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Niesky

Seer schaffen sich neuen Rosengarten

Der Ortschaftsrat will ein Kleinod aus den 1960er Jahren wiederbeleben. Das erste Geld ist da, aber längst nicht genug.

Ortschaftsratsvorsitzender Hartmut Schuster (links) freut sich zusammen mit Werner Müller, Gunter Groh und Helmut Schuster (von links) über den Scheck mit 500 Euro aus dem Förderprogramm „Unbezahlbarland“. Inzwischen hat auch die Stadt Niesky ihre finanzi
Ortschaftsratsvorsitzender Hartmut Schuster (links) freut sich zusammen mit Werner Müller, Gunter Groh und Helmut Schuster (von links) über den Scheck mit 500 Euro aus dem Förderprogramm „Unbezahlbarland“. Inzwischen hat auch die Stadt Niesky ihre finanzi © André Schulze

Die alten Seer kennen ihn noch, den Rosengarten. Dieser befand sich im Dreieck Lange Straße und Mittelstraße. „Hier war das kulturelle Zentrum von Moholz“, erinnert sich Helmut Schuster. Hier stand auch eine Fahnenstange, an der der Maibaum befestigt wurde. Helmut Schuster gehört mit zu den Seern, die diesen Platz wieder herrichten wollen.

Angeschoben hat die Rekultivierung der Ortschaftsrat von See. Sein Vorsitzender Hartmut Schuster sagt: „Wir machen uns schon seit einigen Jahren Gedanken um den Platz, wollen ihn wieder als Treffpunkt herrichten. Das ist auch ein Wunsch vieler Seer.“

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Wo heute Autos. Lastkraftwagen und Busse parken, sollen bald vier Bänke stehen und ein Baum den Verweilenden Schatten spenden. Zuvor soll der Platz aber mit Bordsteinen eingefasst werden, damit kein Fahrzeug mehr geparkt wird. Der jetzt vorhandene Kies soll durch Mutterboden ersetzt werden. Auf alle Fälle soll der Platz barrierefrei hergerichtet werden, sodass ihn auch Rollstuhlfahrer nutzen können. Ob dann auch Rosen angepflanzt werden, darauf will man sich im Ortschaftsrat noch nicht festlegen. „Wir haben dem Projekt den Namen Rosengarten gegeben, weil dieser einst hier war“, erzählt Hartmut Schuster. Er erinnert sich daran, dass bis in die 1960er Jahre der kleine Park die Seer erfreute. Dank vor allem dem Engagement eines Ehepaares, das sich um den Rosengarten kümmerte. Nach dem Tod des Paares fühlte sich aber niemand mehr zuständig für dieses Kleinod und der Park verfiel und wurde schließlich zum Abstellplatz.

Das soll sich nun ändern. Einen ersten finanziellen Zuschuss hat der Ortschaftsrat bereits in der Tasche. Er beantragte 500 Euro aus dem sächsischen Förderprogramm „Ehrenamt im Unbezahlbarland“. In der Kategorie „Ehrenamt macht(s) schön!“ wollen die Seer den Sachkostenzuschuss für Renovierungs- oder Ortsverschönerungsmaßnahmen für sich verbuchen. Sie hatten Glück, ihrem Antrag wurde stattgegeben und ein Scheck über 500 Euro dem Ortschaftsrat jüngst übergeben. Damit sollen die ersten Arbeiten angeschoben und finanziert werden.

Die 500 Euro reichen aber nicht, deshalb wollen die Seer das Vorhaben zusammen mit der Stadt Niesky umsetzen. Hartmut Schuster sagt, dass der Rosengarten bereits im städtischen Haushalt für 2018 berücksichtigt wurde. „Leider hat die Stadt in dem Jahr keine Fördermittel beantragt, sodass das Projekt nicht umgesetzt werden konnte“, so der Ortschaftsratsvorsitzende. Zwischendurch suchte der Ortschaftsrat nach eigenen Möglichkeiten einer Geldbeschaffung. Groß ist die Auswahl dabei nicht, denn die Finanzen laufen über die Stadt Niesky. Aber in dem Förderprogramm „Unbezahlbarland“ haben die Seer ihre Chance gesehen und sie genutzt.

Bis zum Donnerstag sah es aus, als ob es mit dem kleinen Garten auch in diesem Jahr nichts wird, weil der Stadt das Geld dafür fehlt. Doch bei der gestrigen Ortsbegehung mit der Oberbürgermeisterin kam dann doch noch ein Leuchten aus den Augen der Mitglieder des Ortschaftsrates. Beate Hoffmann sprach davon, dass die Stadt ein Förderprogramm anzapfen will, das die Umsetzung der Parkidee finanziell erleichtern könnte. Aber ganz ohne Eigenanteil wird das nicht gehen, „und da sind wir als Seer mit in die Pflicht genommen“, sagt Hartmut Schuster.

Auf Nachfrage der SZ sagte die Oberbürgermeisterin, dass die Aussichten gut stehen, auch wenn die Stadt die Förderung erst noch beantragen muss. „Aber es wird sich dieses Jahr was tun in See, auch mit der Unterstützung durch den städtischen Bauhof“, sagte die Oberbürgermeisterin.

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Dennoch bleiben in See für die nächsten Jahre noch einige Baustellen. Das brachte die gestrige Ortsbegehung zutage. „Schwerpunkt sind die Straßen. Hier bieten sich kurzfristige Lösungen im Interesse der Anwohner an, aber es gibt auch Bereiche, wo mehr investiert werden muss“, so Beate Hoffmann nach dem Rundgang. Erschwerend kommt hinzu, dass das Land Sachsen seine Förderung zum Straßenausbau zurückgefahren hat, jede Kommune vom Freistaat nur noch ein Vorhaben gefördert bekommt. Die Stadt Niesky entschied sich für die Verbindungsstraße von See zur Zeche Moholz. Diese hat besonders durch den Bahnausbau gelitten. Aber das sei nicht die einzige Straße, die in See in Mitleidenschaft gezogen wurde, argumentiert Hartmut Schuster. Die Ortsbegehung hat dennoch ihren Zweck erfüllt: Die Oberbürgermeisterin und Vertreter des Bauhofes wissen jetzt, was den Seern unter den Nägeln brennt. Nun müssen Möglichkeiten und Geld gefunden werden, diese Probleme zu lösen. q 

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