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Schwindelig im Eiskanal

Rodler Felix Loch schwächelt in Lillehammer und wird nur Achter. Enttäuscht ist auch Natalie Geisenberger.

Von Thomas Weitkamp

Schnaufend und kopfschüttelnd stieg Felix Loch in Lillehammer von seinem Schlitten. „Ich kann gar nicht richtig fahren heute“, klagte der Olympiasieger mit besorgter Miene, denn ausgerechnet bei der WM-Generalprobe plagten Loch Schwindelgefühle – und trugen ihren Teil bei zu einer krachenden Niederlage der deutschen Rodler zwei Wochen vor den Weltmeisterschaften im lettischen Sigulda.

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Als bester Deutscher landete Loch nur auf dem achten Platz. So schwach waren die Männer im ganzen WM-Winter noch nicht, auch die Frauen um die fünftplatzierte Olympiasiegerin Natalie Geisenberger hatten bereits am Tag zuvor enttäuscht. Keinen deutschen Einzelsieg hatte es zuletzt vor einem Jahr in Sigulda gegeben.

Der 25-Jährige Loch aus Berchtesgaden macht sich mit Blick auf die Titelkämpfe durchaus Sorgen um seine Gesundheit. „Ich hoffe, dass nichts im Anflug ist mit Blick auf die WM“, sagte Loch: „Heute früh ging es mir schon nicht gut, und auf der Bahn konnte ich die Strecke nicht richtig sehen, ich bin nur nach Gefühl gefahren. Ich kann gar nicht sagen, wo es heute gefehlt hat, weil ich es gar nicht richtig mitgekriegt habe.“ Vor allem im ersten Lauf hatte der Bayer Schwierigkeiten. „Unser Doc hat dann einen Funktionstest gemacht und grünes Licht gegeben“, sagte Bundestrainer Norbert Loch über seinen Sohn: „Felix wollte unbedingt noch seinen Frieden mit der Bahn schließen.“ Das gelang jedoch kaum. Am Ende fehlten mehr als sechs Zehntel auf Sieger Wolfgang Kindl, der als erster Österreicher seit mehr als zwölf Jahren ein Weltcuprennen gewann.

Mit Blick auf den Weltcup kommendes Wochenende in Altenberg und vor allem auf die WM eine Woche später war das ein kleines Alarmsignal für den Bundestrainer. Andi Langenhan (Zella-Mehlis) wurde nur Zehnter vor Johannes Ludwig (Oberhof), Julian von Schleinitz (Königssee) belegte den 13. Rang. Taktische Spielchen der deutschen Männer so kurz vor der WM schloss der Trainer dabei klar aus. „Geblufft haben wir hier bestimmt nicht“, sagte der 52-Jährige: „Das wird ein hartes Stück Arbeit für die nächsten zwei Wochen.“

Sein Sohn hatte mit Rang acht auch den theoretisch möglichen vorzeitigen Triumph im Gesamtweltcup deutlich verpasst. Damit erging es ihm wie Geisenberger, die erstmals im WM-Winter nicht auf das Podest kam, nachdem sie im zweiten Lauf einen Sturz nur knapp vermieden hatte. Den Sieg feierte die Russin Tatjana Iwanowa, die Ilmenauer Dajana Eitberger wurde überraschend Dritte.

Immerhin boten die Doppelsitzer das gewohnte Programm: Die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt setzten sich vor Toni Eggert/Sascha Benecken durch. Und die Teamstaffel gewann auch noch. (sid)