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Selber wissen, was übertragenswert ist

Die Lösung ist eigentlich einfach: Schnell einen Sky-Vertrag ab- und den Receiver anschließen – schon kann der deutsche Handball-Fan live dabei sein bei der Weltmeisterschaft in Katar. Aber die Frage...

Die Lösung ist eigentlich einfach: Schnell einen Sky-Vertrag ab- und den Receiver anschließen – schon kann der deutsche Handball-Fan live dabei sein bei der Weltmeisterschaft in Katar. Aber die Frage ist berechtigt: Wieso muss der geneigte Gebührenzahler für ein solches Sportereignis extra blechen? Nun ließe sich trefflich darüber streiten, ob die WM mit dem kleineren Ball genauso ein „Ereignis von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung“ ist wie Olympische Spiele oder Fußball-Turniere. Dann nämlich müsste sie bei einem frei empfangbaren Sender zu sehen sein, am naheliegendsten bei den öffentlich-rechtlichen, also ARD und ZDF.

Die geben dem Rechteinhaber die Schuld, weil er gefordert hatte, die Übertragung per Satellit über Deutschland hinaus abzuschalten. Ums Geld sei es nicht gegangen. Das mag nicht falsch sein, aber ist es auch die ganze Wahrheit? Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Sender nicht allzu hartnäckig verhandelt haben, weil sie zweifelten, mit dem deutschen Team Quote machen zu können. Das wäre nicht das erste Mal. Als Tennis-Ass Sabine Lisicki 2013 sensationell das Finale von Wimbledon erreichte, glänzten ARD und ZDF ebenfalls mit Abwesenheit.

Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

Natürlich ist das Risiko, am Zuschauer vorbei zu senden, bei den Sportarten größer, bei denen deutsche Erfolge seltener zu erwarten sind als mit Ski und Rodel. Doch die tagelange Berichterstattung vom winterlichen Weltcup-Geschehen steht in keinem Verhältnis. Es ist leicht, die Entscheidung nun der Politik zuschieben zu wollen. Handball gleich Fußball – und schon ist das Problem ein für alle Mal gelöst? Und was kommt als nächstes auf diese Schutzliste? Die Verantwortlichen bei ARD und ZDF sollten so viel journalistische wie sportfachliche Kompetenz besitzen, sich nicht vorschreiben lassen zu müssen, was übertragenswert ist.