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So soll es mit Saupsdorf weitergehen

Jeder Ortsteil von Sebnitz bekommt ein eigenes Leitbild. Das für die 480-Seelen-Gemeinde Saupsdorf ist fertig. Es enthält auch Großprojekte.

In dem Sebnitzer Ortsteil Saupsdorf soll sich in den nächsten Jahren einiges tun.
In dem Sebnitzer Ortsteil Saupsdorf soll sich in den nächsten Jahren einiges tun. © Daniel Schäfer

Das Dorfentwicklungskonzept für den Sebnitzer Ortsteil Saupsdorf ist fertig. Dem voraus gingen zahlreiche Gespräche mit den Einwohnern, die ihre Wünsche und Ideen mit einbringen konnten. Das Konzept ist in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen unterteilt. Es ist nicht zuletzt auch die Grundlage dafür, für verschiedene Projekte Geld bereitzustellen beziehungsweise auch Fördermittel zu erhalten. Die Einwohner selbst scheinen mit ihrem Ort offenbar zufrieden zu sein. Kennzeichnend sei vor allem die idyllische Lage von Saupsdorf in einer malerischen Landschaft. Diese sowie die Bebauung und der erhaltene dörfliche Charakter prägen das Ortsbild. Die Einwohner loben vor allem die Sauberkeit in ihrem Ort, die Kinderbetreuung sowie die Kennzeichnung von Wander- und Radwegen. 

Kritisch sehen sie dagegen vor allem die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs in ihrem Ort. Vor allem ältere und nicht mobile Einwohner wünschen sich Verbesserungen. Unzufrieden sind die Einwohner mit den zur Verfügung stehenden Freizeitangeboten in allen Altersklassen. Ebenso kritisch werden die Dienstleistungsangebote und die gastronomische Versorgung gesehen.

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Zur langen Einkaufsnacht unter dem Motto "Late Night Shopping" lädt das City Management Dresden am Freitag, 2. Oktober, in die Dresdner Innenstadt ein. Vom Neumarkt an der Frauenkiche bis zur Prager Straße beteiligen sich zahlreiche Händler und die großen Einkaufsgalerien an der Aktion.

Café und Bankpatenschaften geplant

Saupsdorf ist  schon allein wegen der ortsansässigen Agrargenossenschaft von Landwirtschaft geprägt. Künftig geht es darum, Voraussetzungen zu schaffen, um Handwerk und Gewerbe im Ort zu erhalten und die touristische Infrastruktur im Einklang mit Natur und Landschaft weiterzuentwickeln.  Kurzfristig im Plan sind unter anderem das Aufstellen von Panorama-Wandertafeln. Darüber hinaus soll mit einem Café ein neuer Treffpunkt in der Ortsmitte geschaffen werden. Entstehen könnte das in der ehemaligen Schmiede, dem Gemeindezentrum. Allerdings müsste hier ein Betreiber gefunden werden, privat oder über Vereine. Der Ortschaftsrat oder auch Vereine wollen sich um einen Rundwanderweg kümmern. Außerdem hat sich eine Arbeitsgruppe vorgenommen, historisch interessante Gebäude zu beschildern. 

Die Stadt Sebnitz wiederum will sich dafür einsetzen, mittelfristig den Lückenschluss des Meicheweges zum Waldhaus herzustellen. Langfristig will man sich um einen straßenbegleitenden Radweg von Saupsdorf bis nach Sebnitz-Hertigswalde bemühen.

Um den Ortsteil noch liebenswerter zu gestalten, soll ein Bankkonzept auf den Weg gebracht werden. Mit diesem soll der Bestand ermittelt und dann festgestellt werden, wo noch welche aufgestellt werden könnten. Um das Ganze zu unterhalten, will der Ortschaftsrat Bankpatenschaften abschließen. 

Spielplatz soll schon bald gebaut werden

Kurzfristig soll ein neuer Spielplatz gebaut werden. Darüber hinaus will sich die Stadt Sebnitz darum kümmern, dass die ehemaligen Arzträume so umgebaut werden, dass sie künftig für die Hortkinder genutzt werden. Für sie wird es eng und mit den Verbesserungen im Schulhort könnte der Kindergarten langfristig erhalten bleiben. 

Damit der Ort auch in Notfällen erreicht werden kann, will man mittelfristig eine kleine Ortsumgehung schaffen, vom Mittelweg zur Wachbergstraße, als Notfallweg. Zudem gibt es Pläne, mehr mobile Händler in den Ort zu holen, einen Hofladen zu etablieren, um die Versorgung wohnortnah mit anbieten zu können. Für eine Arztpraxis oder zumindest eine Zweigstelle will man ebenfalls Räume suchen. Immer wieder kritisiert wird die schlechte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Hier könnte sich bei einer dichteren Taktung sowie durch eine Busverbindung am späteren Abend schon einiges ändern. Eine Idee gibt es für die Dorfteiche beziehungsweise Löschwasserentnahmestellen. Die sollen in Zukunft mit Bänken als Verweilorte ausgestaltet werden. Kurzfristig will man zudem auf den Wunsch der Saupsdorfer reagieren und im Winter weniger Streusalz einsetzen.

Bauplätze für Zuzügler

Um der demografischen Entwicklung gegenzusteuern, braucht es auch in Saupsdorf Flächen, wo sich Neubürger ansiedeln könnten. Gemeinsam mit der Stadt Sebnitz hat man sich darauf geeinigt, die Baulandoffensive mittelfristig umzusetzen und freie Flächen zu finden. Einen etwas längeren Arm brauchen die Einwohner - wie auch die Kommune -  bestimmt bei zwei größeren Projekten.  So soll es gelingen, das ehemalige LPG-Gebäude, später Kaufhalle und Gaststätte zurückzukaufen. Hier könnten dann der Dorfladen, eine Arztpraxis beziehungsweise eine Heimatstube Platz finden. Ein weiteres leer stehendes aber verkauftes Gebäude befindet sich neben dem Gemeindezentrum Schmiede. Hier versuchte man noch in Zeiten der Gemeinde Kirnitzschtal einen Rückkauf zu erwirken. Ohne Erfolg. Jetzt sollen die Verhandlungen offenbar wieder aufgenommen werden. Das Gebäude könnte dann zusammen mit dem Dorfgemeinschaftshaus genutzt werden.

Weg mit den Bäumen an der Staatsstraße

Mehrere kleinere Aufgaben wurden für den reich Natur, Umwelt und Nationalpark zusammengetragen. In erster Linie geht es da vor allem um das Freischneiden von Wegen, Fernsichten und Blickachsen, wie zum Beispiel am Wachberg und auf dem Panoramaweg. Kritisiert wurden in diesem Zusammenhang, dass es auf den Nationalparkflächen zu wenig Wegpflege gebe, alte und umgefallene Bäume nicht von den Wegen entfernt werden.

Ganz konkret gibt es den Hinweis, dass die Bäume entlang der S 165 im Bereich der Richtermühle entfernt werden müssten, um den Blick auf den Straßenverkehr frei zu haben.  Außerdem verdeckt die große Linde im Sommer die Kirchenuhr. In dem Ortsentwicklungskonzept von Saupsdorf finden also nicht nur die großen Dinge Beachtung, sondern auch die eher kleinen.

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