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Wie ein Schloss interaktiv werden soll

Wachaus Gemeinderat beschließt die Erstellung eines professionellen Museumskonzeptes für das Seifersdorfer Schloss.

Das Seifersdorfer Schloss soll zu einem Museum umgestaltet werden. Erste Ideen gibt es bereits.
Das Seifersdorfer Schloss soll zu einem Museum umgestaltet werden. Erste Ideen gibt es bereits. © Archivfoto: René Plaul

Seifersdorf. Jemand wie der Historiker Matthias Donath weiß, was Museumsbesucher sich wünschen. Gerade in der heutigen Zeit. Lebendigkeit, Frische und vor allem die Möglichkeit, sich bei einem Aufenthalt in einer musealen Institution auch aktiv beteiligen zu können. Soll ja nicht langweilig sein, so eine Visite in einer kulturellen Einrichtung. Nun ist im Seifersdorfer Schloss bereits seit geraumer Zeit ein Museum geplant, das solche Mitmach-Aktionen bieten soll. Und Donath, der für das Zentrum für Kultur und Geschichte in Niederjahna tätig ist, soll ein solches Konzept kreieren.

Denn im örtlichen Schloss, das zu einem kulturellen Leuchtturm der Region ausgebaut werden soll, will man ja, so die Vorstellung des Fördervereines Seifersdorfer Schloss und der Gemeinde Wachau, ein interaktives Museum etablieren. Eines, das mit dazu beitragen soll, die Identifikation der Bewohner mit diesem historischen Kleinod weiter zu festigen. „Wir werden sicherlich im Herbst auf die Seifersdorfer zugehen, darauf hoffend, dass sich etliche der hier lebenden Menschen an diesem Museumskonzept beteiligen werden“, so die Vereinsvorsitzende Ulrike Hantsche. Sie ist froh, dass die Gemeinde auf der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Gesamtnutzungskonzept für das Seifersdorfer Schloss beschloss. Neben einem Brandschutzkonzept gehört dazu auch die Erstellung eines professionellen Museumskonzeptes. 

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Experten wie Matthias Donath werden da ihre Ideen mit einbringen. Donath freut sich bereits auf diese Aufgabe. Er sei gespannt, wie die Seifersdorfer auf das Museumskonzept reagieren werden. Schließlich stellen die Einwohner des Wachauer Ortsteiles einen nicht ganz unwesentlichen Bestandteil an diesem Projekt dar. „Ich denke, wir werden in dem Museum sicher auch Mitmachaktionen anbieten“, so Matthias Donath weiter. Fotos und Bilder, Gedichte oder Bücher von Seifersdorfern benötige man da. Historische wie auch zeitgenössische Ausstellungsstücke, die das Leben in Seifersdorf anschaulich dokumentierten. Donath: „Ich kann mir auch einen Automaten vorstellen, der Gedichte von Seifersdorfern ausdruckt.“ Nur ein Beispiel für das künftige interaktive Museum, das in der ersten Etage des Schlosses Platz finden soll.

Erste Präsentation im Herbst

Mit dem Museumskonzept, das aller Voraussicht nach in diesem Herbst vorgestellt werden soll, wird der weitere Ausbau des barocken Gemäuers peu à peu vorangetrieben. Neben dem Museums- und Brandschutzkonzept steht auch ein weiterer, ein zweiter Fluchtweg im Blickpunkt. Der müsse unbedingt gebaut werden, so Fördervereinschefin Hantsche. 

Finanziert werden diese Vorhaben auch von den Fördergeldern, die der Seiferdorfer Förderverein jüngst für seine erfolgreiche Teilnahme am Simul-Wettbewerb des Freistaates erhielt. Rund 200.000 Euro gab es da für die Gemeinde Wachau. Was man als Anschubfinanzierung betrachtet. 

Denn natürlich brauche man, so Hantsche, weitere Mittel, um die ambitionierten Vorhaben am Seifersdorfer Schloss durchzuführen. So sollen dort auch ein Besucherzentrum eingerichtet werden, aus dem Gebäude eine Art Erlebnisschloss werden. „Wir wollen hier die Seifersdorfer Geschichte wieder lebendig machen“, erklärt Ulrike Hantsche.

Und wenn die Vorstellungen von Matthias Donath demnächst konkret werden - eine Galerie mit Bildern und Fotos von Seiferdorfern von annodazumal und aus der heutigen Zeit kann er sich gut vorstellen - dürften die Besucher einen recht nachhaltigen und intensiven Eindruck von Schloss und Seifersdorfern bekommen. 

Weitere Gelder notwendig

Diese Fremdheit, die einen oft vor einem Museumsbesuch beschleicht, und diese aufschlussreichen Aha-Erkenntnisse, mit denen man einen solchen Ort verlässt. Das ist sicher mit eines der Vorhaben dieses Museumskonzeptes. Donath weiter: „Wir wollen auf jeden Fall in vielen Bereichen dieses Museums Querverbindungen erstellen, zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart dieses Ortes.“

Es tut sich also einiges im Schloss. Dass die Gelder, die man für die erfolgreiche Teilnahme am Simul-Wettbewerb erhielt, nicht ausreichen werden, um alle Vorhaben umzusetzen, das war den Verantwortlichen von vornherein klar. So wurde der Förderverein von der Gemeinde bevollmächtigt, weitere finanzielle Unterstützung für das Schloss zu akquirieren. Man sei da bereits in Gesprächen mit einigen Fördermittelgebern, so Ulrike Hantsche weiter.

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Das Seifersdorfer Schloss selbst kann man an diesem Sonntag, 5. Juli, wieder besichtigen. Dazu hat der Förderverein ein Hygienekonzept erarbeitet, das nun genehmigt wurde. Mit dem gebotenen Mindestabstand kann man sich sicher mit etwas Phantasie einen Eindruck machen, was dort demnächst einmal alles entstehen wird.

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