merken
PLUS Pirna

Sebnitz und Wesenitztal ziehen um

In der nächsten Saison spielen nicht mehr alle Fußball-Landesklassen- Teams des Kreises in derselben Liga. Das gefällt nicht jedem.

Die Hartmannsdorfer (dunkle Trikots) werden die Auswärtsfahrten nach Sebnitz, wie hier im vergangenen Herbst, vermissen.
Die Hartmannsdorfer (dunkle Trikots) werden die Auswärtsfahrten nach Sebnitz, wie hier im vergangenen Herbst, vermissen. © Dirk Zschiedrich

Die Entscheidung ist gefallen: Die Fußball-Landesliga spielt die Saison 2020/21 mit einem neuen Modus. Nach einer einfachen Hinrunde werden die 22 Mannschaften in zwei Gruppen aufgeteilt. Dies gab der Sächsische Fußballverband (SFV) nun abschließend nach wochenlangen Beratungen bekannt.

Veränderungen gibt es auch in der Landesklasse. Die 64 Vereine werden auf vier Staffeln verteilt, die dann mit jeweils 16 Teams spielen. Für die Klubs des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bringt dies gewaltige Änderungen mit sich: Der BSV 68 Sebnitz und der SV Wesenitztal verlassen die Staffel Mitte und ziehen in den „Osten“ um, spielen also künftig nicht mehr in derselben Staffel wie die restlichen Siebtligisten des Kreises.

Anzeige
Wer eigenmächtig saniert, verliert viel Geld
Wer eigenmächtig saniert, verliert viel Geld

Eigentümer sollten nicht blind darauf vertrauen, die Kosten von der WEG erstattet zu bekommen. Das sollten sie wissen.

Acht Absteiger in Landesliga möglich

Der Punktspielstart in der 6. und 7. Liga soll am ersten September-Wochenende erfolgen. Für die Landesliga musste dabei aufgrund der Corona-Ausnahmebestimmungen ein neuer Modus gefunden werden, denn die Aussetzung des Abstiegs in der abgelaufenen Spielzeit sowie die Tatsache, dass alle aufstiegsberechtigten Mannschaften aus der Landesklasse den Gang in Sachsens höchste Spielklasse auch antreten, führt zu einer erhöhten Staffelstärke von 22 Mannschaften.

Gespielt wird zunächst eine einfache Hinrunde mit 21 Spieltagen. Die zehn bestplatzierten Mannschaften ermitteln dann in einer einfachen Meisterrunde mit neun Spieltagen den Landesmeister, die übrigen zwölf Teams in einer Abstiegsrunde mit elf Spieltagen die Absteiger. Die erreichten Punkte, Tore und Gegentore aus der Hinrunde nehmen die Mannschaften mit in die Meister- und Abstiegsrunde.

Für die Saison 2021/22 ist dann eine Reduzierung der Sachsenliga von 22 auf 18 Mannschaften vorgesehen. Die entsprechenden Auf- und Abstiegsregelungen werden unter Berücksichtigung der überregionalen Regelungen noch erarbeitet. Fakt ist, dass es im kommenden Jahr bis zu acht Absteiger geben könnte.

„Ich denke, es ist trotzdem die beste Lösung, um mit so vielen Mannschaften spielen zu können“, sagt Frank Paulus, Trainer des VfL Pirna-Copitz. „Wichtig wird sein, einen guten Start zu erwischen. Eine schwache Anfangsphase wird nur schwer zu korrigieren sein.“ Der 41 Jahre alte Coach glaubt, dass es „eine sehr interessante Saison wird“. Die Gesamtbelastung für seine Spieler hält Paulus für „nicht viel höher als bei einem normalen Spielmodus“.

Paul Rabe, der die Wilsdruffer ins zweite Landesligajahr führen und mit seinen Schützlingen sicher um den Klassenerhalt kämpfen wird, sagt: „Für mich ist das der sinnvollste Modus. Wir freuen uns auf jedes Spiel in dieser attraktiven Liga. Das wird mit Sicherheit ein interessantes Spieljahr.“ Knut Michael, Trainer von Neuling SC Freital, sieht das nicht viel anders: „Es ist eine schwierige Zeit, man muss es nehmen, wie es ist. Wir sollten froh sein, dass es bald wieder losgeht. Es macht keinen Sinn, jetzt schon zu meckern, weil man in der Hinrunde vielleicht ein Heimspiel weniger hat. Wir müssen das Spieljahr alle gut überstehen.“

In der Landesklasse werden 64 Mannschaften auf vier gleichstarke Staffeln verteilt. „Die territorialen Grundsätze konnten bei den Staffel-Zusammensetzungen nicht ausnahmslos durchgesetzt werden. Deshalb kommt es zu Verschiebungen“, sagt Spielausschuss-Vorsitzender Volkmar Beier. Er zog unter anderem eine Berechnung der Entfernungen heran und führte Gespräche mit den betroffenen Vereinen.

Im Ergebnis wechseln der SV Wesenitztal und der BSV 68 Sebnitz von der Landesklasse Mitte in die Ost-Staffel. Der HFC Colditz, ursprünglich Staffel Nord, sowie der VfB Fortuna Chemnitz und der TSV IFA Chemnitz aus der West-Staffel rutschen in die Landesklasse Mitte. „Ich bin überzeugt, dass wir eine faire Lösung gefunden haben, auch im Hinblick auf die folgenden Spielzeiten“, sagt SFV-Präsident Hermann Winkler. „Uns ist klar, dass einige Mannschaften in den sauren Apfel beißen müssen und nicht in ihrer gewohnten Staffel spielen können.“

Beim SV Wesenitztal sieht Trainer Uwe Rahle den Staffel-Wechsel mit gemischten Gefühlen: „Der regionale Bezug geht weitgehend verloren, und das in der siebten Liga. Andererseits kann ich die Gründe des SFV zumindest teilweise nachvollziehen.“ Rahle war allerdings schon immer ein Gegner der vier Landesklasse-Staffel. „Diese Aufteilung, die auch zu einem erheblichen Qualitätsverlust in der siebten Liga führte, fällt dem Verband nun auf die Füße. 200 Kilometer für ein Auswärtsspiel zu fahren ist für uns schon grenzwertig.“ Zudem glaubt Rahle, dass der Wechsel in die Ost-Staffel dazu führt, „dass wir für eventuelle Zugänge nicht mehr so attraktiv sind“.

Uwe Kuhl, seit 1. Juli Coach der Sebnitzer, sieht den Staffel-Wechsel gelassen: „Ich finde es gut, und ich denke, die Vielzahl meiner Schützlinge auch. Wir haben einige gestandene Spieler im Kader, die seit Jahren gegen die gleichen Gegner antreten. Jetzt geht es gegen Borea, den DSC, Rotation Dresden oder Weixdorf. Das sind alles technisch gut aufgestellte Teams und es sollten durchaus attraktive Vergleiche, auch für die Zuschauer, so sie dann wieder ins Waldstadion können, werden.“

Sieht den Staffel-Wechsel mit gemischten Gefühlen: Uwe Rahle, Trainer des SV Wesenitztal. Foto: Marko Förster
Sieht den Staffel-Wechsel mit gemischten Gefühlen: Uwe Rahle, Trainer des SV Wesenitztal. Foto: Marko Förster © Marko Förster

„Ich dachte, es ist ein Witz“

Jens Wagner, Trainer des SC Freital II, erfuhr im Urlaub von den Veränderungen. „Ich war gerade am Strand auf Rügen, habe es in unserem Mannschafts-Chat gesehen und dachte, dass das ein Witz von einem meiner Spieler ist.“ Die Zuteilung der drei Vereine aus dem Leipziger Umland beziehungsweise Chemnitz kann Wagner nicht nachvollziehen: „Die Zuschauer auf beiden Seiten wissen doch mit den neuen Gegnern gar nichts anzufangen. Ich hatte vermutet, dass aus dem Stadtgebiet von Dresden ein Verein zu unseren 14 Teams in die Staffel Mitte wechseln, dann hätte man noch so eine Art Derbycharakter in den Spielen gehabt. Aber jetzt?“

Auch bei Günther Nitschke vom Hartmannsdorfer SV Empor schwingt etwas Wehmut mit: „Nach Sebnitz hatten wir einen sehr guten Draht. Schade, dass wir nicht mehr ins Waldstadion und ins Wesenitztal fahren. Andererseits waren wir noch nie in Colditz, das ist auch interessant. Im letzten Pokal-Wettbewerb mussten wir gegen Rapid Chemnitz ran, jetzt treffen wir auf den TSV IFA und Fortuna. Alles in allem schon eine interessante Konstellation, die wir annehmen werden.“

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier. 

Täglichen kostenlosen Newsletter bestellen. 

Mehr zum Thema Pirna