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Seeadler zurück in Sächsischer Schweiz

Zum ersten Mal wurde ein Paar südlich der Elbe gesichtet - mit Nachwuchs. Die Sensation für Naturschützer spielte bereits im Ranger-Film eine Rolle.

Ein Seeadler auf seinem Horst im Wald bei Neustadt. Für Naturschützer eine Sensation.
Ein Seeadler auf seinem Horst im Wald bei Neustadt. Für Naturschützer eine Sensation. © Frank Strohbach

Die Sächsische Schweiz hat tierischen Zuwachs bekommen, den es hier lange Zeit nicht gab: Erstmals haben sich wieder Seeadler in der Region angesiedelt. Mitarbeiter des Sachsenforst  haben in einem Waldgebiet südlich der Elbe ein Pärchen nachweisen können. Die zwei Seeadler haben bereits erfolgreich gebrütet. Zwei Jungvögel sind vor wenigen Tagen ausgeflogen.

Für Naturschützer ist der Nachweis von Seeadlern in der Sächsischen Schweiz eine Sensation. Bislang ließen sich die Tiere, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Westeuropa ausgerottet waren, vor allem in den See- und Teichlandschaften der Oberlausitz nieder. Auch in Großröhrsdorf bei Pulsnitz gibt es inzwischen heimisch gewordene Seeadler.

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"Für uns ist das eine schöne Nachricht", sagt Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirkes Neustadt. Um die Tiere zu schützen, wurde um den Horst bereits eine Schutzzone eingerichtet. Sie soll Wanderer und Spaziergänger fernhalten, die die Tiere stören könnten. "Wir haben uns immer gewünscht, dass sich Seeadler hier ansiedeln", sagt Borrmeister. Bereits im vergangenen Jahr hätte man an der Elbe in der Sächsischen Schweiz erstmals Seeadler beim Fischen beobachten können. Die Tiere bevorzugen normalerweise größere, stehende Gewässer - wie in der Oberlausitz. Dass sich einige Tiere nun weiter nach Süden ausbreiten, hängt womöglich mit der dort wachsenden Population zusammen. "Die Tiere weichen deshalb in die Randgebiete aus", erklärt Borrmeister.

Filmleute prophezeien Rückkehr der Seeadler

Seeadler in der Sächsischen Schweiz - dieses Naturschauspiel spielte bereits in der ARD-Fernsehreihe "Der Ranger - Paradies Heimat" eine Rolle. Insgesamt vier Folgen mit Schauspieler Philipp Danne in der Rolle des Nationalpark-Rangers Jonas Waldek wurden 2018 und 2019 in der Sächsischen Schweiz gedreht. In einer Folge, die letztes Jahr aufgenommen wurde, beobachtet der Ranger bei einem Rundgang im Wald zufällig ein Pärchen Seeadler, die auf einem Felsen nisten. Was damals nur im Drehbuch stand, hat sich tatsächlich bewahrheitet. "Manchmal werden Märchen wahr", kommentiert Uwe Borrmeister mit einem Augenzwinkern. "Überbleibsel" von den Dreharbeiten sind die Tiere allerdings nicht, wie man vermuten könnte. Denn die Aufnahmen im Film würden keine Seeadler, sondern Fischadler zeigen. 

Schauspieler Philipp Danne spielt den Ranger Jonas Waldek.
Schauspieler Philipp Danne spielt den Ranger Jonas Waldek. © Daniel Schäfer

Ob wieder mit Adlern oder ohne: Die Filmleute um den "Ranger"  werden auch in diesem Sommer wieder in der Sächsischen Schweiz unterwegs sein. Ab Mitte Juli soll es los gehen. In Sebnitz sind bereits Mitarbeiter der Filmcrew gesichtet worden. Gedreht werden dann die fünfte und sechste Folge der ARD-Fernsehproduktion. 

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