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Sebnitz

Skurrile Szenen auf dem Wochenmarkt

Seit Mittwoch dürfen wieder Wochenmärkte stattfinden. In Sebnitz war es mit dem Kontaktverbot schwierig.

Abstand halten geht auf dem Sebnitzer Wochenmarkt kaum, obwohl Schilder darauf hinweisen.
Abstand halten geht auf dem Sebnitzer Wochenmarkt kaum, obwohl Schilder darauf hinweisen. © Norbert Millauer

Mobile Verkaufsstände unter freiem Himmel und in Markthallen dürfen wieder öffnen, für den Verkauf von Lebensmitteln, selbst erzeugten Gartenbau- und Baumschulprodukten sowie Tierbedarf. So hatte es Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Die Grünen) verkündet. Die Stadt Sebnitz hatte als eine der ersten Kommunen angekündigt, dass ab Mittwoch wieder Markttag ist.

Die Szenen allerdings sind eher skurril. In den letzten Tagen ein menschenleerer Platz.  Fast alle einheimischen Geschäfte mussten schließen, und am Mittwoch nun am Markt  das bunte Leben mit auswärtigen Verkaufsständen, so als ob es keine Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote gäbe. Doch auch für mobile Verkaufsstände gilt, mindestens zwei Meter Abstand halten. Ob das auf so einer kleinen Fläche am Markt überhaupt möglich ist? 

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Für die meisten Stände dürfte das zutreffen. Allerdings reichte der Platz nicht mehr, dass auch die Kunden zwei Meter Abstand zueinander halten, so wie in Einkaufsmärkten. Und da es auf dem Kopfsteinpflaster keine Striche als Markierung gibt, wird offenbar der Abstand schnell vergessen, wie ein Test von Sächsische.de zeigt. Noch immer nichts gelernt? Dabei warnte ein Schild in der Mitte des Sebnitzer Marktes.

Einige Besucher, vor allem auch aus den umliegenden Dörfern, scheinen nur darauf gewartet zu haben, dass der Wochenmarkt wieder stattfindet. Keine Angst vor Ansteckung? Antje Schmitz ist die Einzige, die einen Mundschutz trägt. "Es ist zwar noch keine Pflicht. Aber wenn hier viele Menschen aufeinandertreffen, war mir das sicherer. Dass die Märkte wieder öffnen dürfen, sorgt doch auch für etwas Abwechslung bei den Einwohnern", sagt sie. An den Verkaufsständen gibt es Pflanzen, Blumen, Gemüse, Obst, Fleisch und Wurst, Eier, Brot und gegrillte Hähnchen.

Landwirtschaftsminister Günther: "Mit der Regelung geben wir regionalen Produzenten und Direktvermarktern eine Perspektive. Zudem ist die Regelung ein Beitrag zur Sicherung der Lebensmittelversorgung."  Stellt sich die Frage, ob die  Versorgung in Sebnitz ohne Wochenmarkt gefährdet ist?  Ein Thema, welches auch am Mittwoch auf dem Sebnitzer Markt diskutiert wurde. Denn es gibt vor Ort nicht nur Fleischereien und Bäckereien, sondern auch Gartenbaubetriebe, die ihre Waren anbieten. In den Geschäften aber mit sicherem Abstand und genauen Regeln. Noch dazu wäre das ein Beitrag, um die Leute vor Ort zu unterstützen oder die Initiative des Sebnitzer Gewerbevereins zu nutzen.

Das Ganze gewinnt an Brisanz, weil alle anderen Geschäfte bis auf wenige Ausnahmen schließen mussten, was übrigens auch Wochenmarktbesucher bemerkt haben. "Es ist schon etwas traurig, dass andere schließen mussten. Und hier findet der Wochenmarkt statt. Ich nutze den aber nicht zum Einkaufen, sondern um Bekannte wieder zu treffen", gibt ein Kunde offen zu. Allerdings habe er sich gewundert. Eigentlich solle man sich in der Freizeit nur in seinen Heimatgrenzen bewegen. Weshalb das nicht für die Betreiber der Verkaufsstände oder die Marktbesucher von weiter weg gelte, fragt er sich.

Andernorts, wie zum Beispiel in Döbeln, behilft man sich derzeit mit dem Absperren des Wochenmarkt-Areals und Einlasskontrollen, um die Abstände zwischen den Kunden wahren zu können. Die Stadt Dippoldiswalde hält dagegen an der Schließung fest. "Bekanntlich kommt es beim Wochenmarkt zu einer größeren Ansammlung von Personen und damit auch zu Gruppenbildung, damit kann der Grundsatz der Kontakteinschränkung nicht immer eingehalten werden", heißt es in einer Mitteilung. "Aus diesem Grund hat sich die Große Kreisstadt Dippoldiswalde dazu entschlossen, die Wochenmärkte in Dippoldiswalde und Ortsteilen weiterhin geschlossen zu halten."

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Das Ordnungsamt in der Neißestadt Görlitz hat zudem eindeutig festgelegt, dass nur „Selbsterzeuger“, wie Gemüse- und Blumenhändler verkaufen dürfen. Imbisse sind explizit ausgeschlossen, so auch Textilhändler, Fleischereien, Bäckereien oder Hähnchengrills, heißt es aus dem Rathaus. 

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