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Seltenes aus dem Fundus

Im Wilsdruffer Heimatmuseum wird heute die diesjährige Weihnachtsausstellung eröffnet. Anlässlich des Jahres der Bibel befasst sie sich mit dem Thema „Die Heilige Nacht in der Bibel und in der Kunst“.

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Von Heinz Hirschfeld

Noch in den letzten Tagen herrschte bei der Vorbereitung der Wilsdruffer Weihnachtsausstellung ein wohl durchdachtes Chaos im Museum. So manches Mal wurde dabei mit Pinzette, Schraubendreher und auch mal mit dem Hämmerchen gearbeitet. Das Team um Museumsleiter Dr. Rolf Görner arbeitete mit großer Einsatzbereitschaft. Heinz Kilian bastelte beispielsweise daran, den Adventsstern unabhängig von der Museumsbeleuchtung zu beleuchten. Sandra Nedeß, die innerhalb des Jump-Plus-Projektes in der Einrichtung arbeitet, kümmerte sich um die Dekoration. Hannelore Perner, die vor Jahren mal eine ABM im Museum hatte ließ es sich nicht nehmen, die Exponate wirkungsvoll zu platzieren. Gegen Ende des Jahres der Bibel wollten sie die Möglichkeit nutzen, die biblische Weihnachtsgeschichte und die Volkskunst des Erzgebirges visuell in Verbindung zu bringen.

Deshalb werden mehr als 20 Bibeln ausgestellt, die aus dem Fundus des Museums stammen, und noch nicht der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Es sind auch seltene Exemplare aus dem Bestand der evangelisch-lutherischen Pfarrämter Wilsdruff und Herzogswalde zu sehen.

Vor der

Mülltonne gerettet

Des Weiteren beteiligten sich einige Privatpersonen ebenfalls mit sehenswerten Leihgaben. So stammt die älteste Bibel von 1663. Auch eine Bibel von 1720 des damaligen Wilsdruffer Stellmachermeisters Gottfried Dinndorf ist zu sehen. An ihn erinnern in der Wilsdruffer Mittelschule heute noch einige Jugendstilfenster, die er 1910 gestiftet hatte. Auch eine Bibel von 1729 ist zu sehen. Der Wilsdruffer Altwarenhändler August Mickan bewahrte sie durch einen Kauf 1918 vor der Mülltonne.

Natürlich wird erzgebirgische Volkskunst in allen Facetten gezeigt. Pyramiden, erzgebirgische und orientalische Krippen, Krippen in Form von Weihnachtsbergen, denen ein Weihnachtslied zugrunde liegt. Auch Bergmänner und Engel bereichern die Ausstellung.

Für den Religions- und

Heimatkundeunterricht

Schon jetzt haben sich mehrere Schulklassen in der Ausstellung angemeldet, um dort Religions- und Heimatkundeunterricht live zu erleben. Begrüßt wird der Besucher von einer knapp fünf Meter hohen Tanne aus der Wilsdruffer Gärtnerei „Löwenzahn“, die auch zu den Dekorationspartnern der Weihnachtsausstellung gehört.

Die Ausstellung wird mit einem Rahmenprogramm eröffnet. Mitwirken werden der gemischte Chor Hetzdorf, Maria Sautner am Spinnrad, und Heinz Kilian an der Strickmaschine. Am 7. und 21. Dezember kann zusätzlich noch Irmgard Rothe beim Klöppeln über die Schulter geschaut werden.

Am Mittwoch, dem 3. Dezember, wird Brunhild Merbitz aus Steinbach von 15 bis 19 Uhr im Museum mit interessierten Frauen Strohsterne basteln. In dieser Zeit ist auch an ihre Ehemänner gedacht, für die der Dokumentarfilm „50 Jahre Funkamt Dresden in Wilsdruff“ läuft.

Die Weihnachtsausstellung im Wilsdruffer Heimatmuseum, Mittelschule, Gezinge 12, wird heute, 15 Uhr feierlich eröffnet. Zu sehen ist sie bis 18. Januar jeweils an den beiden Wochenendtagen sowie an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr bis 18. Januar 2004. Nach telefonischer Anmeldung über 035204/46398 sind auch andere Besuchszeiten möglich.