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Sebnitzerin stirbt nach Badeunfall im Valtengrund

Die 52-Jährige bekam im Wasser gesundheitliche Probleme. Sie schaffte es noch ans Ufer. Dennoch kam jede Hilfe zu spät.

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Von Katarina Lange

Ein Ausflug an den Steinbruch im Valtengrund endete für eine 52-jährige Frau tödlich. Die Sebnitzerin starb nach einem Badeunfall am Ufer des Sees. Das Drama hat sich am Mittwochabend ereignet. Laut Polizeiangaben war die Frau zusammen mit einer Bekannten zum Steinbruch gefahren, der inoffiziell als Badesee genutzt wird. Beim Schwimmen soll ihr plötzlich schlecht geworden sein. Ihre Begleiterin soll die Frau noch an Land geschafft haben. Gegen 19 Uhr brach sie dort jedoch zusammen. Der herbeigerufene Rettungsdienst konnte nichts mehr tun. Die Sebnitzerin verstarb.

Wie die Polizei mitteilt, ist die Frau nicht ertrunken. Sie hatte gesundheitliche Probleme. Es sei deshalb ein natürlicher Tod gewesen, wie Polizeisprecher Wolfgang Kießling äußert. Dennoch wurde die Kriminalpolizei zum Steinbruch gerufen. Auch die Tochter der Toten soll kurz nach dem tragischen Zwischenfall zum Valtengrund gekommen sein. Die Sebnitzerin soll wohl unter Epilepsie gelitten haben. Bei dieser Krankheit treten spontan Krampfanfälle auf. Das könnte eine Erklärung für den Badeunfall sein. Offiziell bestätigt wurde das aber bisher nicht.

Der Steinbruch wird von der Firma Pro Stein betrieben. Auf dem Gelände, das versteckt im Hohwald liegt, wird jedoch schon seit mehreren Jahren kein Gestein mehr abgebaut. Die Arbeiten ruhen. Grundwasser hat die Grube inzwischen teilweise geflutet. Unter Einheimischen ist der Steinbruch deshalb im Sommer zu einem beliebten Bade- oder Campingziel geworden. Obwohl Schwimmen in dem See von offizieller Seite streng verboten ist. „Das ist ein heikles Thema“, sagt Freddy Grosser, technischer Leiter bei der Firma Pro Stein. Das Unternehmen sei tief betrübt nach dem tragischen Unglück. „Die Verantwortung liegt jedoch bei jedem Einzelnen, der das Verbot missachtet“, sagt Grosser.

Das Unternehmen sei eigenen Angaben zufolge der Verkehrssicherungspflicht nachgekommen. Demnach muss mit gut sichtbaren Schildern deutlich gemacht werden, dass auf dem gesamten Gelände Betretungsverbot herrscht. Die Hinweisschilder gibt es vor Ort. „Sie werden jedoch im Sommer immer wieder mutwillig zerstört“, kritisiert Freddy Grosser. Er vermutet, von Badegästen. Das Unternehmen würde die Tafeln jedoch regelmäßig erneuern. In gesonderten Bereichen sei der Steinbruch zudem durch Erdwälle abgesichert. Eine Schranke würde eine Zufahrt absperren. Außerdem würden Steine den Weg blockieren. „Der Betreiber von Steinbrüchen ist dafür zuständig, dass keiner auf seinem Gelände baden geht“, bestätigt Norbert Kentsch von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Dafür reichen Hinweisschilder aus. Wenn diese nicht vorhanden seien, mache sich der Betreiber strafbar.

Verbotsschilder werden überprüft

Schranken, Steine oder Schilder scheinen die Badegäste dennoch nicht abzuhalten. Über Schleichwege finden sie zum Steinbruch. Das ist ein Ärgernis für den Sachsenforst. Denn die Waldwege dürfen zwar von Spaziergängern oder Radfahrern, aber nicht von Kraftfahrzeugen genutzt werden. Revierförster Mike Metka kontrolliert die Waldwege regelmäßig, vor allem jetzt im Sommer. „Ich treffe dabei so gut wie immer Menschen, die trotz Verbots mit dem Auto oder Motorrad durch den Wald zum Steinbruch fahren“, sagt er. Viele seien gegen seine Belehrungen resistent.

Nach dem tödlichen Badeunfall hat sich nun das Sächsische Oberbergamt in Freiberg eingeschaltet. Die Behörde überprüft unter anderem, ob Betreiber von Steinbrüchen ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Zuletzt seien die Absperrungen und Hinweisschilder am Valtengrund am 13. Februar 2013 kontrolliert worden. „Der Unternehmer wurde schriftlich aufgefordert, notwendige Absperreinrichtungen und Beschilderungen zu ergänzen“, teilt Abteilungsleiter Werner Kleine gegenüber der SZ mit. Am kommenden Montag wird ein Vertreter des Sächsischen Oberbergamts kontrollieren, ob die Forderung umgesetzt wurde. Sollte Pro Stein seinen Pflichten nicht nachgekommen sein, wird ein entsprechender Untersuchungsbericht erstellt, der auch der Polizei bekanntgegeben wird. Des Weiteren werde geprüft, ob eine Ordnungswidrigkeit vorliegt.