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Seit 100 Jahren wird in Radebeul gerudert

1919 gründet sich der Ruderverein Lößnitz. Bis heute sind die Radebeuler Ruderer erfolgreich. Jetzt laden sie ein.

140 Mitglieder hat der Ruderverein heute.
140 Mitglieder hat der Ruderverein heute. © Arvid Müller

Radebeul. An diesem Samstag wird am Bootshaus in Kötzschenbroda groß gefeiert: Die Sektion Rudern vom SSV Planeta lädt zum Tag der offenen Tür ein. Die Radebeuler Ruderer blicken inzwischen auf eine hundertjährige Geschichte.

Am 4. Dezember 1919 wird der Ruderverein Lößnitz gegründet. Zum Vereinshaus wählen sich die Sportler zunächst das Dampfschiff-Restaurant. Dort, wo heute Kinder auf dem Spielplatz der Gaststätte toben, steht auch das allererste Bootshaus von Radebeul. Ein besserer Schuppen ist das damals. Nur wenige Boote passen hinein. Das erste eigene Ruderboot des Vereins wird im Juli 1920 getauft.

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Bei den Ruderern reift schnell der Wunsch nach einem eigenen Vereinshaus. Mit Bauvorhaben geht es zur damaligen Zeit deutlich schneller voran als heutzutage. Schon vier Jahre nach Vereinsgründung steht das Bootshaus an der Elbe auf einer Wiese, wo vorher Wäsche gebleicht wurde. 

Gebaut hat es die Firma Eisold, die zahlreiche Villen in Radebeul errichtete, darunter das Albertschlösschen, die Heimburg und die Villa von Teefabrik-Gründer Otto E. Weber. Eine Besonderheit ist das gewölbte Zollingerdach, das ohne Stützen auskommt und bis heute die Statiker beeindruckt. Gut möglich, dass Architekt Alfred Tischer diese Dachform wählte, um in wirtschaftlich angespannten Zeiten weniger Holz verwenden zu müssen.

Das erste Bootshaus sah noch ganz anders aus. 
Das erste Bootshaus sah noch ganz anders aus.  © SSV Planeta, Sektion Rudern

Innerhalb kurzer Zeit wächst der Verein auf 70 Mitglieder und fährt schon Anfang der 20er-Jahre bei Regatten mit. Im Oktober 1945 wird der Verein durch den Alliierten Kontrollrat aufgelöst. Noch verbliebene Ruderboote müssen nach Cotta ausgelagert werden. Das Radebeuler Bootshaus nutzen sowjetische Soldaten jetzt als Kfz-Werkstatt.

Erst 1948 können Ruderer, Kanuten und Segler das Gebäude wieder in Besitz nehmen. Drei Jahre danach besuchen die Ruderer die erste Regatta nach dem Krieg. Zwischen 1951 und 1990 erringen die Sportler bei DDR-Meisterschaften 18-mal Gold, zwölfmal Silber und elfmal Bronze. Damals gehören zum Trainingszentrum unter der Leitung von Heinz Beier auch zwei hauptamtliche Trainer.

Das ist heute anders. Die Trainer arbeiten ehrenamtlich. 140 Mitglieder im Alter zwischen zehn und 90 Jahren gehören jetzt zur Sektion, sagt Vorsitzender Uwe Keller. Der Zusammenhalt ist gut, man trifft sich regelmäßig und erlebt viel zusammen. Auch die, die nicht mehr aktiv an Wettkämpfen teilnehmen, sondern es als Wanderruderer gemächlicher angehen lassen.

Sportliche Erfolge feiern die Radebeuler auch nach wie vor. 2017 beispielsweise holten sie den Vizemeistertitel bei den Deutschen Sprintmeisterschaften. In gut einer Woche geht es zur Landesmeisterschaft nach Eilenburg und auch bei der World Rowing Masters Regatta in Ungarn sind Radebeuler Ruderer im September am Start.

Zum Tag der offenen Tür am Samstag hat der Verein ein buntes Programm vorbereitet. Von 11 bis 17 Uhr können sich Besucher Fotos und Berichte aus der Geschichte des Ruderns ansehen. Außerdem dürfen Gäste auf der Elbe in der Barke mitrudern und sich an Land im Ergometerrudern probieren.

 Das THW bietet ebenfalls Mitfahrgelegenheiten in seinen Booten an. Um 11 und um 14 Uhr zeigen die Wettkampfruderer, was sie alles drauf haben. Es gibt Führungen durchs Bootshaus und für die Kinder Hüpfburg und Spielmobil.

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