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Dippoldiswalde

400 Arbeitsplätze bei Selectrona bleiben erhalten

Ein schwieriges Jahr liegt hinter dem Reinholdshainer Autozulieferer. Nun ist der Insolvenzplan bestätigt und ein neuer Partner an Bord.

© Egbert Kamprath

Die Selectrona GmbH mit ihren Standorten in Reinholdshain und Schlottwitz hat eine wichtige Hürde genommen, um das Insolvenzverfahren zu beenden, das seit einem guten Jahr läuft. „Das Sanierungsverfahren kann kurzfristig abgeschlossen werden“, teilt die Firma mit.

Entscheidend dafür ist, dass der Insolvenzplan jetzt bestätigt ist. Erst haben ihn die Gläubiger des Unternehmens einstimmig angenommen. Danach hat ihn das Insolvenzgericht am Amtsgericht Dresden bestätigt. Damit ist der Fortbestand des Unternehmens gesichert. Die 400 Arbeitsplätze bei Selectrona bleiben erhalten. Die Walter Söhner Technologieberatungs GmbH kann jetzt als strategischer Investor bei Selectrona einsteigen.

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Dieses Unternehmen ist in Schwaigern bei Heilbronn ansässig. Es bietet Beratung in der Verarbeitung von Kunststoffen und Metall an, ist also in der gleichen Branche aktiv wie Selectrona. Die Technologie Beratungsgesellschaft gehört Walter Söhner. Er hat vor 27 Jahren zusammen mit seinem Sohn Steffen Söhner in Schlottwitz das Unternehmen gegründet, aus dem sich die Selectrona entwickelt hat.

Für die Selectrona geht damit eine Krise zu Ende. Daran haben viele mitgearbeitet. Der Betriebsratsvorsitzende Gunar Fischer hat im Gläubigerausschuss die Interessen seiner Kollegen vertreten. Er sagt: „Mit dem erfolgreichen Abschluss des Verfahrens ist es gelungen, einen der größten Arbeitgeber der Region mit allen Arbeitsplätzen zu erhalten. Es waren weder Kurzarbeit noch Entlassungen nötig“.

Das Unternehmen hat jetzt auch eine neue Geschäftsführung. Gleich zu Beginn der Krise im August 2018 hat Steffen Söhner den Dresdner Spezialisten für Unternehmenssanierungen und Rechtsanwalt Jörg Spies ins Unternehmen geholt. Der hat auch den Insolvenzplan ausgearbeitet. Er sagt: „Die vielen Monate intensiver Arbeit haben sich für die Gläubiger und das Unternehmen gelohnt.“ Das Amtsgericht Dresden hat den Rechtsanwalt Harald Bußhardt von der Kanzlei Schultze und Braun als Sachwalter eingesetzt. Er hat die Arbeit der Geschäftsführung überwacht im Interesse der Gläubiger. Er sagt: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Sanierungsverfahrens. Besonders freut es mich für die 400 Mitarbeiter, die sich in den zurückliegenden Wochen sehr für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze engagiert haben. Mit der Walter Söhner Technologieberatungs GmbH wurde der passende Partner für Selectrona gefunden, der das Unternehmen kennt und es auf einem stabilen Fundament weiterentwickeln kann.“ Beide,  Spies und Bußhardt,  sind Spezialisten für Unternehmen in Krisensituationen, die schon mehrfach im Osterzgebirge im Einsatz waren. So hat Bußhardt die Kommunale Wohnungsgesellschaft (KWG) Dippoldiswalde beraten oder die Gesamtvollstreckung der Raiffeisen Handelsgenossenschaft Hermsdorf begleitet. Jörg Spieß war der Verwalter der Osterzgebirgischen Hoch- und Tiefbaugesellschaft oder des Schotterwerks Bärenstein. 

Walter Söhner sagt: „Die Selectrona hat in ihrer Firmengeschichte 2002 und 2009 bereits zwei schwere Krisen erfolgreich gemeistert. Das war nur zu schaffen, weil alle Mitarbeiter ihre Kräfte vereint und gemeinsam für ihr Unternehmen gekämpft haben. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit diesem Kampfgeist auch diese neue Herausforderung in eine Erfolgsgeschichte verwandeln werden.“ 2002 hatte das Unternehmen seinen Sitz noch in Schlottwitz und war vom Augusthochwasser schwer betroffen. In der Folge wurde der  Hauptsitz nach Reinholdshain verlegt. 2009 hatte die Finanzkrise den Autozulieferer gebeutelt.

Im Zuge der Sanierung bekam die Selectrona auch eine neue Geschäftsführung. Seit September lenkt Helmuth Rauscher als Geschäftsführer die Firma. Der Betriebswirt aus Greußen bei Erfurt unterstützt als Interimmanager Unternehmen. Als technischer Leiter wurde Herbert Bender eingesetzt. Unternehmensgründer Steffen Söhner ist als Geschäftsführer ausgeschieden, bleibt aber als Beirat der Firma weiter erhalten. Helmuth Rauscher, der neue Geschäftsführer, zeigte sich sehr erleichtert über den erfolgreichen Abschluss des Verfahrens und dankt allen Beteiligten. Er sagt: „Ohne die starke Unterstützung durch unsere Lieferanten, Kunden und Banken, vor allem aber ohne das Vertrauen, den Mut, die Geduld und die Ausdauer unserer Mitarbeiter wäre dieser positive Ausgang nicht möglich gewesen.“

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