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Seit 35 Jahren weiß man in Lückendorf, mit Gästen zu feiern

Lückendorf. „So viele Gäste wie am Sonnabend haben uns noch nie besucht“, freute sich Stephan Rudolf, Schatzmeister des Heimatbundes Lückendorf. Mehr als 1 800 Besucher kamen zum 35. Heimatfest. Eine...

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Lückendorf. „So viele Gäste wie am Sonnabend haben uns noch nie besucht“, freute sich Stephan Rudolf, Schatzmeister des Heimatbundes Lückendorf. Mehr als 1 800 Besucher kamen zum 35. Heimatfest. Eine beachtliche Leistung, vor allem wenn man bedenkt, dass in dem Oybiner Ortsteil auf dem Berg nur etwa 400 Bürger wohnen. Auch die waren auf den Beinen. Heimatfest Lückendorf heißt, dass jeder mit anpackt. Bereits zum traditionellen Festumzug am Freitagabend konnten sich die Schaulustigen entlang des Weges davon überzeugen.

Ehemalige Schüler trafen sich an der Niederaue

In diesem Jahr stand neben dem Jubiläum noch ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm: Nach zehn Jahren trafen sich Schüler der ehemaligen Lückendorfer Schule an der Niederaue.

„Manche habe ich seit über 30 Jahren nicht mehr gesehen“, staunte Emmi Moisel. In lockerer Runde musste sich jeder vorstellen. Denn: „Ich habe nur einige wenige wieder erkannt“, meinte die Wahl-Münchnerin und zeigte auf alte Fotos. „Seit der Schulzeit ist eben viel Zeit vergangen“, fügte sie noch an. Die 1842 erbaute Schule öffnete ihre Pforten nur bis 1972 für die Lückendorf Kinder.

Besonderer Höhepunkt des Schultreffens war das Schülerverzeichnis. Der riesige alte Wälzer verriet genau, ob die heute gestandenen Leute damals ihre Schulpflicht erfüllt hatten. Kein Wunder, dass jeder gern einen Blick auf seine Eintragung riskierte. Zum Programm gehörte auch ein Besuch des ehemaligen Schulhauses, das heute als Kindergarten des 1993 gegründeten Elternvereins „Lückendorfer Kinderhaus“ geführt wird. Fast jeder berichtete der Leiterin Gabi Merkel, in welchem Zimmer er schreiben und lesen gelernt hat. Gabi Merkel konnte indes stolz berichten, dass 1999 ein gründlicher Umbau und die Sanierung anstanden. Seitdem stehen 30 Plätze im Krippen-, Kindergarten- und Hortbereich zur Verfügung. „Regelmäßige Treffen mit tschechischen Kindern waren die Voraussetzung für die Förderung der Baumaßnahme“, erklärte sie.

Schule und Heimat sind hier eng verwoben

Schule und Heimatfest sind dicht verwoben: Vor 35 Jahren begann das Heimatfest als Schulfest. „Wir haben unseren Kindern damals mehr als nur Rechnen und Lesen beigebracht, auch Heimatverbundenheit haben wir ihnen mit auf den Weg gegeben“, meinte Christian Rudolf. Er leitete von 1945 bis zum Schluss die Schule.

In diesem Jahr hatte auch Holger Oesten aus Berlin fast ein Jubiläum. Der 36-Jährige traf wieder ins Schwarze und holte sich den Titel „Bester Wildschütz des Zittauer Waldes“. Bereits in den vergangenen vier Jahren errang er den Titel. Sein Geheimrezept wollte er allerdings nicht verraten. „Fest steht nur, dass ich immer gern in Lückendorf bin“, sagte Oesten und zeigte stolz seine Urkunde. (sil)