Wärmelampe sind mit Folie abgedeckt, weil für eine neue Etage Leitungen in die Decke kommen. ©  Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Baby-Badewanne, der Wärmestrahler für den Wickeltisch – alles ist unter einer Schutzfolie verschwunden. „Das Sofa für die stillenden Muttis haben wir in einem Patientenzimmer untergebracht“, sagt Stationsschwester Bärbel. 

Die Mitarbeiterinnen der Station Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Riesaer Klinikums müssen derzeit Kompromisse eingehen: Direkt über ihren Köpfen wird gebaut. Das Haus 5 – der markante Bau rechts des Hochhauses – wird aufgestockt.

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Die Baustelle ist im öffentlichen Bewusstsein nach hinten gerückt, weil hinter dem Hochhaus ein Neubau unter anderem für die Notfallaufnahme entstand. Für die Mitarbeiter der gynäkologischen Station und die jungen Muttis aber ist die Aufstockung von Haus 5 dagegen ziemlich präsent. 

Immer wieder müssen einzelne Zimmer ausgeräumt werden, weil die direkt darüber liegenden neuen Räume an die Wasser- und Abwasserleitungen angebunden werden müssen. Dafür müssen seit Monaten zeitweise Patientenzimmer gesperrt werden – dabei war der Juli ungewöhnlich geburtenstark. 

„Aber wir mussten niemanden abweisen“, sagt Peter Zeidler, Verwaltungsdirektor des Elblandklinikums in Riesa. „Der ganze Bau bei laufendem Betrieb funktioniert aber nur, weil die Mitarbeiter wie Stationsschwester Bärbel so gut mitziehen.“

Wo die Handwerker Jochen Rost (l.) und Olaf Hirsch arbeiten, war vor Monaten noch eine Dachterrasse.
Wo die Handwerker Jochen Rost (l.) und Olaf Hirsch arbeiten, war vor Monaten noch eine Dachterrasse. ©  Klaus-Dieter Brühl

Die nimmt das Lob vom Chef lächelnd entgegen. „Na klar gibt es beim Bau Einschränkungen. Aber das ist ja nicht anders, wenn man zu Hause baut.“ Und das laute Bohren sei mittlerweile überstanden. 

Tatsächlich herrscht derzeit auf der Baustelle eine Etage weiter oben ziemliche Ruhe: Leise dudelt ein Baustellenradio Schlager, während Olaf Hirsch von der Firma Baierl & Demmelhuber Trockenbauwände montiert und zwei Ecken weiter Jochen Kluge von der Firma Kluge Lüftungstechnik installiert. 

„Im Sommer hat der Bau draußen Saison, dazu kommt die Urlaubszeit – es ist gar nicht so einfach für die Firmen, genug Leute auf die Baustelle zu bekommen“, sagt Peter Zeidler. Dennoch ist er zuversichtlich, dass die neue Etage bis Ende des Jahres fertig wird. 

In den Grundrissen gleicht sie den Stationen unten drunter: Um drei Lichthöfe gruppieren sich Zimmer an innenliegenden Fluren. Hier wird für insgesamt rund 7,5 Millionen Euro einerseits die Station für die Gastroenterologie eingerichtet, wo Erkrankungen von Magen und Darm behandelt werden. Andererseits entsteht dort die Onkologie, bei der es um Krebserkrankungen geht. Hier gehört auch die Palliativstation dazu. Derzeit sind diese noch weiter unten im Haus untergebracht.

„Bis alles an der endgültigen Stelle ist, wird es noch einige Umzüge im Klinikum geben“, sagt Peter Zeidler. Das bringe eine Baustelle in so einem komplexen Gebilde wie einem Krankenhaus mit sich – zumal bei laufendem Betrieb gebaut wird. 

Und dann gelte mit der Krankenhaus-Bau-Verordnung noch eine sehr strenge Vorschrift, die Aspekte von Brandabschnitten bis zum Infektionsschutz genau berücksichtige. Die Palliativstation wird im Endzustand deutlich größer als bisher. Und Angehörige werden dann auch die Gelegenheit bekommen, bei ihren schwerkranken Patienten direkt im Zimmer mit zu übernachten. 

„Dazu stellen wir nicht einfach ein zweites Bett dazu, sondern ein Schlafsofa – damit es tagsüber etwas gemütlicher wirkt“, sagt Zeidler. Ein anderes Ausstattungsmerkmal werden die Nutzer dagegen gar nicht zu Gesicht bekommen: In den noch freiliegenden Betondecken verschwinden rote Leitungen – damit wird später kaltes Wasser durch die Decken gepumpt, sodass diese auch im Hochsommer angenehm kühl sind. 

„Das wirkt ähnlich wie eine Klimaanlage, nur ohne störenden Luftzug“, sagt der Verwaltungsdirektor. Außerdem entsteht eine Therapieküche, in der die Bewohner der Palliativstation auf Wunsch gemeinsam mit Angehörigen kochen können.

Kaum noch zu erkennen: Die oberste Ebene ist gerade erst auf Haus 5 des Elblandklinikums gebaut worden.
Kaum noch zu erkennen: Die oberste Ebene ist gerade erst auf Haus 5 des Elblandklinikums gebaut worden. ©  Klaus-Dieter Brühl

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