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Löbau

Wie lange öffnet Senioren-Tagespflege?

Kitas und Schulen schließen - die Betreuung für ältere Menschen aber darf öffnen? Nun gibt es auch in Löbau/Zittau erste Einschränkungen und Schließungen.

Da war noch alles normal in der Tagespflege: Hier beschäftigt Leiterin Rita Steudtner-Fiedler vom DRK in Löbau Senioren mit Malen.
Da war noch alles normal in der Tagespflege: Hier beschäftigt Leiterin Rita Steudtner-Fiedler vom DRK in Löbau Senioren mit Malen. © Matthias Weber/photoweber.de (Archiv)

Die Tagespflege "Zum Schleifermännchen" in Zittau hat Corona-Konsequenzen gezogen: Hier werden ab diesem Dienstag keine Senioren mehr betreut. "Wir haben uns an die Empfehlungen des Gesundheitsamtes gehalten, dass gerade Personen der Risikogruppe unnötige soziale Kontakte vermeiden sollen", erklärt Peggy Schimmel von der Pflegedienstleitung der Mobilen Haus-Krankenpflege Kröger GmbH. Im Gegenzug biete man für die Betroffenen mehr häusliche Pflege  an. Ein so striktes Verbot wie bei Kitas und Schulen gibt es derzeit auf Landesebene für die Senioren-Tagespflege noch nicht. Gerade deshalb haben einige Anbieter nun erste Entscheidungen getroffen.

So wie das DRK Löbau: Dort ist die Tagespflege in Neugersdorf nur noch bis zu diesem Freitag ganz normal in Betrieb. Danach werden Senioren, die eine Betreuung auch weiterhin dringend brauchen, in die Tagespflege nach Löbau gebracht, wo eine "Notgruppe" betrieben werden soll. "Wir haben mit allen Angehörigen gesprochen, ob sie auf die Tagespflege momentan verzichten können", erklärt DRK-Chefin Silke Seeliger. Sowohl in Neugersdorf als auch in Löbau gibt es je 14 Plätze.

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Notgruppe in Löbau wird eröffnet

Diese Notgruppe in Löbau soll - sofern nicht generell andere Regeln erlassen werden - voraussichtlich bis 9. April betrieben werden. In Neugersdorf will das DRK die Zeit hingegen nutzen: "Wir werden hier in der Zwischenzeit die Räume renovieren, das war ohnehin in der nächsten Zeit vorgesehen", sagt Frau Seeliger. Für all jene, die ihre Angehörigen nun doch zu Hause lassen, bietet auch das DRK mehr häusliche Pflege an, betont sie.

Noch verhältnismäßig normal läuft derzeit alles in der Tagespflege "Herbstwege" in Mittelherwigsdorf. Leiter Robert Berthold-Heinrich betont, dass man aber selbstverständlich die Hygienemaßnahmen nochmals verschärft und auch einige organisatorische Dinge angepasst hat. Das betrifft zum Beispiel die Fahrer, die Senioren in die Einrichtung bringen. "Wenn ein Fahrer merkt, dass jemand Erkältungssymptome zeigt, kann er jetzt auch von sich aus den Transport in die Einrichtung verweigern", erklärt Berthold-Heinrich. Auch wenn Familienangehörige im Ausland Urlaub gemacht haben, bitte man die Familien, von einer Unterbringung ihrer Angehörigen in der Tagespflege erst einmal abzusehen.

Ansonsten schaue man von Tag zu Tag auf den Stand der Dinge, Prognosen, wie lange die insgesamt 17 Plätze noch genutzt werden können, will der Leiter der Einrichtung, die zum Diakonischen Werk Löbau/Zittau gehört, nicht wagen. Rückzieher haben bisher aber die wenigsten Familien gemacht: "Nein, wir haben für die Jahreszeit generell eigentlich eine ganz durchschnittliche Nachfrage", sagt Robert Berthold-Heinrich. An den ersten beiden Tagen der Woche habe man jeweils 15 Gäste begrüßen können.

Abwarten und auf Sicht fahren

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Abwarten und die Neuigkeiten verfolgen ist derzeit auch bei der Herrnhuter Diakonie angesagt: Auch hier ist man sensibilisiert, betont Diakonie-Sprecherin Kristin Schiffner. "Einige unserer Tagesgäste bleiben zu Hause, hauptsächlich weil sie eine Betreuung daheim gewährleisten können", skizziert sie die Lage. Bei anderen Familien besteht dafür keine Möglichkeit, da sie allein sind und keine Angehörigen in der näheren Umgebung haben. "Es ist wichtig, das die Betreuung für diese besonderen Personengruppen aufrechterhalten wird – zumindest solange es geht", erklärt Frau Schiffner. Allerdings habe die Diakonie am Montag ein Schreiben an Angehörige versandt, insbesondere mit dem Hinweis Symptome ernst zu nehmen.  "Wir warten ab", fasst die Sprecherin zusammen.

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