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Seit Jahrzehnten mit Stricknadel und Faden kreativ

Mit Makramees – der Knüpftechnik zur Herstellung von Ornamenten – hat 1978 alles angefangen – die ersten Treffen zum gemeinsamen Stricken, Häkeln und eben auch dem Knüpfen. „Ich weiß es deshalb so genau,...

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Von Madeleine Friedrich

Mit Makramees – der Knüpftechnik zur Herstellung von Ornamenten – hat 1978 alles angefangen – die ersten Treffen zum gemeinsamen Stricken, Häkeln und eben auch dem Knüpfen. „Ich weiß es deshalb so genau, wann wir uns die ersten Male getroffen haben, weil ich mir Aufzeichnungen darüber gemacht habe“, sagt Gertrud Neumann.

Anfangs haben sie sich abends getroffen, später dann am Nachmittag: „Damals haben noch viel mehr Frauen Handarbeiten gemacht“, erinnert sich die heute 82-Jährige. Schließlich gab es nicht so viel zu kaufen wie heute. Nach dem Krieg hätte sie sogar aus Fallschirmseide Strampelanzüge und aus Fabrikwolle Kleider gestrickt, erinnert sie Gertrud Neumann.

Schals für einen guten Zweck

Im Handarbeitszirkel Ende der 70er Jahre war das nicht mehr nötig. Heute kann jeder nach seiner Fasson kreativ tätig werden. Die eine umhäkelt Taschentücher, die andere entwirft Blumenmuster. Gertrud Neumann strickt meistens. Sie braucht immer ein Ziel, für das sie mit Stricknadel und Faden hinarbeitet. Vor Kurzem hat sie für einen guten Zweck sieben Schals fertiggestellt und nach Leipzig verschickt. „In der Sendung ‚Hier ab Vier‘ vom Mitteldeutschen Rundfunk wurde dazu aufgerufen“, sagt die rüstige Rentnerin.

In Leipzig gelangten die Sachen auf einen Basar, wo sie dann verkauft wurden. Aus ihrer Aufzeichnung ist heute noch festzustellen, wer welche Handarbeitstechnik angewendet hat oder was die Frauen sonst noch unternommen haben. „Zu Ostern gestalten wir schon mal Ostereier, und zu Weihnachten sitzen wir gemütlich zusammen und essen Plätzchen“, sagt Neumann. Beim jüngsten Treffen wurde sogar das Schifferklavier gespielt.

Christel Kammer ist eine der Frauen des Handarbeitszirkels. Sie ist Gertrud Neumann für ihren Einsatz sehr dankbar: „Sie macht den Jahresplan für unsere Treffen und sorgt so dafür, dass wir regelmäßig zusammenkommen.“ Außerdem besorge die rührige Seniorin Blumen für Geburtstage und kleine Präsente zu besonderen Anlässen. „Damit überrascht sie uns alle immer wieder“, so Kammer.

Handarbeit ist nicht so schwer

Rund elf Frauen kommen derzeit regelmäßig in der Pflegeresidenz in Bernstadt auf der Adolf-Klose-Straße zusammen. Der Treffpunkt hat sich vorher mehrmals gewandelt. Anfangs war er in Altbernsdorf, dann im Stadthaus in Bernstadt. „In die Residenz gehen wir erst, seit zwei unserer Handarbeitsfrauen dorthin gezogen sind“, sagt Neumann, die bis zur Rente Filmvorführerin war. Da es für diese beiden Frauen zu beschwerlich war, zu den Treffen zu kommen, einigten sie sich, zu der über 90-jährigen Erna Friedrich und Erika Lehmann in den Pflegestift zu kommen.

Auch wenn Handarbeiten nicht mehr von so vielen Personen durchgeführt würden wie früher, entdeckten immer mal wieder junge Frauen dieses Hobby. „So schwer ist es ja nicht, und wir freuen uns immer, dass wir mal zusammenkommen“, sagt Gertrud Neumann.

Die Gruppe trifft sich aller drei Wochen dienstags. Die nächste Zusammenkunft ist am 13. Januar, 14 Uhr im Cafe der Pflegeresidenz in Bernstadt. Gäste sind herzlich willkommen.