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Über 360 Gäste schwimmen für Hirschfelde

Die Aktion zum Erhalt der Halle am Sonnabend ist aus Sicht der Initiatoren ein großer Erfolg gewesen - auch wenn es kleinere Unstimmigkeiten am Rande gab.

Über 360 Schwimmer haben am Sonnabend ihre Bahnen gezogen, darunter auch viele Kinder. Ihr Anliegen: Die Schwimmhalle Hirschfelde muss bleiben.
Über 360 Schwimmer haben am Sonnabend ihre Bahnen gezogen, darunter auch viele Kinder. Ihr Anliegen: Die Schwimmhalle Hirschfelde muss bleiben. © Matthias Weber/photoweber.de

Es ist eine super Aktion gewesen, bilanziert Mitinitiator Wolfgang Wauer. Dem Aufruf, Bahnen für den Erhalt der Hirschfelder Schwimmhalle zu ziehen, sind am Sonnabend 366 Schwimmer gefolgt. Mit der Aktion wollen die Veranstalter zeigen, dass die Einrichtung gebraucht wird.

Im Sparkonzept der Stadt Zittau, das der Stadtrat im Sommer 2019 beschloss, ist die Schließung der Hirschfelder Schwimmhalle eine der vorgeschlagenen Einsparungen. Voraussichtlich im Februar soll erneut über das Konzept im Stadtrat diskutiert werden. Der Grund: Die Entscheidung fiel nach Ansicht der Antragsteller noch der alte Rat, die Zusammensetzung hat sich danach aber deutlich verändert.

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Neben der Diskussion auf politischer Ebene gibt es weiteren Widerstand. So sind in den vergangenen Monaten Unterschriften gegen die Hallenschließung gesammelt worden. Auch während des Protestschwimmens konnten sich die Besucher in den ausliegenden Listen eintragen. Allein an diesem Tag sollen etwa 200 Unterschriften zusammengekommen sein. Damit haben die Initiatoren nach eigenen Angaben bisher knapp 4.000 Unterschriften zusammen. Auch in den nächsten Wochen soll weiter gesammelt werden, um den Druck zu erhöhen.

Früher mal vier Schwimmhallen und Freibäder

Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm), der am Sonnabend ebenfalls nach Hirschfelde gekommen war, erklärte gegenüber Medienvertretern, dass es nicht darum gehe, ob man die Schwimmhalle finanzieren will oder nicht, sondern ob man sie finanzieren kann. Er findet es gut, wenn sich Leute engagieren, aber er betonte auch, dass Zittau zwei Hallen habe. Das will Stadtrat Dietrich Thiele (FUW), der zu den Initiatoren der Aktion gehörte, so nicht gelten lassen. Denn früher habe es in Zittau und Hirschfelde mal vier Schwimmhallen und Freibäder gegeben. Sollte die Hirschfelder Halle geschlossen werden, gebe es danach nur noch eine.

Um Dietrich Thiele hatte es am Sonnabend etwas Wirbel gegeben. Angeblich ist er laut Berichten anderer Medienvertreter des Platzes verwiesen worden. Im Gespräch mit der SZ stellt Thiele die Situation selbst etwas anders dar. Demnach habe er die Schwimmhalle selbst verlassen, nachdem er merkte, dass seine Unterstützung nicht gewollt war. Thiele, der seit vielen Jahren im Westpark-Center in Zittau unentgeltlich Schwimmunterricht gibt, half der Hirschfelder Schwimmmeisterin nach eigenen Angaben aufgrund des großen Andrangs. Am frühen Nachmittag seien dann ein paar böse Worte gefallen, in deren Folge er sich zurückgezogen habe.

Hochbetrieb herrschte am Sonnabend in und um die Hirschfelder Schwimmhalle. 
Hochbetrieb herrschte am Sonnabend in und um die Hirschfelder Schwimmhalle.  © Matthias Weber/photoweber.de
Die Zittauer Jugendfeuerwehr kam auch und posierte noch auf einem Foto. 
Die Zittauer Jugendfeuerwehr kam auch und posierte noch auf einem Foto.  © Matthias Weber/photoweber.de
Die Schwimmer unterschrieben auf Listen gegen die Schließungspläne.
Die Schwimmer unterschrieben auf Listen gegen die Schließungspläne. © Matthias Weber/photoweber.de
Die Aqua-Mädels aus Kemnitz haben ihre Aussage sichtbar an die Scheibe geklebt.
Die Aqua-Mädels aus Kemnitz haben ihre Aussage sichtbar an die Scheibe geklebt. © Matthias Weber/photoweber.de

Wolfgang Wauer zeigt sich auch selbstkritisch. Man müsse selber mal sehen, welche Fehler gemacht wurden, meint er mit Blick auf die Vorbereitung der Aktion. Man habe nicht mit allen Verantwortlichen gesprochen, was zur einen oder anderen Unstimmigkeit geführt habe. 

So musste Petra Koziol von der Dittelsdorfer Bäckerei Koziol, die die Unterschriftenaktion initiierte, ihren kleinen Stand, an dem sie Getränke und Bratwürste verkaufte, auf dem kleinen städtischen Parkplatz gegenüber der Schwimmhalle aufbauen. Ursprünglich sollte er auf dem Parkplatz neben der Halle stehen. Auf der städtischen Fläche habe es zuerst keinen Strom gegeben. Erst nachdem ein Nachbar Strom zur Verfügung stellte, konnte der Stand in Betrieb gehen. Die Einnahmen kommen dem Kinderschwimmen der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) zugute.

Besucher mussten wegen voller Halle auf Einlass warten

Daniel Brendler, Geschäftsführer der Städtischen Dienstleistungsgesellschaft (SDG), erklärt, dass der Betreiber teilweise erst aus der Presse erfahren habe, dass ein Verkaufsstand geplant sei. Man hätte den Betreiber rechtzeitig vorher fragen können, ob ein Stand hingestellt werden könne. Am vergangenen Donnerstag bekam er dann die Info, dass der Stand auf dem städtischen Parkplatz stehen soll, sodass der Hallenbetreiber keine Veranlassung mehr sah, eine Erlaubnis für seine eigene Fläche zu erteilen. Anscheinend sei das unter den Initiatoren nicht richtig kommuniziert worden, vermutet Brendler.

Wolfgang Wauer sieht die Aktion trotz der kleineren Unstimmigkeiten sehr positiv. Das Ziel sei erreicht worden. Die Besucher kamen demnach nicht nur aus Hirschfelde, sondern aus dem gesamten Umkreis, so beispielsweise auch aus Oderwitz oder Jonsdorf. Und selbst als der Einlass aufgrund des großen Andrangs zwischenzeitlich gestoppt werden musste und die Besucher vor der Tür warteten, sei keiner böse gewesen. Die Wartenden hätten vielmehr Verständnis gezeigt.

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