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Görlitz

Segler sorgen sich um Revier auf dem Berzi

Die Naturschutzzone am Westufer des Sees könnte größer ausfallen. Klar ist das aber nicht.

Der Berzdorfer See ist ein beliebtes Segelrevier.
Der Berzdorfer See ist ein beliebtes Segelrevier. © Archiv / Pawel Sosnowski

Unter den Görlitzer Seglern wächst die Sorge, dass sie für ihren Sport am Berzdorfer See künftig deutlich schlechtere Bedingungen vorfinden werden. Genährt wird die Sorge durch Entwürfe für Naturschutzzonen, die mit der Schiffbarkeitserklärung für den See festgelegt werden sollen. Zwar gibt es solche Zonen am Westufer zum Schutz der Vogelwelt auch jetzt schon, aber künftig sollen sie größer ausfallen.

Damit war allerdings immer gerechnet worden. Denn während die jetzigen Genehmigungen Jahr um Jahr verlängert und beispielsweise bei einer größeren Kolonie geschützter Vögel die Zone schnell angepasst werden kann, wird die Schiffbarkeitserklärung von der Landesdirektion für einen längeren Zeitraum erlassen. Sie legt fest, was wo auf dem See gemacht werden darf. Wo darf man baden, wo segeln, wo dürfen Motorschiffe verkehren, wo vielleicht auch ein Ausflugsdampfer. Und an welcher Stellen geht all das nicht, weil Naturschutz herrscht. Um sich Spielraum für Reaktionen auf Veränderungen der Vogelwelt zu erhalten und nicht gleich wieder ein aufwendiges Verwaltungsverfahren starten zu müssen, war abzusehen, dass die Schutzzone grundsätzlich ausgeweitet wird. Vorgestellt wurden die Zonen bei einer Wassersportmesse in Leipzig bereits vor Wochen. Demnach wird in der eigentlichen Schiffbarkeitserklärung die Schutzzone so groß wie bislang festgelegt. Doch es soll noch eine zweite Allgemeinverfügung geben. Auch sie wird von der Landesdirektion erlassen, die Initiative geht von der Unteren Naturschutzbehörde aus – also vom Landkreis Görlitz. Diese Zone allerdings ist es, die vor allem den Ärger der Segler hervorruft, weil sie nochmals größer ausfällt. Wie groß, das ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Und sie enthält ein zeitliches Boots-Verbot. Für welche Zeiten, ist aber auch unbekannt. Sowohl die Landesdirektion äußert sich zu solchen Details des Verfahrens gegenüber der SZ nicht als auch der Kreis. Insofern ist schwer abzuschätzen, ob es stimmt, wenn die Segler davon sprechen, dass das Aus des Wassersports drohe. Die Segler haben unterdessen nochmals drei Wochen lang die Vögel am See gezählt und beobachtet, welche Arten zu finden sind. Ihre Ergebnisse haben sie ans Landratsamt Görlitz geschickt, ohne eine Reaktion bis heute zu erhalten. Manfred Dahms von den Lausitzer Wassersportfreunden ärgert das: „Wir sind im Grunde negiert worden, und ich verstehe nicht, warum.“ Bei den Vogelbeobachtungen haben sie sich an Vorgaben des Görlitzer Ornithologen Markus Ritz gehalten, erzählt Dahms. „Es wäre eine andere Sache gewesen, wenn das Landratsamt gesagt hätte: Kommt her, wir setzen uns an einen Tisch und reden darüber.“

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Über den Streit geht fast verloren, dass die Entwürfe der Landesdirektion vorsehen, dass weite Teile des Sees für Motorboote und ein Fahrgastschiff genutzt werden können. Das wäre ein großer Erfolg für alle Beteiligten. Aber auch dazu gibt es keine genauen Informationen. Sicher ist nur, hinter den Kulissen wird emsig zu dem Thema beraten. Noch im Mai sollen große Beratungen zwischen allen Beteiligten am See stattfinden. Möglicherweise bringt auch der heutige Planungsverband mehr Klarheit. Die Vertreter der Anrainergemeinden treffen sich an diesem Montag um 16 Uhr in der Görlitzer Jägerkaserne. Ob die Schiffbarkeitserklärung noch dieses Jahr erlassen wird, ist unklar. Sicher ist nur: Segeln und Baden ist auch dieses Jahr am „Berzi“ so erlaubt wie im Vorjahr.

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