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Schwierige Jugendliche lernen in Meißen

Im Triebischtal hilft eine Erlebnisakademie den Schülern, ihre Aggressionen zu beherrschen.

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„Wenn mir etwas Spaß macht, dann vergeht die Zeit schnell.“ Diese Binsenweisheit hilft Sven. Der 16-Jährige ist einer von zehn Teilnehmern eines speziellen Kurses in Meißen. Der Jugendliche, der wegen „Aggressionsproblemen in der Schule“ hierher kam, schätzt ein, dass er sich bereits besser im Griff hat, seit er im August nach Meißen zu diesem Projekt stieß. „Wir wollen den jungen Leuten helfen, die es bisher nicht leicht hatten, sich auf eine Ausbildung vorzubereiten“, beschreibt Silke Körner das Ziel. Die Sozialpädagogin hat das Konzept für eine Erlebnisakademie erarbeitet, das auf ungewöhnliche Weise Zugang zu jenen finden soll, die für Lehrer und Eltern schwer erreichbar sind. Hier sollen sich die Jugendlichen angenommen fühlen – mit ihren Schwächen, die oft in ihrem Umfeld liegen.

Auf Gemeinschaft angewiesen

Im Projekt, das zunächst auf ein Schuljahr angelegt und finanziert ist, sollen die Jugendlichen ihre Stärken erkennen. Dabei helfen erlebnispädagogische Elemente. In den Räumen des ICM im Triebischtal befassen sie sich mit Deutsch und Mathe. Oder sie gehen gemeinsam auf Tour in den Wald. „Dabei wollen wir dem Einzelnen helfen zu erkennen, dass er auf andere, auf die Gemeinschaft angewiesen ist“, wie Gabriel da Fonseca erklärt. Der aus Brasilien stammende Pädagoge bringt Erfahrungen aus der Arbeit mit Straßenkindern in Rio de Janeiro ins Projektteam mit ein.

In der Meißner Gruppe ist an drei Tagen in der Woche die harmonische Kampfkunst Aikido angesagt. Die ritualisierten Trainingsstunden sollen Aggressionen in konstruktive Bahnen lenken, Disziplin fördern und das Durchhaltevermögen steigern. Harald Daßler