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Zukunft der Seenlandbahn unsicher

Die Verbindung zwischen Dresden-Kamenz-Senftenberg war diesen Sommer beliebt. Ob es sie weiterhin gibt, hängt von einer Grundsatz-Entscheidung ab.

Im Vorjahr startete eine Testphase für die Seenlandbahn. Die verband in der Sommersaison Dresden mit dem Seenland. Offen ist derzeit, ob es im kommen den Jahr eine Fortsetzung der Verbindung gibt.
Im Vorjahr startete eine Testphase für die Seenlandbahn. Die verband in der Sommersaison Dresden mit dem Seenland. Offen ist derzeit, ob es im kommen den Jahr eine Fortsetzung der Verbindung gibt. © VVO/Schmidt

Kamenz/Dresden. Die letzte Fahrt ins Seenland von Dresden über Kamenz nach Senftenberg ist für dieses Jahr Geschichte. Die Saison wurde am Wochenende beendet. Ob es eine nächste  geben wird, steht nach Aussagen des VVO (Verkehrsverbund Oberelbe) in den Sternen. Es handelte sich um einen zweijährigen Test. Aber die zurückliegende Saison hallt nach.

 So konnte die Bahn den Ansturm der Fahrgäste nicht immer bewältigen (Sächsische.de berichtete). Das hatte unterschiedliche Gründe. Jedenfalls mussten Passagiere zu ihrem Ärger auf dem Bahnsteig zurückbleiben. In manchen Zügen stapelten sich die Fahrräder, merkte SZ-Leser Dieter Scheffler an. Das sei doch kein Zustand – schon aus Sicherheitsgründen. Auch in den sozialen Medien wurde heftig diskutiert und die Bahnpolitik kritisiert. Es gibt viel Zuspruch für die Seenlandbahn.

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Der VVO selbst schätzt ein, dass bei der Auslastung der Züge die Kapazitätsgrenze teilweise  erreicht worden sei: „Wir haben gewusst, dass das Angebot angenommen wird, aber dass es so gut läuft, hätten wir nicht gedacht", so Marketingleiterin Gabriele Claus.

Kurze Bahnsteige

Nach Saisonende  ruht der Betrieb erst einmal. Dafür nimmt die Diskussion um sie Fahrt auf. So stellt sich die Frage, warum nur ein Wagen auf Tour geschickt wird. Ein Grund: Die Bahnsteige in Straßgräbchen-Bernsdorf und Wiednitz sind zu kurz. Ein Kamenzer SZ-Leser regte nun an, es sei doch für so vieles Geld da. Dann müssten die Bahnsteige eben verlängert werden.

Ein guter Vorschlag an den VVO. Dort ist allerdings noch nicht einmal klar, ob die Seenlandbahn im kommenden Jahr wieder fährt. Denn die zweijährige Testphase sei zu Ende und unklar, ob im kommenden Jahr wieder Geld dafür in der Kasse ist. Erst werde die Probezeit ausgewertet: „Wenn die längerfristige Zukunft der Strecke geklärt ist, werden wir natürlich auch die Infrastruktur betrachten“, stellt VVO-Sprecher Christian Schlemper in Aussicht.

Für den Oberlichtenauer Kreisrat Maik Förster (CDU) gibt es an dieser Zukunft gar keinen Zweifel. Das beweise der Ansturm in diesem Jahr. Ein Zurück dürfe es nicht geben. Es wäre das völlig falsche Signal, den Betrieb wieder einzustellen. Im Gegenteil. Er macht noch weitere Vorschläge, auch damit die ganze Strecke wirtschaftlicher wird. Immerhin sei er ja selbst der, der die Idee für die Seenlandbahn vor über zehn Jahren  geboren habe. Damals im ehrenamtlichen touristischen Engagement für den Dresdner Heidebogen als Verbund von Städten und Gemeinden in der Region. Der Gedanke: „Wie bekommen wir Gäste aus dem Dresdner Raum in unsere Region.“

Strecke zum Dauerbetrieb ausbauen?

Damals sei auch noch ein Zug mit Werbung fürs größte Seenland Europas unterwegs gewesen. Da war der Name Seenlandbahn für den Oberlichtenauer klar. Nun kämpft er – auch als Kreisrat – nicht nur für die Seenlandbahn. In einem nächsten Schritt sollte die Strecke Dresden-Kamenz zumindest bis Bernsdorf (samt Bahnsteig) für den Dauerbetrieb ausbauen ausgebaut werden. Mit Station am Accumotive-Batterie-Werk von Daimler. Durch die Gewerbegebiete im Kamenzer Norden und in Straßgräbchen verspricht sich der Kreisrat ein großes Potenzial an Bahnkunden. Das mache die ganze Strecke auch wirtschaftlicher. Auch im Kreistag habe er sich bereits für den zusätzlichen Haltepunkt ausgesprochen.

Stillgelegt wurde die Strecke für den Personenverkehr vor über 20 Jahren. Seitdem verkehren auf diesem Abschnitt nur Güterzüge und zumindest noch in diesem Sommer die Seenlandbahn. Die Wiederbelebung von stillgelegten Strecken für den Personennahverkehr ist für diese  und  weitere Trassen in Sachsen vor allem eine Geldfrage. Doch das könnte durchaus zur Verfügung stehen.

Christian Schlemper erklärt: „Im Zuge der Projekte der Kohlekommission und des Strukturstärkungsgesetzes ist der Ausbau und der Betrieb der Strecke bis Hoyerswerda/Senftenberg geplant.“ Was sicher auch wichtig sei, erklärt der VVO-Pressesprecher. Denn viele Dresdner ziehe es ins Umland, da brauche man so eine Verbindung. Die Auslastung der R 34 von Dresden über Radeberg nach Kamenz sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.

Wann von den Plänen auf der Strecke etwas umgesetzt werden kann, liege nun in der Verantwortung des sächsischen Ministeriums für Regionalentwicklung. Billig wird es jedenfalls nicht. Von fast 60 Millionen Euro wird gesprochen.

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