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Schwierige Bachsanierung durch tiefen Krater

Im August beginnen vier Sanierungen von Brücken und Bächen. Alle wurden bei der Flut 2013 beschädigt. Jetzt gab’s Geld.

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Von Cathrin Reichelt

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass das Wasser der Mulde und der Bäche in den Dörfern über die Ufer trat und teilweise enorme Schäden angerichtet hat. Jetzt stehen für vier Projekte insgesamt rund 244 000 Euro zur Verfügung. Das Geld kommt zu 100 Prozent aus dem Hochwasserfonds. Nachdem die Stadträte die Sanierungen einstimmig beschlossen haben, werden die Arbeiten im August beginnen.

Unter der Brücke an der Bahnhofstraße fehlen zahlreiche Wasserbausteine

Gerade ist die Baustelle von der Brücke am VW-Autohaus an der Bahnhofstraße weiter in Richtung Kreuzung gerückt, da wird es auf der Brücke wieder etwas enger. „Wir brauchen mindestens einen der breiten Fußwege für die Baustelleneinrichtung“, sagt Christoph Kessler, Geschäftsführer der gleichnamigen Bautenschutzfirma aus Lößnitz. Das Unternehmen übernimmt voraussichtlich ab dem 17. August die Instandsetzung der Muldebrücke. Die größte Herausforderung sei dabei das Aufstellen des Gerüstes unter der Brücke. Vorgesehen ist, die vier großen Stahlträger zu reinigen, Rostschäden zu entfernen, die Beschichtung anzuschleifen, die fehlende Verzinkung zu ergänzen und die Grundierung sowie den Deckenanstrich komplett zu erneuern. „Dazu kommt die Reparatur des Böschungspflasters“, so Kessler. Etwa 100  Quadratmeter Wasserbausteine sind bei der Flut ausgespült worden und müssen erneuert werden. Die Doppel-T-Träger erhalten einen Korrosionsschutz. Wenn es das Wetter zulässt und die Arbeiten durch steigendes Wasser nicht unterbrochen werden müssen, sind für das Projekt etwa drei Monate vorgesehen.

Am Staupitzsteg wird das Geländer gerichtet und der Belag abgedichtet

Etwa zwölf Wochen sind für die Sanierung des Staupitzsteges veranschlagt. Der Beginn ist für Mitte August geplant. Außer, dass die Fußgängerbrücke in dieser Zeit nicht genutzt werden kann, gibt es in dem Bereich kaum Einschränkungen. „Wir brauchen nicht viel Platz. Wir werden das Geländer abbauen und den Holzbelag von der Fußgängerbrücke herunternehmen“, erklärt Thomas Mannsfeld, Juniorchef der Korrosionsschutz GmbH Frankfurt/Oder. Beides werde gereinigt. Der Belag erhält eine neue Abdichtung und das Geländer wird gerichtet und neu verzinkt, bevor alles wieder an seinem alten Platz montiert wird. An einem der Widerlager ist ein neuer Kolkschutz nötig. Mit diesem sollen Ausspülungen verhindert werden. An eine neue Farbe müssen sich die Döbelner nicht gewöhnen. Der Staupitzsteg bleibt blau.

Der Bielbach wird von Sedimenten befreit und das Ufer befestigt

Am Bielbach in Oberranschütz baut die Montra Bau- und Dienstleistungs GmbH aus Belgern-Schildau gleich an zwei Stellen. Der erste Abschnitt im Bereich des Hauses Nummer 34 im Vorderdorf ist bereits abgeschlossen . Der Bach musste von Sedimenten befreit, die Sohle und die Böschung befestigt sowie fehlendes Mauerwerk ergänzt werden.

Komplizierter ist der derzeit laufende zweite Sanierungsabschnitt hinter dem Grundstück 15/16. Die Wassermassen haben dort vor zwei Jahren einen Krater mit einem Ausmaß von etwa 40 mal fünf Metern in das Ufer gerissen. „Da ranzukommen, ist nicht einfach“, meint Rainer Schreber, Bauleiter bei Montra. Das sei nur über das Grundstück möglich. Deshalb erfolgten alle Maßnahmen in Absprache mit dem Besitzer. Der Krater werde mit Mineralboden verfüllt. Das Wasser sei damals teilweise auch von den Feldern gekommen. Deshalb werde ein Damm gebaut, der das Wasser in den eigentlichen Bach leitet und nicht – wie 2013 geschehen – einen zusätzlichen Seitenarm bildet. Bis Ende August sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

In Obergoseln werden ein Durchlass

und die Böschung erneuert

Auf einer Strecke von etwa 450 Metern zwischen der B 169 und der Bahn in Gärtitz räumt die Firma Baulogistik Döbeln voraussichtlich ab dem 10. August Sedimente aus dem Bach. „Auf Teilen der Felder in unmittelbarer Nachbarschaft steht noch Getreide, das erst geerntet werden muss“, begründet Planer Henry Zache den etwas späteren Beginn der Sanierung. Zu der gehört auch die Erneuerung eines Durchlasses. Der Graben soll ebenfalls wieder seinen ursprünglichen Querschnitt erhalten.