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Seit 15 Jahren wird hartnäckig nachgefragt

Das Kinder- und Jugendparlament in Freiberg gibt es seit dem Herbst 1996. 105 Beschlüsse wurden seitdem gefasst.

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Von Thomas Reibetanz

Einige von ihnen können beim Vortragen ihrer Anträge kaum über das Rednerpult schauen. Andere fragen bei schwierigen Themen lieber dreimal nach, damit sie auch wirklich alles verstanden haben. Und das ist auch gut so, denn was die jungen Nachwuchspolitiker des Kinder- und Jugendparlaments der Stadt Freiberg beschließen, hat durchaus Gewicht für die Entscheidungen, die von den „Großen“ im Stadtrat getroffen werden.

Seit 15 Jahren gibt es das „Kipa“, wie seine Mitglieder es nennen. Jetzt wurde dieses Jubiläum gefeiert. Mit einer großen Fete, zu der die 30 aktuellen und alle ehemaligen Parlamentarier eingeladen waren, und mit einer Feierstunde. Zu der war auch der Oberbürgermeister der Stadt erschienen, denn er gehört zu den größten Fans der Nachwuchspolitiker. „Mit diesem Gremium wurde eine wichtige Voraussetzung geschaffen, den Heranwachsenden Mitspracherechte einzuräumen“, sagte Bernd-Erwin Schramm.

Die Idee für das Kinder- und Jugendparlament in Freiberg, das 1996 zu den ersten in Ostdeutschland zählte, hatte Monika Hageni. Sie war von 1992 bis 2009 Amtsleiterin für Sozial- und Wohnungswesen und von dem Engagement im neu entstandenen Sprachrohr für den Nachwuchs begeistert. „Mit vielen Ideen und Vorschlägen haben die Freiberger Schüler die Verwaltungsspitze überrascht und begeistert“, erinnerte sie sich.

41 Anfragen hatten Erfolg

Und nicht nur das. Von den insgesamt 105 Beschlüssen, die in 30 Sitzungen gefasst wurden, schafften es viele ins Rathaus. Dort hatten immerhin 41 Anfragen Erfolg, manchmal erst nach hartnäckigem und monatelangem Nachfragen. So war der Bau des Radweges nach Zug erst möglich, nachdem die Kinder mit ihrer Beharrlichkeit einen Stadtrat auf das Anliegen aufmerksam gemacht hatten. Auch der Skaterpark am Häuersteig gehört zu den Errungenschaften des „Kipa“. Ebenso erreichten sie es, dass der Eingang zur Turnhalle der Winkler-Mittelschule barrierefrei gebaut wurde.

Die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments kommen aus allen Grund- und Mittelschulen der Stadt sowie dem Schollgymnasium und werden für zwei Jahre von ihren Mitschülern gewählt oder den Lehrern bestimmt. Im Januar und Juni jedes Jahres gibt es Sitzungen, bei denen die verschiedenen Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse präsentieren und Anträge einbringen.