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Sebnitzer Firma räumt mit Gerüchten auf

An dem markanten Eckgebäude auf der Kreuzstraße tut sich was. Der Eigentümer erklärt auf sächsische.de, was dort passiert.

Vor dem weiteren Verfall gerettet: das markante Eckgebäude Kreuzstraße 5 in Sebnitz.
Vor dem weiteren Verfall gerettet: das markante Eckgebäude Kreuzstraße 5 in Sebnitz. © Steffen Unger

Das einheimische Bauunternehmen Bendl HTS startet mit einem Großprojekt, und das  in Sebnitz. Als Eigentümer des markanten Eckhauses an der Kreuzstraße hat die Firma ein Konzept für das Gebäude entwickelt. HTS-Geschäftsführer Uwe Lohf räumt in dem Zusammenhang mit Gerüchten auf, die sich seit Wochen um den Standort Kreuzstraße 5 drehen. 

So bestätigt er, dass es vor einiger Zeit Anfragen eines Lebensmitteldiscounters gegeben habe. „Wir selbst haben als Firma aber keine Ambitionen, dort an diesem exponierten Standort einen Discounter zu errichten. Das wäre kontraproduktiv“, sagt der Geschäftsführer. Immerhin handelt es sich um ein markantes Gebäude sozusagen am Eingangstor von Sebnitz für diejenigen, die in die Stadt hineinfahren oder in Richtung Grenze weiterwollen.  Ein solches Ensemble, auch mit den gegenüberliegenden Bürgerhäusern, könne man nicht zerstören, sondern es sollte erhalten bleiben. 

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Und auch das zweite Gerücht, die Firma würde ihren Bauhof zurück nach Sebnitz verlagern, dementiert der Geschäftsführer. Der zum Anwesen gehörende Komplex Kreuzstraße 3a bleibe als Gewerbestandort erhalten, noch freie Gewerberäume können angemietet werden. 

Doch was wird nun aus dem Gebäude? Die Ideen schlummern schon länger. Allerdings konnten die nicht umgesetzt werden, da das Haus in Besitz einer englischen Privatfirma war. Die Stadtverwaltung in Sebnitz und das Landratsamt in Pirna behandelten das Haus als vordringlich, um es vor dem weiteren Verfall zu retten, forderten die Notsicherung, gingen in Ersatzvornahme, zahlten also erst einmal selbst notwendige Arbeiten. 

Bereits damals habe man überlegt, wie es mit dem Komplex weitergehen könnte, vor allem auch, um das Stadtbild zu erhalten. Im Rahmen der Zwangsversteigerung hat das Sebnitzer Bauunternehmen die Kreuzstraße 5 erworben. Und damit habe man gleich mehrere aus der Sicht der Firma wichtige Dinge umsetzen können. 

Es gelingt so, das Stadtbild-prägende Ensemble zu erhalten. Da die Firma meist im Dresdener Raum tätig ist, hat sie wieder ein Großprojekt vor der Haustür. Das wiederum gewährt den Mitarbeitern und den Handwerksbetrieben aus der Region kurze Anfahrtswege zur Baustelle.

Damit, dass das Haus unter Denkmalschutz steht, kann man gut leben. Die Firma selbst ist nicht nur auf Neubau spezialisiert, sondern auch auf den Erhalt von denkmalgeschützten Häusern. „Wir verfügen über das notwendige Wissen und die Erfahrung mit der Sanierung von solchen Gebäuden“, sagt der Geschäftsführer. Und nicht zuletzt gibt es verschiedene staatliche Förderprogramme, die das kostspielige Vorhaben finanziell unterstützen.

Vorgesehen ist, an diesem Standort elf Wohnungen zu bauen, in denen junge und alte Menschen gleichermaßen leben können. Die Wohnungen werden mit einem Aufzug erreichbar sein und sind altersgerecht gestaltet. Jede hat einen Balkon und es gibt Parkplätze und Grünflächen am Haus. Es soll sozusagen ein Mehrgenerationenhaus werden, ein Haus, in dem man zum Beispiel als junge Familie einziehen und auch im Alter  noch wohnen kann. Oder, dass jüngere und ältere Familien unter einem Dach gemeinsam leben können. Auch Eigentumswohnungen wären denkbar. 

Es gibt erste Kontakte mit möglichen Investoren, die in das Projekt einsteigen wollen. Namen will der Geschäftsführer derzeit noch keine nennen, da alles noch in den Verhandlungen stehe.

 Das Konzept sieht nun vor, in einem ersten Bauabschnitt das Haus zu sichern, was derzeit erfolgt. Anschließend erhält das Gebäude noch ein Notdach. Ziel ist es, noch in diesem Jahr das Gebäude zu sichern und dann im kommenden Jahr das Projekt weiter auszuarbeiten und mit der Umsetzung zu beginnen. Dass die Sanierung eines solchen Gebäudes viel Fingerspitzengefühl erfordert, liegt auf der Hand. Der Zustand ist schlecht. Immerhin ist das Haus schon seit vielen Jahren unbewohnt, wurde nie saniert. Das ist jetzt die Aufgabe des Sebnitzer Bauunternehmens.

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