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„Sekte nicht verharmlosen“

Der Flyer einer muslimischen Gemeinde sorgt für Fragen. Der Oberlichtenauer Maik Förster warnt vor der Gemeinschaft.

Von Reiner Hanke

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Oberlichttenau. Für Fragen sorgte der Bericht über den Flyer einer muslimischen Organisation, der in Briefkästen im Rödertal auftauchte. Darin setzt sich eine muslimische Gemeinde in Szene und wirbt für die Gemeinschaft „Ahmadiyya Muslim Jamaat“. Vonseiten der Polizei äußerte sich der Sprecher der Polizeidirektion in Görlitz, Thomas Knaup, recht entspannt.

Nach Einschätzung der Polizei handele es sich um eine deutschlandweit vertretene, nicht militante Bewegung. „Nach unserer Bewertung weist sie keine Bezüge zum islamistischen Terrorismus auf“ und fordere zur Loyalität gegenüber dem Staat auf. Der Oberlichtenauer Maik Förster, CDU-Kreisrat und bekannt als Chef des Bibellandes, wurde hellhörig, als er die Zeilen las. Er hält diese Gemeinschaft nicht für so harmlos.

Warum sehen Sie diese Flyer und die Gruppierung dahinter deutlich kritischer als Polizeisprecher Thomas Knaup?

Polizeihauptkommissar Thomas Knaup sieht die Verteilaktion der erzkonservativen islamischen Sekte „Ahmadiyya“ sehr entspannt. Ich muss da widersprechen! Durch die Verharmlosung des fundamentalistischen Islam werden Tür und Tor geöffnet, eine grundgesetzwidrige Ideologie in unsere Gesellschaft zu tragen.

Die Vereinigung ist immerhin als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt …

Das halte ich für eine Fehlentscheidung und sehe mich da auch in einer Linie mit der Soziologin Necla Kelek. Sie stellte in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk fest, dass sich die Gemeinschaft hermetisch abschotte. Es gebe eine starke soziale Kontrolle und die Mitglieder hätten kaum eine Möglichkeit, sich außerhalb der Gemeinschaft ein Leben aufzubauen.

Sie sprechen auch den Fall Linda W. an. Die Pulsnitzer Schülerin, die sich dem IS anschloss. Wo sehen Sie den Bezug zu Linda?

Wenn wir da zusehen und schweigen, machen wir uns mitschuldig an Entwicklungen wie bei Linda aus Pulsnitz, an Fluchtursachen im Nahen Osten und in Nordafrika.

Die Ahmadiyya-Sekte gehört zu denen, die den Koran wortwörtlich nehmen. Das heißt: Der Koran wird nicht interpretiert, sondern als absolut gesetzt. In Bezug auf Demokratie, Umgang mit Frauen und Religionsfreiheit steht diese Lehre im klaren Gegensatz zu unserem Grundgesetz.

Gerald Kluge ist der Beauftragte für Sekten- und Weltanschauungsfragen der katholischen Kirche im Bistum Dresden-Meißen. Er hat ja immerhin einige kritische Aspekte herausgearbeitet. Geht Ihnen das nicht weit genug?

Der genannte Sektenbeauftragte hat den Trend erkannt. Die Ahmadiyya-Sekte will mit einem 100-Moscheen-Programm ganz Deutschland islamisieren und rechnet damit, dies in 100 Jahren geschafft zu haben. Wo wir da hinkämen, kann man aktuell an 57 Islamischen Ländern ohne jedwede Menschenrechte sehen. (szo)