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Schwimmmeister in Corona-Zeiten

Uwe Nescheida steht seit 18 Jahren am Beckenrand im Erlebnisbad Rathewalde. Mitgemacht hat er schon einiges. Doch jetzt ist noch mal alles anders.

Schwimmmeister Uwe Nescheida hat alles im Blick, auch in Corona-Zeiten.
Schwimmmeister Uwe Nescheida hat alles im Blick, auch in Corona-Zeiten. © Steffen Unger

Fieser Nieselregen hängt über dem Erlebnisbad im Hohnsteiner Ortsteil Rathewalde. Nach den letzten heißen Tagen kommt etwa Abkühlung gerade richtig, auch bei Schwimmmeister Uwe Nescheida. Gemeinsam mit seinem langjährigen Helfer Marcel aus der Behindertenwerkstatt sitzt er beim Frühstück. Nebenbei Arbeitsbesprechung. Denn Uwe Nescheida wacht nicht nur über seine Badegäste. Er ist auch dafür da, dass es denen im Erlebnisbad gefällt und sie sich wohlfühlen. Also Füße hochlegen und den Regentropfen zählen, ist nicht. 

Marcel, der sonst die Küche im kleinen Imbiss mit betreut, schmeißt ebenfalls nicht den Herd an, sondern packt im Gelände mit an. Zuerst ist Rasenmähen angesagt. Dann wird mit der Motorsense der Hang zum Bachbett gemäht. "An solchen Tagen haben wir richtig viel zu tun. Da wird auch das mitgemacht, was bei Badewetter liegengeblieben ist. In dem großen Gelände liegt immer Arbeit an. Da kann ich natürlich auch jede Hand gebrauchen", sagt er. Als Schwimmmeister ist er Mädchen für alles. Nicht nur die Pflege der Anlage gehört dazu auch die Technik betreut er selbst. Und das alles seit mittlerweile 18 Jahren. Damit dürfte er mit einer der dienstältesten Schwimmmeister in Sachsen sein. Und als solcher hat er natürlich schon einiges erlebt. Dazu gehöre zum Beispiel auch, dass er bereits mehrere Male mit ansehen musste, wie Schlammmassen das Bad unter sich begruben.  Drei Kinder und einen Senior hat er vor dem Ertrinken gerettet.

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Badespaß auf Abstand

Doch jetzt mit Corona ist das alles noch einmal etwas anders. 14 Tage später als vor Corona geplant, durfte das Erlebnisbad in Rathewalde endlich öffnen. "Für uns war das enorm wichtig. Wir brauchen die Einnahmen", sagt er. Denn er kennt die Diskussionen im Hintergrund. Schreibt das Bad hohe Verluste, gibt es immer wieder den einen oder anderen, der dann gleich wieder über die Zukunft solcher Einrichtungen debattieren will. "Bäder werden immer ein Zuschussgebiet bleiben", sagt er. Mit Corona habe das nichts zu tun. Allerdings sei er in jetzigen Zeiten froh, in einem Freibad und nicht in einer Schwimmhalle tätig zu sein. Seine Kollegen hätten es dort sicherlich schwerer.

Licht, Luft, Wasser, Sonne, das sei doch das, was die Menschen jetzt gerade brauchen. Und wenn sich jeder an die Regeln halten würde, stehe einem Badbesuch nichts im Wege. Allerdings hat auch er bemerkt, dass frühere Stammgäste jetzt wegbleiben. Und es gebe auch Badbesucher, die sich vorsichtig oder auch unsicher umschauen würden. Dann folge meist die Bemerkung "Das ist aber voll hier. Ist das überhaupt erlaubt?

Uwe Nescheida nimmt sich dann die Zeit und weist den Fragenden darauf hin, dass auf den Abstand zwischen den Handtüchern geachtet wird. Dass nur jede zweite Dusche geöffnet ist und das die Badbesucher generell angehalten sind, auf Abstand zu gehen. "Die meisten Gäste halten sich dran. Sicher gibt es auch welche, denen das egal ist. Diejenigen muss ich eben daraufhin weisen. Aber die sind in der Minderzahl", sagt er. Blöd angemacht sei der deswegen aber nicht worden. Ein freundlicher Hinwies reiche, wie beispielsweise mitunter am Imbiss, dort wo sich mehrere Menschen befinden. Er habe zwar alles mit Strichen markiert, damit die Badegäste den Abstand einhalten. Doch mitunter vergisst das eben der eine oder andere doch. Um ganz sicher zu gehen, fordert er mehrmals am Tag in Lautsprecheransagen die Badgäste auf, an die Hygieneregeln zu denken und diese auch zu beachten. Für ihn ist das eine Vorsichtsmaßnahme. 

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Es gibt ganz andere Tendenzen die ihm Sorge bereiten. Immer wieder komme es nämlich auch vor, dass Badegäste mutwillig etwas zerstören. "Ich würde mir wünschen, dass manche Leute das ganze hier mehr achten und schätzen würden", sagt er. Ob die Sorglosigkeit gerade in Corona-Zeiten zugenommen habe, wollte Sächsische.de wissen. So genau könne man das nicht sagen, dass sei mehr ein allgemeiner Trend über den er sich maßlos ärgeren würde.  Zugenommen habe auch die Sorglosigkeit so mancher Eltern. Sobald manche das Bad betreten, würden sie ihre Kinder außer Acht lassen. "Sie meinen dann, ich hätte die Aufsichtspflicht für ihre Kinder. Dem ist aber nicht so. Die Eltern sind die Erziehungsberechtigten und damit auch verantwortlich", sagt er. Konsequenzen daraus hat er bereits gezogen. Er hat seinen Rettungsturm höher bauen lassen. Von weiter oben hat er einen besseren Überblick über die Wasserfläche und das Badgeschehen, mit oder ohne Corona.

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