merken
PLUS

Sebnitzer Frauen leben am längsten

Drei Bürgerinnen sind derzeit 100 Jahre alt oder älter. Die bislang Älteste wurde 107.

Von Herbert Bergmann

Nun ist am 24. Mai in Sebnitz wieder jemand 100 Jahre alt geworden, Lotte Prosche in Saupsdorf. Mit der 102-jährigen Elli Hille in Saupsdorf und der 100-jährigen Käte Bosin in Sebnitz sind es jetzt drei über Einhundert-Jährige, die in Sebnitz leben.

sz-Reisen
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

Auch in unserer Region werden die Menschen immer älter. Es ist keine Sensation mehr, wenn jemand 100 Jahre und älter wird. Durch bessere Hygiene und Ernährung, Umweltqualität, medizinische Vorbeugung und Versorgung hat sich die Lebensqualität ständig erhöht, das hat zu einer Verlängerung der Lebenserwartung geführt. Doch dass drei Einhundertährige in der Stadt gleichzeitig leben, das ist wirklich selten. Aus der Vergangenheit ist wenig bekannt über Menschen, die in unserer Region sehr alt geworden sind. In der Götzinger-Chronik von 1786 (Geschichte und Beschreibung des Churfürstlichen Amtes Hohnstein mit Lohmen …) werden zwei Fälle genannt. So erfährt der Leser, dass 1665 Urban Kumpe (Klumpe) in Hertigswalde (Hertigswalda) mit 101 Jahren gestorben ist. Im Kirchenbuch ist zu lesen: „Er starb am 16. April und wurde Sonntag Jubilate (3. Sonntag nach Ostern), also am 26. April, bestattet.“ Laut Kirchenbuch wurde „die Leichenrede vor einer volkreichen Versammlung“ gehalten.

Götzinger berichtet weiterhin, dass am 21. April 1728 in Sebnitz Martin Müller 92 Jahre alt wurde. Er war 13-mal zum Bürgermeister gewählt worden. Bürgermeister-Wahlen fanden jährlich am 1. Januar statt.

Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Menschen im Bereich des jetzigen Stadtgebietes von Sebnitz 100 Jahre und älter geworden sind. Das ist dann aber nicht dokumentiert worden. In unserer Zeit ist im Stadtgebiet von Sebnitz 1976 das erste Mal jemand 100 Jahre alt geworden: Martha Hofmann am 13. Januar 1976. Sie starb am 19. Mai 1983. Im Januar 1981 empfing sie eine Gruppe Kinder aus dem Kindergarten „Arthur Hartmann“, die alle 100 Jahre jünger als sie waren (SZ vom 17. Januar 1981). Sie ist die Sebnitzerin, die mit 107 Jahren das bisher höchste Alter in unserer Stadt erreichte.

Julie Freiesleben starb am 10. September 1978 im Alter von 104 Jahren, Minna Günther wurde 101 Jahre, sie starb am 5. August 1981. Olga Haufe starb am 1. August 1997 mit 100 Jahren. Bekannt unter den Sebnitzern war auch Margarete Becker. Sie starb am 4. Juni 2001 im Alter von 102 Jahren. Sie hatte von Ende 1945 bis 1972 die Herrenkleiderfabrik Alexander Becker in Sebnitz geleitet, die letzten zehn Jahre gemeinsam mit Sohn Rolf. Ihren 100. Geburtstag feierte sie mit ihrer Familie in Sebnitz. Sie starb in Berlin und wurde auf dem Sebnitzer Friedhof bestattet. Walther Strohbach starb am 14. Mai 1999 im Alter von 101 Jahren. Martha Hoffmann starb am 14. Oktober 1999 und Helene Heidel aus Schönbach am 28. Juli 2004, beide mit 103 Jahren. Max Endler starb 101-jährig 2006 in Neustadt. Er lebte Jahrzehnte nach der Vertreibung aus dem Sudetenland in Sebnitz und hat Verdienste im Wintersport, besonders als Übungsleiter. Die letzten Jahre verbrachte er im Pflegeheim in Neustadt. Der Reigen der über 100-Jährigen geht aber noch weiter. Anneliese Siebert starb am 24. Oktober 2006 mit 103 Jahren. Rudolf Hille schaffte es immerhin auf 101 Jahre. Er starb am 5. August 2008. Er lebte seit der Vertreibung aus dem Sudetenland in Altendorf. Martha Töppel starb am 24. März 2011 mit 101 Jahren und Elisabeth Saga mit 101 Jahren im Jahr 2011. Hedwig Morgner wurde 100 Jahre, bevor sie am 9. Juli 2010 gestorben ist. Auch Erna Hartmann schaffte es auf 100 Jahre. Sie starb am 21. August 2012.

Somit gab es in Sebnitz bisher 19 Einhundertjährige. Es ist zu hoffen, dass sich die Lebensbedingungen weiterhin auch für alte Menschen verbessern und dass sie, wie wir alle, unbeeinträchtigt von Kriegen und Katastrophen jeglicher Art verschont werden. Dann wird man die jetzige Liste noch oft erweitern können.

Bei der Erarbeitung dieser Aufstellung wurde der Autor von der Stadtverwaltung, dem evangelischen Pfarramt und verschiedenen Bürgern unterstützt. Dafür bedankt er sich.